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Sa, 23:04 Uhr
09.06.2018
Radfernfahrt "Deutsche Alleenstraße"

Gegen Neubau Ortsumgehung

Die Radfernfahrt "Deutsche Alleenstraße" hat am 7. Juni das Grüne Band am ehemaligen Grenzübergang bei Teistungen passiert und dort Aktive der Schutzgemeinschaft Hahletal-Pferdeberg getroffen....

RADFERNFAHRT (Foto: hOFFMEIER)
Mitglieder der Schutzgemeinschaft informierten über den möglichen umweltverträglichen Ausbau der B 247 und sprachen sich gegen den zerstörerischen Neubau der Ortsumgehungen Ferna-Teistungen und Duderstadt aus. Organisiert wird die Radfernfahrt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der damit für den Erhalt der Alleen und grundsätzlich für einen besseren Natur- und Umweltschutz wirbt.

Gegen Ortsumgehung (Foto: Hoffmeier)
Dazu erklärt Michael Hoffmeier, einer der Sprecher der Schutzgemeinschaft:
„Die Teilnehmer der Radfernfahrt zeigten sich besorgt über die Eingriffe, die mit dem Bau der Ortsumgehungen Ferna, Teistungen und Duderstadt verbunden wären. Durch den Neubau der B 247 würde der Flächenfraß im Eichsfeld weiter angeheizt werden. Allein für die neue Trasse und die Nebenanlagen würde eine Fläche von mehr als 36 Hektar beansprucht. Mit der Ortsumgehung von Mingerode und Obernfeld wären es sogar 56 Hektar. Wertvolle Flächen für den Naturschutz gehen dabei am Pferdeberg genauso verloren, wie fruchtbare Ackerböden in der Goldenen Mark.

Dazu kommen die notwendigen Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, für die 168 Hektar benötigt werden. Insgesamt summiert sich der Flächenbedarf für die Ortsumgehungen von Obernfeld bis Ferna auf 224 Hektar! Ein irrwitziger Flächenbedarf, der durch den bestandsnahen Ausbau der B 247 vermeidbar ist.

Das stark rückläufige Verkehrsaufkommen, lässt bereits heute und erst recht in Zukunft über die vorhandene Straße abwickeln. Die Verkehrsprognose des Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 bestätigen das auch.

Durch die LKW-Maut auf Bundesstraßen ist auch mit einem noch weiter zurückgehenden LKW-Aufkommen zu rechnen. Deshalb ist die von der Straßenbauverwaltung geplante neue Umgehungsstraße bei realistischer Betrachtung nicht bauwürdig und hat keine positive Wirkung, sondern zerstört nur ein Stück Eichsfelder Heimat. Zudem werden durch die Umgehungsstraße die Busverbindungen umständlicher und unattraktiver.

Wir brauchen aber eine umfassende Verkehrswende auch im ländlichen Raum anstatt auf teure Straßen zu setzen, wo diese nicht gebraucht werden. Eine Verkehrspolitik, die auf ressourcenraubenden und zerstörerischen Straßenbau setzt, hat keine Zukunft. Mit dem Schnellbus Göttingen Duderstadt ab Frühjahr 2019 wird ein sehr wichtiger Impuls zur Verbesserung des Nahverkehrs der Region gegeben. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Südniedersachsen und Nordthüringen muss weitergehen und besser vernetzt werden.

So steht aktuell die Frage im Raum: Was ist mit dem schon lange diskutierten Stadtbus für Duderstadt? Dieser Baustein eines attraktiven Nahverkehrs muss ebenso zügig in Angriff genommen werden wie ein verlässliches Rufbussystem in die Dörfer der Stadt Duderstadt."
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