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So, 10:46 Uhr
11.03.2018
Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr zum Tod von Kardinal Karl Lehmann

"Ich trauere um einen väterlichen Freund..."

Erfurts katholischer Bischof Ulrich Neymeyr hat den heute am frühen Sonntagmorgen (11. März) verstorbenen Mainzer Kardinal Karl Lehmann als einen „nicht nur theologisch höchst gebildeten Kirchenmann mit einer tief verwurzelten Frömmigkeit“ gewürdigt....

Lehmann habe über „unglaublich viele Verbindungen in die Gesellschaft“ verfügt und dabei nie den Blick für den einzelnen Menschen verloren. „Ich selbst trauere um einen guten väterlichen Freund. Das Bistum Erfurt trauert um einen großen Mann der katholischen Kirche in Deutschland, der immer auch ein waches Gespür für die Besonderheiten der Katholiken in der ostdeutschen Diaspora hatte“, sagte Bischof Neymeyr, der selbst aus dem Bistum Mainz stammt.

Als Karl Lehmann 1983 dort Bischof wurde, arbeitete Neymeyr gerade ein Jahr als Kaplan. „Während meiner ganzen Zeit als Priester und als Weihbischof in Mainz war Kardinal Lehmann mein Bischof.“ Trotz vielfältiger Aufgaben und Verpflichtungen für die Deutsche Bischofskonferenz sei Lehmann stets auch im Bistum Mainz präsent gewesen.

„Dank seines hervorragenden Gedächtnisses für Menschen und ihre Geschichten, kannte er die Priester seines Bistums sehr gut“, erinnert sich Neymeyr. Dies habe ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zum Bischof wachsen lassen.

Wie sehr sich der Mainzer Bischof für die Gläubigen in Ostdeutschland eingesetzt hatte, wurde Neymeyr bewusst, als er 2014 als neuer Bischof nach Erfurt kam. „Schon zu Zeiten der DDR gab es starke Verbindungen der hiesigen Kirche nach Mainz.

Nach der friedlichen Revolution und der lang ersehnten Deutschen Einheit war Kardinal Lehmann häufig in den ‚neuen Bundesländern‘ unterwegs, um das gegenseitige Verständnis von Katholiken in Ost und West voran zu bringen“, so Neymeyr. Und nicht zuletzt habe Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz auf eine überzeugende Weise für die Integration der ostdeutschen Berliner Bischofskonferenz in die gesamtdeutsche Bonner Bischofskonferenz gesorgt.

„Der Tod von Kardinal Lehmann ist ein großer Verlust, auch für die Ökumene. Sein außergewöhnliches Engagement auf diesem Gebiet wird in Ost und West gleichermaßen geschätzt“, betonte Neymeyr und rief dazu auf, für den verstorbenen Kardinal zu beten.
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