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Mo, 16:49 Uhr
02.07.2018
Verbraucherzentrale warnt vor Abzockern

1400 Euro für den Schlüsseldienst

Den nächstbesten Schlüsseldienst zu rufen, kann teuer werden. Die Verbraucherzentrale warnt erneut vor unseriösen Anbietern, die vor Sachbeschädigung und Nötigung nicht zurückschrecken...

„Ich war völlig perplex, ich wusste nicht, wie mir geschieht.“ Mit diesen Worten schilderte ein angehender Student aus Nordhausen, was ihm am Freitag passierte. Er hatte sich aus seiner Wohnung ausgesperrt. Mit dem Handy suchte der 20-Jährige im Internet nach einem Schlüsseldienst. Der kam, öffnete die Tür zweimal, ließ sie jedoch auch zweimal wieder zuschnappen.

Dann baute er ein neues Schloss ein, obwohl das nicht nötig gewesen wäre. Im Anschluss nötigte er den jungen Mann, eine Rechnung über 1400 Euro noch im Treppenhaus zu begleichen.

Nachfragen aufgrund von völlig überhöhten Rechnungen für eine Türöffnung häufen sich momentan bei der Verbraucherzentrale Thüringen. Die Summen liegen zwischen 500 und 1500 Euro. „Das ist Abzocke und kriminell“, sagt Dirk Weinsheimer, der in Erfurt Verbraucher berät. Im Jahr 2017 haben die Verbraucherzentralen in einem bundesweiten Marktcheck Preise für seriöse Schlüsseldienste erhoben. In Thüringen zahlt demnach, wer sich ausgesperrt hat, werktags rund 60 Euro und an Sonn- und Feiertagen beziehungsweise nachts rund 103 Euro.

Im Fall des Studenten aus Nordhausen rammte der Schüsseldienst-Mitarbeiter die Tür zuerst mit der Schulter auf. Danach nutzte er eine Karte, um die Tür zu öffnen. Nachdem er sie erneut zufallen hatte lassen, bohrte er unnötig das Schloss auf, mit dem Ziel, ein neues überteuert zu verkaufen. „Das ist Sachbeschädigung“, sagt der Jurist Dirk Weinsheimer. „Ich rate hier, bei der Polizei Anzeige zu stellen.“

Letztendlich ist es schwierig, den Abzockern das Handwerk zu legen. Die Adressen auf den Rechnungen sind ausgedacht, Straßennamen erfunden. Dirk Weinsheimer: „Hinter dem angeblichen Firmeninhaber steckt oft eine lokale Sportlergröße, deren Name missbraucht wird.“ Viele der Firmen geben ihren Sitz im Ruhrgebiet an.

Vorsicht ist daher geboten: Am besten einen Schlüsseldienst in der Nähe aufsuchen, sich von dessen Dienstleistung überzeugen und die Telefonnummer ins Portemonnaie legen. Wer doch an die Falschen gerät, sollte keinesfalls horrende Rechnungen bezahlen. „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und rufen Sie die Polizei“, rät Dirk Weinsheimer. Ist die Rechnung erst beglichen, gibt es wenig Chancen, das Geld zurückzuholen.

Die Verbraucherzentrale unterstützt Bürger, die abgezockt wurden und berät rund um Rechnungen und Verträge. Alle Beratungsstellen finden Sie unter www.vzth.de.
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