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Di, 11:47 Uhr
15.05.2018
Leinefelde-Worbis

Die Würfel sind gefallen: Landesgartenschau 2024

„Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ - so lautete das Thema der Bewerbung der Stadt Leinefelde-Worbis für die Landesgartenschau im Jahr 2024. Nun hat die Stadt den Zuschlag bekommen....

Bürgermeister Marko Grosa reiste heute persönlich nach Erfurt, um den Staffelstab vom Ministerpräsidenten Bodo Ramelow entgegenzunehmen. Pünktlich zum 31. März 2017 war die Bewerbungsmappe der Eichsfeldstadt in Erfurt eingegangen. Gut ein Jahr hat es gedauert, bis die Landesregierung entschieden hat, wer die 5. Landesgartenschau in Thüringen ausrichtet.

Aber nun ist die Freude groß im Landkreis Eichsfeld, dass sich die Stadt Leinefelde-Worbis im Jahr 2024 einem großen Publikum präsentieren darf. Die Leinefelde-Worbiser Bewerbung wurde von der Landesgartenschau-Jury vor fast genau einem Jahr vor Ort auf Herz und Nieren geprüft.

Eine 16-köpfige Kommission, die der Landesregierung die Empfehlung geben sollte, wer die nächste Landesgartenschau in Thüringen ausrichten sollte, reiste in die Bewerberorte.

Nach Mühlhausen und dem Städtedreieck
Saalfeld/Rudolstadt/Bad Blankenburg war Leinefelde am 16. Mai die dritte Station der Jury, die sich danach noch in Altenburg - der vierten Thüringer Bewerberkommune - umschaute.

Zunächst wurde die Kommission im Foyer der Obereichsfeldhalle zu einem einführenden Vortrag des mit der Machbarkeitsstudie für eine
Landesgartenschau in Leinefelde beauftragen Berliner
Landschaftsarchitekturbüros SINAI empfangen. Dazu hatte die Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis auch einige wichtige Partner eingeladen - unter anderem die
Wohnungsgesellschaften, das Straßenbauamt Nordthüringen, Abwasser- und Wasserzweckverband, das Amt für Flurneuordnung, den Landtagsabgeordneten Gerold Wucherpfennig und auch Landrat Werner Henning. Letzterer machte der Kommission deutlich, dass die Stadt Leinefelde-
Worbis für solch ein Projekt der geeignete Partner sei, schon mit dem Stadtumbau bewiesen habe, dass sie innovativ vorangehen könne.

Bei der anschließenden Stadtrundfahrt, bei der die Jury das vorgeschlagene Gebiet der Landesgartenschau, das von der Leinefelder Südstadt bis zum Birkunger Stausee reicht, in Augenschein nehmen konnte, bekam unter anderem Altbürgermeister Gerd Reinhardt die Gelegenheit, die schon erfolgreich umgesetzten Projekte des Stadtumbaus vorzustellen.

Mit der Bewerbung um die Landesgartenschau 2024 stellt sich die Stadt Leinefelde-Worbis nach dem erfolgreichen Stadtumbau in Leinefelde wieder
einer großen Herausforderung. In gewisser Weise knüpft das neue Vorhaben an das vorherige an.

„Wir setzen uns damit selbst unter Druck, das Begonnene nun fortzusetzen“, sagte Bürgermeister Marko Grosa, als die Stadt die Bewerbung
abgegeben hatte. Ihm ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur die Gartenschau um ihrer selbst willen ausrichtet, sondern alles dafür Geschaffene auch Sinn für die Kommune macht, nachhaltig für die Bürger ist.

Die Pläne greifen die schon bestehende Grüne Achse auf, die von Nord nach Süd durch Leinefelde verläuft, setzen sie fort, bauen sie aus. So sollen in den
Plattenbauquartieren der Leinefelder Südstadt verschiedene Themengärten entstehen.

Am südlichen Stadtrand Leinefeldes stellen sich die Planer die neue Gartenstadt vor - gleichzeitig Hauptausstellungsgelände der Gartenschau. Hier
stehen dann im Jahr 2024 zur Landesgartenschau Musterhäuser, laden Straßen
und Wege zum Flanieren ein. Bestaunt werden können verschiedenste Vor-
und Hausgärten. Komplettiert wird dieser Ausstellungsbereich mit dem
notwendigen Veranstaltungsgelände samt Bühne und Blumenhalle -
obligatorisch bei jeder Gartenschau. Gleich nach der Gartenschau soll die
Gartenstadt als Eigenheimgebiet dienen - die schon erschlossenen Flächen
werden mit weiteren Eigenheimen bebaut, die schon fertigen Musterhäuser an
Interessenten veräußert.
Weiter im Süden präsentiert sich der Flusslauf der Ohne zur Landesgartenschau
renaturiert, lädt mit naturnahen Bepflanzungen, Feuchtbiotopen und
Streuobstwiesen zum Spazierengehen ein. Der Spaziergang ist dann ohne lange
Umwege bis zum Birkunger Stausee fortsetzbar, an dem sich die Stadt
touristische Angebote wünscht, in Form eines Campingplatzes, mit
Gastronomie, einer Bootsanlegestelle und mit einem Badebereich am
Nordufer. Dafür soll zum See ein ganz neuer Weg angelegt werden, der
Leinefelde auf dem kürzesten Weg mit dem Gewässer verbindet. Die
Schwierigkeit: Es sind Bahngleise zu kreuzen.

Erste Ideen sind zu Papier gebracht und mit einer Machbarkeitsstudie sowie
einem Finanzplan untersetzt. Es wird mit Investitionen in Höhe von knapp 18
Millionen Euro gerechnet, bei einer Förderquote von durchschnittlich 60
Prozent. Die konkreten Planungen müssen jetzt beginnen.

Eine Arbeitsgruppe „Landesgartenschau“ ist innerhalb der Stadtverwaltung schon in der Bewerbungsphase gebildet worden und blieb im Laufe des vergangenen Jahres auch nicht untätig. Bereits nächste Woche trifft sie sich zur Klausurtagung, um die ersten wichtigen Entscheidungen nach dem Zuschlag für die Landesgartenschau 2024 zu fällen.
Natalie Hünger, Stadtverwaltung
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