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So, 11:58 Uhr
04.03.2018
Greenpeace Studie

Deutsche Wälder und der Klimaschutz

Wälder in Deutschland können maßgeblich zum Klimaschutz beitragen, wenn sie stärker geschützt werden. Bis zu 48 Millionen Tonnen CO2 könnten diese Wälder pro Jahr bei einer ökologischeren Bewirtschaftung binden. Nach einer jetzt veröffentlichten Studie des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace würde der Wald bei gleichbleibender Nutzung etwa zwei Drittel weniger klimaschädliches CO2 binden...

Computersimulationen zeigen, dass der Wald bei intensiverer Bewirtschaftung als heute seine Klimaschutzfunktion zeitweilig sogar verlieren könnte. „Deutschland ignoriert das beträchtliche Potential seiner Wälder für den Klimaschutz“, sagt Sandra Hieke, Waldexpertin von Greenpeace: „Im Entwurf des neuen Koalitionsvertrages beabsichtigen CDU/CSU und SPD zudem, noch mehr Holz einschlagen zu lassen. Nicht nur in der Verkehrs- und Energiepolitik, auch in der Forstpolitik nimmt die Bundesregierung ihre Klimaziele nicht ernst." Die Greenpeace Waldvision findet sich auch : online

Lebendigen Laubwälder

Die Greenpeace-Studie untersucht die Auswirkung dreier Szenarien zur Waldbewirtschaftung auf den Schutz von Klima und Natur.

Im ambitionierten Szenario „Waldvision“ können sich mehr Industrieforste bis Anfang des nächsten Jahrhunderts zu naturnahen Laubmischwäldern entwickeln. Diese sind in der Regel widerstandsfähiger gegenüber Stürmen und bieten mehr Lebensraum für Tiere und Erholungsraum für Menschen. Bei diesem Szenario bindet der Wald pro Jahr im Schnitt 48 Millionen Tonnen CO2.

Ein zweites Szenario schreibt die aktuelle Bewirtschaftung fort: Hier bindet der Wald im Schnitt nur 17,2 Millionen Tonnen CO2. Das dritte Szenario analysiert die von der Holzindustrie geforderte intensive Bewirtschaftung und ergibt eine CO2-Minderung um lediglich 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr. „Wird der Wald ökologischer und weniger intensiv bewirtschaftet, steigt sein Beitrag zum Klimaschutz, aber auch zum Naturschutz“, sagt Dr. Hannes Böttcher, Experte für Waldökosysteme und Klimaschutz am Öko-Institut: „Wir zeigen mit der, Waldvision‘ die Synergien auf: Wälder können durch eine andere Bewirtschaftung und effizientere Holznutzung zu beidem beitragen.“

In der weltweiten Krise des Klimawandels sind Wälder unverzichtbar für den Klimaschutz. Sie stabilisieren das Weltklima, speichern schädliches Kohlendioxid und setzen dabei Sauerstoff frei. Ungebremst wird jedoch weltweit alle vier Sekunden Wald in der Größe eines Fußballfeldes zerstört. Etwa die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Holzes wird verbrannt: Es landet in Industrieöfen, Pellet-Heizungen und Kaminen.
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Kommentare

04.03.2018, 12.08 Uhr
Paulinchen | Sag ich doch...
...die Kettensäge ist das falsche Werkzeug zur Hege und Pflege des Deutschen Waldes.
04.03.2018, 14.53 Uhr
Katzengreis | Endlich Biosphärenreservat her
damit der Wald erhalten bleibt!
Ach Quark, Klimawandel findet ja nicht statt ,laut Rückwärts gewandten Politikern. Wir machen beim Klimawandel einfach nicht mit.Kennen wir ja aus DDR Zeiten.
04.03.2018, 17.01 Uhr
sputnik | Klimaschutz muss man global und nicht nur national sehen
Eine von einer Interessengruppe beauftragte Studie - hm interessant. Wie neutral und objektiv ist diese denn nun? Was nützen solche Gedanken, wenn die neue Bundesregierung lt. Koalitionspapier und anderer Verträge und Aussagen solche Ziele gar nicht mehr verfolgen wollen und alles nach weit hinten schieben, bloß um keine Arbeit zu haben und der Lobby bloß nihct auf die Füße treten zu müssen?! Dann sollte man den Blick auch über den Tellerrand richten und global denken! Was machen unsere Nachbarn und andere Länder?! Ich glaube nicht dass Wind und andere Naturgewalten, die das CO2 und andere "Unwolhtaten und Emmissionen" auch über Kontinente weiter tragen dann ausgerechnet an der Deutschen Staatsgrenze halt machen?! Hat man uns ja (auch) doch bei der Katastrophe von Tschernobyl so weiß machen wollen?! Der Blick von Greenpeace und der Studie für nur Deutschland ist hier zu kurz gefasst. Man kann die Emmissionen nicht nur klein-regional betrachten und behandeln, da spielt die Natur schon nicht mit.
04.03.2018, 23.13 Uhr
Andreas Dittmar | Es geht uns alle etwas an
Ein Biosphärenreservat scheint ja bei einigen Leuten der Joker zu sein wenn es um den Schutz der Umwelt geht @Katzengreis . Ich bin der Meinung, dass der Wald kein Lagerhaus ist, das man gnadenlos leer räumen kann, wenn man Spanplatten, Möbel und Heizmaterial braucht. Man muß nachhaltig wirtschaften. Wenn man Wind- und Schneebruch aufarbeitet oder nach einem Holzeinschlag wieder aufforstet und zwar nicht nur in Monokultur kann man dem Wald helfen sich selbst zu regenerieren. Das dauert seine Zeit und daher sollte man mit dem Rohstoff Holz sorgsam umgehen. Auch die Jagt gehört aus meiner Sicht zu einer vernünftigen Waldwirtschaft. Wenn wir nur noch dazu in der Lage sind in Biosphärenreservaten Natur nachhaltig zu schützen und zu entwickeln dann passt etwas nicht oder wir geben zu viel Geld für Verwaltung und Nebensächlichkeiten aus.
http://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Realer-Irrsinn-Biosph%C3%A4renreservat-im-Ha/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3709210&documentId=22805184
Ich denke in diesem Artikel ist alles gesagt, sogar zum Schein-Pro-Argument: Fördermittel erhalten.
Ressourcenschonend wirtschaften, keinen Müll abladen, bei Waldbrandgefahr nicht rauchen, In Naturschutzgebieten auf den Wegen bleiben, uvm. sind die besten Garanten dafür, das uns der schöne Wald noch lange erhalten bleibt
05.03.2018, 09.40 Uhr
Peppone | "Waldvision" sagt doch alles
Mich würden mal die Berechnungsgrundlagen für diese Mondzahlen interessieren. Während die Forstwirtschaft auf Grundlage einer wissenschaftlichen Forsteinrichtung (Taxation) mit Betriebsplänen nachhaltig wirtschaftet, hat man bei Greenpeace "Waldvisionen" mit Zahlen, die bitte wie ermittelt wurden? Mit der Klassenlotterie? Stramme Behauptungen sind mitunter zwar besser als schlechte Beweise, aber ein bisschen präziser darf man seine Zahlen schon hinterlegen.

Und Sie sagen viel @Paulinchen. Sie sagen so viel, dass Sie offenbar schon selbst nicht mehr wissen, was Sie alles sagen. Vor ein paar Tagen wollten Sie noch im Nationalpark die Kettensäge schwingen und mit Harvestern den Jungwald zerstören.
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