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Do, 20:14 Uhr
13.09.2018
Thüringen's Glücksspiel in der Klemme

Wer weiß, wo es langgeht?

Das Glücksspiel in Thüringen ist durch den Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Was ist mit den ganzen Online Casinos, die eine deutsche Lizenz aus Schleswig-Holstein haben? Kann man da spielen...

Prävention ist wichtig (Foto: privat)
Seit der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2008 zum ersten Mal sein Haupt erhob, stand er fast ständig unter Druck. Aus anderen europäischen Ländern warf man ein misstrauisches Auge über die inzwischen entfernten Grenzen und auch innerhalb Deutschlands, in den einzelnen Ländern, war man sich nicht so ganz sicher, was man davon halten sollte.

Zunächst einmal unterzeichnete man den Vertrag, denn die deutsche Natur ist im Prinzip ja ordnungsliebend. Nachdem man auf diese Weise Ordnung geschaffen hatte, kamen jedoch die Zweifel. Und ein Staat entzweite sich am Ende gar mit der gesamtdeutschen Lösung - Schleswig-Holstein vergab auf eigene Faust wieder Glücksspiellizenzen.

In Thüringen blieb man der Sache treu. Vor allem einem der Hauptgründe, warum der Glücksspielstaatsvertrag vermeintlich erst entstand - dem Spielerschutz, dem Schutz vor Spielsucht, dem Schutz der Minderjährigen.

Spielerschutz und der Glücksspielstaatsvertrag in Thüringen
Der Staat Thüringen geht der Aufgabe, Suchtverhalten vorzubeugen und zu therapieren, mit viel Energie nach. Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie geht davon aus, dass im Freistaat Thüringen zurzeit ca. 10.000 Menschen von Spielsucht betroffen sind.

Solche Zahlen sind schwer festzulegen, erstens da nicht jeder, der von Glücksspielsucht betroffen ist, dies auch erkennt und zweitens, dies wohl auch nicht oder nicht gleich meldet. Die hohe Zahl bedeutet, dass es schon ein durchaus ernstzunehmendes Thema ist. Daneben steht aber auch eine Zahl von Millionen von Spielern, die kein Suchtproblem haben. Der Bruttoumsatz aus Glücksspiel in Deutschland in 2016 lag bei fast 13.5 Millionen Euro. Dabei darf man davon ausgehen, dass tatsächlich die wenigsten Spieler regelmäßig spielen oder hohe Summen ins Spielcasino tragen.

Kann man das Ganze dann etwas lockerer sehen und auch die ausländischen Online Casinos ins Land lassen oder ihnen gar eine deutsche Lizenz erteilen?

Bei seriösen Online Casinos kann sich der Spieler sicher fühlen

Wenngleich der Anspruch der Thüringer Regierung an die Suchtprävention sehr wichtig ist, so sind sie ja nicht die einzigen, die sich mit dem Thema befassen. Die Suchtprävention bei seriösen Online Casinos ist, ganz im Gegenteil, eine ernste Sache. In einem seriösen Online Casino nimmt man sich der Sache auch mit entsprechendem Ernst an. Die verschiedensten Maßnahmen sollen dabei dazu dienen, den Spieler quasi vor sich selbst zu schützen.

Zum Beispiel gibt es Einzahlungslimits. Damit kann sich der Spieler ein selbstbestimmtes Limit setzen und festlegen, wieviel Geld er in einer Woche/einem Monat höchstens im Spielcasino einzahlen will. Selbstverständlich kann man bei seinem eigenen Spielkonto dieses Limit auch ändern, also wieder erhöhen. Doch da wird in der Regel eine Bedenkzeit von mindestens 24 Stunden eingerichtet, in der diese Änderung nicht möglich ist, damit niemand im Spielfieber das Limit erhöht.

Es gibt Session Limits, also das Limit für die Spielzeit. Manchmal fragt sogar der Kundendienst nach, falls ein ungewöhnliches Verhalten auffällt, z.B. ein Spieler, der normalerweise eher gelegentlich und nur kleine Beträge einzahlt, plötzlich häufig und hohe Beträge überweist.
So ist man also bei seriösen Online Casinos tatsächlich ganz gut betreut. Ist der deutsche Casinospieler von daher ein wenig überbeschützt?

Unklare Gesetzeslage in Deutschland
Da Deutschland sich in dieser Grauzone befindet, ist der normale Casino- oder Lottospieler, oder auch der Sporttipper gelegentlich verwirrt, das kann man getrost behaupten. Darf man nun bei diesem oder jenem Online Anbieter seine Sportwette platzieren, oder den Tippschein ausfüllen? Werden Gewinne ausgezahlt, oder muss man die an den Fiskus abgeben?

In Thüringen, genau wie anderswo, lässt man sich davon jedoch nicht beirren, und erfreut sich währenddessen weiter am Glücksspiel. Einige gehen einfach hin, füllen ihren Tippschein aus, und gewinnen dabei sogar noch. Ob man das nun bei Lottoland, Tipp24 oder der Thüringer Staatslotterie tut, wen kümmerts am Ende?

In Thüringen wird weitergezockt - Staatsvertrag hin oder her
Jetzt sind die Zeiten der etwas schattigen ersten Glücksspiellizenzen aus den Karibikstaaten ja vorbei. Heute hat der Kunde viel Auswahl unter Online Casinos, privaten Online Lotterie Anbietern und auch Online Sportwettenanbietern mit seriösem Hintergrund, dass man eigentlich schon die Qual der Wahl hat.

Das trifft sich auch ganz gut, denn Glücksspiel gewinnt in der Region an Beliebtheit. Unbesorgt und sicher kann man bei vielen Anbietern ein Spielchen wagen, oder eine Wette auf den neuen Europameister platzieren, oder was sich sonst so anbietet.

Mag es dem einen oder anderen auch kompliziert erscheinen - der Glücksspielstaatsvertrag, die Länder und europäisches Gesetz. So lange man sein Budget dabei im Auge hält, spricht nichts dagegen, sein Glück bei dem einen oder anderen Anbieter zu versuchen.
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