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Do, 11:59 Uhr
05.07.2018
Sollen gegen Depressionen helfen:

WhatsApp und Facebook täglich länger nutzen

Eine aktuelle Studie der Universität Erfurt konnte nachweisen, dass sich Menschen mit einer depressiven Symptomatik durch die Nutzung sozialer Medien eher besser als schlechter fühlen. Rund 700 Personen wurden zu ihrem Online-Verhalten und ihrer psychischen Situation befragt...

Projektgruppe Continue (Foto: BARMER)
Die Forscher des Instituts für Kommunikationswissenschaften (Bild) führen das gesteigerte Wohlbefinden vor allem darauf zurück, dass sich depressiv Erkrankte stärker eingebunden fühlen und ihr Bedürfnis nach Teilhabe befriedigen können. Die BARMER hat die Studie unterstützt, da psychische Erkrankungen inzwischen immer häufiger diagnostiziert werden. Sie sind nach Rückenschmerzen und Atemwegserkrankungen die Hauptursache für Krankschreibungen in Thüringen.

„Soziale Medien durchdringen heute den Alltag vieler Menschen. Sie können sich sowohl positiv als auch negativ auf das Wohlbefinden ihrer Nutzer auswirken. Doch wie wirken sich verschiedene Nutzungsformen aus? Welche sozialen Medien tragen zum Wohlbefinden bei?

Mit unserer Studie möchten wir dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem Wohlbefinden von Menschen aufzuklären. Aufgrund der enormen Verbreitung sozialer Medien handelt es sich hierbei um ein Thema mit höchster gesellschaftlicher Relevanz“, sagt Laura Koch, Sprecherin der Projektgruppe #cont;nue. Ein Jahr lang arbeitete die Gruppe von acht Studentinnen an dieser Studie.Vor allem WhatsApp und Facebook täglich länger genutzt
Die Studie konnte belegen, dass depressive Symptome sowohl Nutzungshäufigkeit und -dauer als auch die Nutzungsweise sozialer Medien signifikant beeinflussen. Vor allem WhatsApp und den Facebook-Messenger nutzen Menschen mit entsprechenden Symptomen täglich länger als Gesunde. Außerdem zahlt vor allem die aktive Nutzung von Instagram, WhatsApp und Facebook auf das Wohlbefinden ein. Das heißt, wer mehr Fotos und Videos postet sowie häufiger Nachrichten schreibt, fühlt sich insgesamt wohler.

„Wir sehen im Netz ein großes Potenzial, um Menschen mit psychischen Beschwerden, zu helfen. Insbesondere junge Leute holen wir mit online-basierten therapeutischen und präventiven Angeboten genau dort ab, wo sie sich aufhalten“, erklärt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER. „Wir haben festgestellt, dass viele Betroffene zunächst nicht zum Arzt gehen, sondern erste Hilfe im Internet suchen. Deshalb bieten wir ihnen Programme zur Stärkung der psychischen Gesundheit oder Achtsamkeits-Kurse als niedrigschwellige Hilfe an. Für Studierende entwickeln wir außerdem derzeit das Programm Studicare, da wir festgestellt haben, dass mit der Dauer des Studiums die Zahl psychischer Diagnosen stark ansteigt.“

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Beeinträchtigungen mit steigender Tendenz. Laut Deutscher Depressionshilfe ist mittlerweile jeder fünfte Deutsche einmal in seinem Leben von einer depressiven Phase betroffen. Die Folgen und Auswirkungen dieser Krankheit auf die physische und psychische Gesundheit, insbesondere auf das Wohlbefinden, sind erheblich.
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Kommentare

05.07.2018, 12.56 Uhr
AktenzeichenXY | Hm - seltsam,
Noch vor wenigen Jahren war es genau umgekehrt. Und jetzt kann Facebook sogar helfen zu heilen - komisch, die mit ihren Studien. Bei mir wars jedenfalls umgekehrt, bin nun seit etlichen Jahren weg von Facebook & mir geht's prima. (und auch wegen den Datenschutz Thema - noch ein Grund, da raus zu gehen).
05.07.2018, 19.51 Uhr
Pe_rle | soziale Netzwerke
also soll jetzt Facebook& Co helfen das es allen besser geht???
Na ja das sehe ich wahrscheinlich als einziger anders,10 Leute am Tisch ,keiner redet,alle tippen irgend einen Schwachsinn in Ihr Handy. Und das ist dann ein Fortschritt ?????????
Man gut das in Zukunft durch solch einen "Bildungsfortschritt " alles besser wird.
Mein Handy liegt nur für Notfälle im Auto , und dafür ist es ja auch da , zumindest für mich
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