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Mo, 16:55 Uhr
19.06.2017
Wasserdemo auf der Elbe:

Greenpeace-Mitarbeiter fordern Kohleausstieg

Für konsequenten Klimaschutz demonstrieren Greenpeace-Mitarbeiter heute auf der Elbe während einem Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Hafencity Universität. Über 100 Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation forderten auf einem Floß, in sechs Schlauchbooten und als Schwimmer im Wasser mit Bannern...

Wasserdemo auf der Elbe (Foto: Greenpeace/PressMedia)

„Klimaschutz heißt Kohleausstieg“. Auf dem zweistöckigen Floß steht ein fünf Meter großes Modell eines Schaufelrads. Ein 34 mal 14 Meter großes Banner an der Fassade der in Sichtweite gelegenen Greenpeace-Zentrale zeigt eine herzförmige Weltkarte mit der Forderung „Planet Earth First heißt Kohleausstieg“.

Im Vorfeld des G20-Gipfels spricht Angela Merkel heute mit Vertretern der Zivilgesellschaft. „Mit ihrer Kohlepolitik verschenkt Angela Merkel die hart erarbeiteten Erfolge der deutschen Energiewende“, sagt Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters. „All die Windräder und Solaranlagen tragen nur zum Klimaschutz bei, wenn die Bundesregierung parallel auch schmutzige Kohlekraftwerke vom Netz nimmt. Will Merkel der rückwärtsgewandten Energiepolitik von Trump etwas entgegensetzen, führt am Kohleausstieg kein Weg vorbei.“

Angela Merkel sagte vergangene Woche bei einer CDU-Veranstaltung in Erfurt, Deutschland müsse mehr als bislang für den Schutz des Klimas tun. Als Antwort auf US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszutreten, haben auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Indiens Premier Narendra Modi zusätzliche Maßnahmen zum Klimaschutz angekündigt.

Ohne zusätzliche Anstrengungen droht Deutschland seine Klimaziele für 2020 und 2030 deutlich zu verpassen. Laut offizieller Prognosen wird Deutschland bis zum Jahr 2020 lediglich 35 Prozent weniger CO2 ausstoßen, statt der von der Bundesregierung zugesagten 40 Prozent. Auch das im Klimaschutzplan vom Kabinett beschlossene Ziel für 2030 von 55 Prozent weniger CO2 wird nach heutigem Stand klar verfehlt. „Deutschland kann sich nicht als vorbildlicher Klimaschützer inszenieren und gleichzeitig mehr Braunkohle verfeuern als jedes andere Land der Erde. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Energiewende mit einem sozialverträglichen Kohleausstieg zu vervollständigen“, so Peters.

Nach offiziellen Zahlen beschäftigt die deutsche Kohleindustrie knapp 28.000 Menschen. Greenpeace hatte 2015 in einer Studie gezeigt, wie die Arbeitsplätze im Lausitzer Braunkohlerevier bis 2030 nahezu vollständig durch den konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energien ersetzt werden können.
Wasserdemo auf der Elbe (Foto: Greenpeace/PressMedia)
Wasserdemo auf der Elbe (Foto: Greenpeace/PressMedia)
Wasserdemo auf der Elbe (Foto: Greenpeace/PressMedia)
Wasserdemo auf der Elbe (Foto: Greenpeace/PressMedia)
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Kommentare

19.06.2017, 22.45 Uhr
tannhäuser | Weg mit den Arbeitsplätzen...
...im Lausitzer Braunkohlerevier!

Und dann 2030? Alle Arbeiter in Vorruhestand oder Weiterbildung schicken, Hauptsache, sie belasten nicht die Arbeitslosenstatistik und gelten als Opfer der Energiewende?

Oder bietet ihnen Greenpeace einen Arbeitsplatz?

Verlängerter Arm der Grünen, mehr fällt mir bei so einer Meldung kurz nach dem Schunkel-Parteitag der Realitätsverweigerungspartei nicht ein.
20.06.2017, 06.44 Uhr
Jörg Thümmel | wie toll die grünen Jobs funktionieren,
kann man gerade am Beispiel Solarworld sehen.

Da wurden dem Sonnenkönig Asbeck (Mitglied der Grünen) für ingesamt mindestens 120 Millionen Euro Steuergelder die Fabrikationsanlagen vom Freistaat Sachsen hingestellt (dürfte am Beispiel Arnstadt mit Fördergeldern des Freistaates Thürnigen nicht anders gelaufen sein). Dank üppig fliessender EEG Umlage und damit indirekter Subventionen sollten in diesen Anlagen dann fleissig Solarmodule hergestellt werden.

Trotz der quasi kostenlos bereitgestellten Produktionsinfrastruktur durch den Steuerzahler und üppigster Subentionen und Vorrangeinspeisung hat es dann leider nicht gerreicht, die Jobs dauerhaft zu sichern (diverse Wirtschaftsprüfer gehen je nach Ansatz davon aus, dass jeder Arbeitsplatz in der Solarbranche zwischen 10000 bis 36000 subventioniert ist. Stattdessen wird lieber über die chinesische Billigkonkurrenz lamentiert und sich aufgeregt, wie der Staat dort die Hersteller subventioniert.

Zumindest hat es beim Sonnengott Asbeck dafür gelangt, sich zwei Schlösser zu erwerben....
Bigotte Dopplemoral, wie bei den Grünen üblich.

Fazit, die Energiewende ist genau so gescheitert wie die Elektromobilität auch wenn ein Herr Schäfer hier immer das Gegenteil behauptet. Beide Branchen können weder den Anforderungen entsprechende, technisch ausgereifte, großindustriell anwendbare Technologien anbieten, noch können sie ihre Produkte ohne Subventionen und Vorzugsbehandlung auf dem Markt anbieten.
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