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Mo, 11:56 Uhr
07.05.2018
Insektensterben:

Mehrheit der Deutschen gegen neue Pestizide

Eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Zulassung neuer Spritzmittel ab, die Glyphosat oder für Bienen schädliche Wirkstoffe enthalten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des Umweltinstituts...


„Es gibt in der Bevölkerung einen breiten Rückhalt dafür, gefährliche Pestizide zu verbieten oder gar nicht erst auf den Markt kommen zu lassen. Die Bundesregierung sollte sich daran orientieren und das Thema Pestizidreduktion viel offensiver angehen,“ so Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft beim Umweltinstitut München zu den Ergebnissen der aktuellen forsa Umfrage.

Das Meinungsforschungsinstitut hatte in einer repräsentativen Studie im Auftrag des Umweltinstituts 1.001 Menschen in Deutschland befragt. 88 Prozent der deutschen Bürgerinnen und Bürger sind demnach gegen die Zulassung neuer Insektizide, die für Bienen und andere Fluginsekten schädliche Wirkstoffe enthalten. 81 Prozent lehnen außerdem die Genehmigung Glyphosat-haltiger Spritzmittel ab. Als Totalherbizid trägt Glyphosat zum Artensterben bei, indem es Insekten und Vögeln die Nahrungsgrundlage entzieht.

„Die Menschen in Deutschland wollen raus aus der Pestizid-Tretmühle. Sie haben sehr gut verstanden, dass wir nicht immer wieder ein Pestizid gegen das andere austauschen können, um uns dann zu wundern, dass unsere Umwelt immer weiter verarmt“, so Vogt. Aus Sicht des Umweltinstituts gehe der Plan von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Genehmigungsverfahren für Pestizide zu beschleunigen, deshalb in die völlig falsche Richtung. „Wir brauchen keine Beschleunigung der Zulassungsverfahren für Pestizide, sondern einen vollständigen Stopp“, so Vogt.

Aktuell laufen in Deutschland mehrere Zulassungsverfahren für Spritzmittel mit neuen Wirkstoffen wie Sulfoxaflor und Cyantraniliprol. Wie die erst kürzlich im Freiland verbotenen Neonicotinoide sind auch diese Wirkstoffe hochgiftig für Bienen und andere Insekten. „Die Bundesregierung kann sich nicht für das Verbot einiger Neonicotinoide feiern lassen, wenn sie kurz darauf neue Gifte zulässt, die kaum weniger schädlich für die Bienen sind“, so Vogt.

Neben einem Zulassungsstopp für neue Pestizide fordert das Umweltinstitut von der Bundesregierung, im angekündigten „Aktionsprogramm Insektenschutz“ konkrete Maßnahmen festzulegen, um den Pestizideinsatz drastisch zurückzufahren. Nur so ließe sich der dramatische Artenverlust stoppen.
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Kommentare

07.05.2018, 21.47 Uhr
N. Baxter | Fahrverbote
gegen Insektensterben - meine Frontscheibe sieht schon wieder aus...
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