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Do, 09:58 Uhr
11.01.2018
Aktuelle Statistik belegt erneuten Anstieg bei Versuchstierzahlen:

2016 fast drei Millionen Tiere „verbraucht“

Der „Verbrauch“ von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken ist 2016 um zwei Prozent gestiegen auf insgesamt 2.854.586 Tiere und damit 54.625 mehr als im Vorjahr....

Die Zahl der Tiere, die in Versuchen meist schmerzhafte Eingriffe und Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, stieg sogar um sieben Prozent auf 2.189.261 Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Politik erneut auf, Tierversuche endlich komplett zu ersetzen wie von Verbraucherminister Christian Schmidt angekündigt. Der Verband hatte zuvor bereits seine Kritik an der direkt vor den Feiertagen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichten Versuchstierstatistik geäußert.

„Die Politik muss endlich handeln und eine konkrete Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen erarbeiten“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Unsere Nachbarn, die Niederlande, sind da schon viel weiter. Ihr Nationaler Ausschuss zu Tierversuchen hat unter anderem einen konkreten Zeithorizont zum kompletten Ausstieg aus Tierversuchen bei der Prüfung von Chemikalien vorgesehen. Die Bundesregierung hat den von der EU verlangten Nationalen Ausschuss einfach an Behördenvertreter übergeben, statt - wie von der EU-Kommission gewünscht und vielerorts realisiert hierfür eine breite gesellschaftliche Basis zu suchen. So bleibt es hierzulande bei Lippenbekenntnissen.“


2016 wurden vor allem Nager (79 Prozent) und Fische (12 Prozent) in Tierversuchen verwendet. Aber auch 3.966 Hunde, 2.418 Affen und 766 Katzen kamen zum Einsatz. Insgesamt 114.824 Tiere mussten nach Einschätzung der Wissenschaftler den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden erleiden. Fast die Hälfte aller Tiere wurde gentechnisch manipuliert eine Zunahme um 93.607 Tiere im Vergleich zum Vorjahr.
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