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Mi, 09:38 Uhr
12.09.2018
Leinefelde

Erst Demo, dann ruhige Sitzung

Zum Hauptausschuss am Montag in Leinefelde gab es mal keine Streitereien oder große Diskussionen und vor allem, zum Ende waren auch gar keine Zuschauer/Besucher da. Das hat es lange nicht gegeben. Dafür war umso mehr Krach vor dem Gebäude….

Demo auf Rasen (Foto: Ilka Kühn)
Und zwar eine nicht angemeldete Demonstration von etwa 120 Männern, Frauen und Kindern, die für das Hallenbad Wipperwelle in Worbis lautstark protestierten. Auf Transparenten stand u.a. “Wir wollen Schwimmunterricht” und “...der Scharfenstein kann warten, Reha nicht…” Die Protestanten hatten sich auf der Wiese neben dem Rathaus Wasserturm aufgestellt. Es wurden Stimmen laut, die riefen, der Bürgermeister solle doch endlich herauskommen. Doch Marko Grosa war noch gar nicht im Haus und kam auch wenige Minuten wegen eines anderen Termins zur Sitzung zu spät.

Vor Eingang (Foto: Ilka Kühn)
Die Demonstranten zogen dann zum hinteren Eingang. Erst da sahen sie ein Banner der Stadtverwaltung auf dem stand, dass man das Thema Wipperwelle in Ruhe lösen werde.

Marko Grosa (Foto: Ilka Kühn)
Der Bürgermeister und Ortsteilbürgermeister kamen dann heraus. Marko Grosa sagte u.a., dass polemisiert wird ohne dass schon etwas entschieden worden war und er gar keine Chance hatte, sich zu äußern. Von Schließung des Bades sei nie die Rede gewesen. Dass die Reparatur jetzt länger dauere als geplant, sei auf die marode Technik zurückzuführen, für deren Reparatur zusätzlich 75 000 Euro ausgegeben werden müssen. Doch er sei sich sicher, dass sowohl der Hauptausschuss als auch der Stadtrat das Geld bewilligen. Er machte den Demonstranten aber auch deutlich, dass er selbst den Beschluss zum Erhalt der Wipperwelle unterzeichnet hatte.

Der Hauptausschuss gab dann auch sein ok, der Stadtrat tagt erst am 24. September 2018 wieder.

Geschäftsführer der Sport- und Freizeit GmbH Andreas A. Ebert konnte im Hauptausschuss noch einige Worte zur notwendigen Reparatur sagen. Lange vorher hatte er bereits in der Einwohnerversammlung in Worbis auf die marode Technik hingewiesen.

Es ist ein Hallenbad, dass in den 60er Jahren entstanden ist. Dementsprechend sieht es im Keller mit der Technik aus. Die 75 000 Euro, die jetzt zusätzlich ausgegeben werden müssen, sind nicht das Ende der Fahnenstange. Es werden weitere Reparaturen folgen. Marko Grosa sprach einen herzlichen Dank dem Förderverein der Wipperwelle aus, der sich bereit erklärt hat, 8000 Euro zur Verfügung zu stellen. Grosa schlug vor, dass man mit diesem Geld etwas schaffen sollte, was auch die Badegäste sehen können. Die Reparatur wird wohl bis Anfang Oktober dauern.

Im Hauptausschuss wurden noch viele Beschlüsse gefasst, Missverständnisse geklärt, über Finanzen gesprochen und und und. Im Stadtrat stehen dann logischerweise die gleichen Themen an, so dass sich bei den Informationen Marko Grosa kurz fasste. Und Glückwünsche gab es auch - für das Mitglied des Hauptausschusses Petra Oberreich. Sie hatte Geburtstag.

Nochmal zur Demo oder Protestaktion: Wie einfach wäre es, wenn die Menschen wieder miteinander richtig reden würden, wenn man statt Streit und Missgunst das Gespräch sucht. Aber heutzutage hören viele gar nicht mehr zu, bekommen nicht mit, was geplant ist, weil sie sich vorher gar nicht dafür interessieren. Und bei manchen Mitbürger hat man das Gefühl, hier geht es nur darum, sein Wort - ganz gleich wen es trifft - zu erheben, um sich in den Mittelpunkt zu rücken oder überhaupt etwas zu sagen, so nach dem Motto: wir leben ja in einer Demokratie und jeder kann sich äußern.

Da haben sicher vor allem die einstigen DDR-Bürger noch dran zu knuppern, die sich damals nicht äußern konnten. Jetzt können sie, was ja auch gut ist. Aber nicht zu verstehen, warum man jetzt herum brüllt, andere aufzuhetzen versucht, die aus Sympatie auch noch mitmachen, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Schade. Und manchmal hat man dann auch keine Lust mehr darüber zu schreiben…
Ilka Kühn
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