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So, 10:36 Uhr
05.11.2017
Ablenkung im Straßenverkehr

Gefahr für Radfahrer und Fußgänger

Ablenkung im Straßenverkehr speziell durch Mobiltelefone kann lebensgefährlich sein. Dennoch wird die Gefahr von Ablenkung für Fußgänger deutlich unterschätzt. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Insgesamt 84 Prozent der Befragten schätzen Ablenkung durch Mobiltelefone für Fußgänger als kaum gefährlich (31 Prozent) oder ungefährlich (53 Prozent) ein...


Die Situation wird für Fahrrad- oder E-Bike-/Pedelec-
Fahrer dagegen deutlich ernster eingeschätzt: 79 Prozent aller Befragten halten die Nutzung von Mobiltelefonen auf dem Fahrrad, E-Bike oder Pedelec für gefährlich (50 Prozent) beziehungsweise besonders gefährlich (29 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Umfrage unter mehr als 2.500 Personen in Deutschland von Kantar TNS im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR).

Nur schnell eine Nachricht beantworten oder ein Telefonat führen: Wer sich im Straßenverkehr ablenken lässt, gefährdet sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer: „Mit unserer neuen Aktion #FingervomHandy wollen wir zeigen, wie gefährlich Ablenkung im Straßenverkehr und wie wichtig volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen für alle Verkehrsteilnehmer ist. Passanten und Radfahrer gefährden durch Ablenkung nicht nur sich selbst, sondern können auch Unfälle verursachen, bei denen andere Menschen verletzt oder sogar getötet werden“, sagt Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Ein Großteil der Fußgänger nutzt das Mobiltelefon im Straßenverkehr Fast zwei Drittel der Fußgänger (63 Prozent) gaben in der Kantar-TNS-Umfrage zu, das Smartphone oder Handy im Straßenverkehr zu nutzen. Wenn Fußgänger im Straßenverkehr zum Mobiltelefon greifen, dann vor allem zum Telefonieren ohne Freisprechanlage (58 Prozent*) und zum Lesen (44 Prozent*) oder Schreiben (34 Prozent*) von Textnachrichten.

Im Vergleich zu den Fußgängern geben lediglich 11 Prozent der Fahrrad- oder E-Bike-/Pedelec-Fahrer zu, das Smartphone oder Handy im Straßenverkehr zu benutzen. Greifen Radfahrer im Straßenverkehr zum Mobiltelefon, dann zumeist um vor allem ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren (77 Prozent*), aber auch, um ihr Navigationssystem zu bedienen (12 Prozent*), Textnachrichten zu lesen, mit Kopfhörern oder Headset zu telefonieren oder Musik oder Hörbücher zu hören (je 11 Prozent*).

Runter vom Gas
Mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller befragten Handybesitzer erklärte, durch die Nutzung des Mobiltelefons im Straßenverkehr schon einmal in eine gefährliche Situation geraten zu sein; sieben Prozent hatten deshalb bereits einen Unfall. Von den bereits in eine gefährliche Situation verwickelten Fahrrad- oder E-Bike-/Pedelec-Fahrern haben 27 Prozent* einer anderen Person die Vorfahrt genommen und 22 Prozent* zu spät reagiert. Weitere 22 Prozent* sind fast von ihrem Weg abgekommen. Diejenigen Fußgänger, die abgelenkt durch ihr Mobiltelefon bereits in eine gefährliche Situation gerieten, reagierten zu spät (34 Prozent*) oder übersahen einen anderen Verkehrsteilnehmer (34 Prozent*).

„Ein kurzer Moment der Ablenkung kann im Straßenverkehr fatale Folgen haben. Daher rufen wir mit der Aktion #FingervomHandy alle Verkehrsteilnehmer, auch Radfahrer und Fußgänger, dazu auf, das Mobiltelefon im Straßenverkehr nicht zu nutzen und Anrufe oder Nachrichten erst in einer ruhigen Minute oder dann am Ziel zu beantworten“, sagt Christian Kellner, DVR-Hauptgeschäftsführer.

* Mehrfachnennungen waren möglich.
Grafik (Foto: DVR)
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