Sa, 14:00 Uhr
15.02.2025
Zugeguckt
Zwei fulminante Uraufführungen
Tosender Applaus für zwei fulminante Uraufführungen - was für ein wunderbarer, außergewöhnlicher Ballettabend in unserem Theater. Das sollte niemand verpassen, meint nnz-Autorin Sabine Schröder...
Ballett-Premiere im Nordhäuser Theater (Foto: S. Schröder)
Aber von vorn: Zugegeben, früher, also viel früher, konnte ich mit Ballett nicht viel anfangen. Vielleicht waren es Vorurteile, vielleicht auch eine Veranstaltung, die mir nicht so gefiel, was auch immer. Spätestens seit Ivan Alboresi bei uns im Theater Ballettdirektor ist, hat sich das schlagartig verändert.
Ich kann gar nicht genug davon bekommen – jede Inszenierung ein großartiges Meisterwerk mit Überraschungen. Ohne Worte, also durch Tanz, Musik, Mimik, Gestik, Kostüme, Kulissen und Beleuchtung Geschichten zu erzählen, Gefühle auszudrücken – ich als Laie bin jedes Mal wieder fasziniert, begeistert, berührt. So eben und gerade auch an diesem gestrigen Theaterabend. Dazu gehörten auch - durchaus angenehm ungewöhnlich bei Ballettinszenierungen - die Toneinspielungen von Woolf-Zitaten, gesprochen von Uta Haase.
Ivan Alboresi hatte sich die Schriftstellerin Virginia Woolf vorgenommen und auch wenn ich mich jetzt als ungebildet outen sollte, ich habe noch nichts von ihr bisher gehört oder gelesen. Aber genau das werde ich nachholen. Markante Stationen dieser Wegbereiterin des Feminismus wurden von einer hervorragenden Ballettcompagnie auf die Bühne gezaubert und manchmal ertappte ich mich, den Atem anhaltend.
Die Schönheit der Welt… hat zwei Seiten. Eine des Lachens, eine des Schmerzes, die das Herz zerreißt (Virginia Woolf). Und weil das im Grunde seines Herzens jeder weiß, wird auch jeder in diesem Stück mitgenommen in zutiefst Menschliches. Das wieder mehr als gelungene Programmheft gibt unter anderem Auskunft darüber, nach welchen Kriterien Ivan Alboresi die Musik ausgewählt hat – schon alleine das ist ihm mehr als gelungen. Es gäbe noch unendlich viel zu schreiben, aber der interessierte Leser sollte wirklich selbst sehen…
Für den zweiten Teil des Abends Wenn es Zeit ist… hatte sich Ivan Alboresi die preisgekrönte spanische Choreografin Alba Castillo als Gast eingeladen. Die choreografischen Handschriften beider Stücke sind natürlich unterschiedlich, aber die Themen nahe beieinander. Und so geht es auch bei Castillo um das Leben. Lässt man sich ein auf diese Reise, kann man sich selbst begegnen. In der Schnellebigkeit geht so manches auch leicht verloren, so manche Chance wird verpasst, weil man sich eingerichtet hat und Loslassen und Veränderungen scheut.
Die Aufführung belohnte das Publikum mit tosenden und nicht enden wollendem Applaus. Und die Tänzer? Bei so manchem waren doch tatsächlich deutlich Freudentränchen zu sehen und wenn man das Glück hat, relativ weit vor zu sitzen, dann sieht man in glückliche Gesichter, denen man die körperliche Anstrengung ihrer Darbietung kaum anmerkt, obwohl sie gefühlt Schwerstarbeit leisten. Was für ein Ballettabend, der mich thematisch einsog und begeistert hat.
Sabine Schröder
Die nächsten Aufführungen
21. Februar, 19.30 Uhr - Theater in Anbau
8. März, 19.30 Uhr - Theater in Anbau
23. März, 14.30 Uhr - Theater in Anbau
26. April, 19.30 Uhr - Theater in Anbau
Autor: psg
Aber von vorn: Zugegeben, früher, also viel früher, konnte ich mit Ballett nicht viel anfangen. Vielleicht waren es Vorurteile, vielleicht auch eine Veranstaltung, die mir nicht so gefiel, was auch immer. Spätestens seit Ivan Alboresi bei uns im Theater Ballettdirektor ist, hat sich das schlagartig verändert.
Ich kann gar nicht genug davon bekommen – jede Inszenierung ein großartiges Meisterwerk mit Überraschungen. Ohne Worte, also durch Tanz, Musik, Mimik, Gestik, Kostüme, Kulissen und Beleuchtung Geschichten zu erzählen, Gefühle auszudrücken – ich als Laie bin jedes Mal wieder fasziniert, begeistert, berührt. So eben und gerade auch an diesem gestrigen Theaterabend. Dazu gehörten auch - durchaus angenehm ungewöhnlich bei Ballettinszenierungen - die Toneinspielungen von Woolf-Zitaten, gesprochen von Uta Haase.
Ivan Alboresi hatte sich die Schriftstellerin Virginia Woolf vorgenommen und auch wenn ich mich jetzt als ungebildet outen sollte, ich habe noch nichts von ihr bisher gehört oder gelesen. Aber genau das werde ich nachholen. Markante Stationen dieser Wegbereiterin des Feminismus wurden von einer hervorragenden Ballettcompagnie auf die Bühne gezaubert und manchmal ertappte ich mich, den Atem anhaltend.
Die Schönheit der Welt… hat zwei Seiten. Eine des Lachens, eine des Schmerzes, die das Herz zerreißt (Virginia Woolf). Und weil das im Grunde seines Herzens jeder weiß, wird auch jeder in diesem Stück mitgenommen in zutiefst Menschliches. Das wieder mehr als gelungene Programmheft gibt unter anderem Auskunft darüber, nach welchen Kriterien Ivan Alboresi die Musik ausgewählt hat – schon alleine das ist ihm mehr als gelungen. Es gäbe noch unendlich viel zu schreiben, aber der interessierte Leser sollte wirklich selbst sehen…
Für den zweiten Teil des Abends Wenn es Zeit ist… hatte sich Ivan Alboresi die preisgekrönte spanische Choreografin Alba Castillo als Gast eingeladen. Die choreografischen Handschriften beider Stücke sind natürlich unterschiedlich, aber die Themen nahe beieinander. Und so geht es auch bei Castillo um das Leben. Lässt man sich ein auf diese Reise, kann man sich selbst begegnen. In der Schnellebigkeit geht so manches auch leicht verloren, so manche Chance wird verpasst, weil man sich eingerichtet hat und Loslassen und Veränderungen scheut.
Die Aufführung belohnte das Publikum mit tosenden und nicht enden wollendem Applaus. Und die Tänzer? Bei so manchem waren doch tatsächlich deutlich Freudentränchen zu sehen und wenn man das Glück hat, relativ weit vor zu sitzen, dann sieht man in glückliche Gesichter, denen man die körperliche Anstrengung ihrer Darbietung kaum anmerkt, obwohl sie gefühlt Schwerstarbeit leisten. Was für ein Ballettabend, der mich thematisch einsog und begeistert hat.
Sabine Schröder
Die nächsten Aufführungen
21. Februar, 19.30 Uhr - Theater in Anbau
8. März, 19.30 Uhr - Theater in Anbau
23. März, 14.30 Uhr - Theater in Anbau
26. April, 19.30 Uhr - Theater in Anbau