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Sa, 14:32 Uhr
11.07.2026
Mobilität auf zwei Rädern:

Mehr tödliche Unfälle mit E-Scootern, Pedelecs und Kleinkrafträdern

Die Mobilitätswende verändert den Straßenverkehr in Deutschland grundlegend. Während die Zahl der tödlichen Unfälle im Pkw-Verkehr über Jahrzehnte hinweg deutlich reduziert werden konnte, fordert die zunehmende Nutzung neuer Mobilitätsformen auf zwei Rädern ihren Preis...

Die Zahlen der getöteten Menschen auf E-Scootern und Pedelecs steigen dramatisch. Bei den klassischen Formen der Zweiradmobilität – Fahrrädern ohne Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Motorrädern – fällt die Unfallbilanz hingegen gemischt aus. Eine aktuelle Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) für das Verkehrsjahr 2025 durch den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) belegt diesen besorgniserregenden Trend.

„Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Zahl schwerer oder tödlicher Unfälle bei Nutzung von Zweirädern verharrt auf einem besorgniserregenden Niveau oder steigt sogar“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Wir dürfen dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Kommunen, Länder und Bund sind gefordert, jetzt entschieden gegenzusteuern.“


E-Scooter, Pedelecs und Kleinkrafträder im Risikofokus
Die Nutzung von E-Scootern entwickelt sich zunehmend zu einem gravierenden Problem für die Verkehrssicherheit. Die Zahl der Getöteten stieg um 19 Prozent von 27 Personen im Jahr 2024 auf 32 im Jahr 2025. Parallel dazu nahm die Zahl der Schwerverletzten auf diesem Verkehrsmittel um rund 21 Prozent von 1.330 (2024) auf 1.611 Personen (2025) zu.

Eine ähnlich negative Entwicklung zeigt sich bei den Pedelecs: Hier stieg die Zahl der Getöteten von 195 Menschen im Jahr 2024 auf 217 im Jahr 2025 – ein Anstieg um 11 Prozent. Auch die Zahl der Schwerverletzten auf Pedelecs verzeichnete ein Plus von etwa 4 Prozent und stieg von 4.852 (2024) auf 5.064 Personen (2025).

Bei den Kleinkrafträdern mit Versicherungskennzeichen ist die Lage ebenfalls kritisch: Die Zahl der Getöteten stieg um 27 Prozent von 41 (2024) auf 52 (2025) Menschen. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 1.764 Personen im Jahr 2024 und 1.771 Personen im Jahr 2025 auf hohem Niveau nahezu unverändert.

„Die Zahlen sind ein Weckruf: Wir dürfen nicht sehenden Auges zulassen, dass immer mehr Menschen auf unseren Straßen schwer verletzt werden oder sterben, wenn sie auf E-Scootern, Pedelecs oder Kleinkrafträdern unterwegs sind“, sagt Manfred Wirsch.

E-Scooter, Pedelecs, Kleinkrafträder: Politische Forderungen
Mit Blick auf den E-Scooter begrüßt der DVR die 2027 geltenden Änderungen der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung. Dazu zählen die Blinkerpflicht für Neufahrzeuge sowie höhere Verwarnungsgelder für die unerlaubte Gehwegnutzung oder das Fahren zu zweit. Positiv bewertet der DVR zudem die geplante Einbeziehung von E-Scootern in die Gefährdungshaftung der Fahrzeughalter, die sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindet. Das geplante Gesetz soll Menschen, die durch rücksichtslos abgestellte Scooter verletzt wurden, den Zugang zu Entschädigungen erleichtern. Darüber hinaus fordert der DVR eine Anhebung des Mindestalters für die Nutzung von E-Scootern von 14 auf 15 Jahre, da junge Fahrer ein besonders hohes Verletzungsrisiko aufweisen. Außerdem sollte ein Befähigungsnachweis analog zur Mofa-Prüfbescheinigung eingeführt werden, um Regelverstöße aufgrund mangelnder Verkehrsregelkenntnisse oder unzureichender Fahrzeugbeherrschung zu reduzieren. Der DVR betont zudem die Notwendigkeit konsequenter polizeilicher Kontrollen bestehender Verbote und appelliert an alle Nutzenden, einen Helm zu tragen.

Für Pedelec-Fahrer sind vom motorisierten Verkehr baulich getrennte, durchgängige und von Fremdnutzung freigehaltene Radwege entscheidend für die Verkehrssicherheit. Wo eine bauliche Trennung nicht möglich ist, sollte die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den motorisierten Verkehr reduziert werden. Zudem müssen Radwege insbesondere an Kreuzungen sicher geführt sowie ganzjährig gut instand gehalten und gereinigt werden.

Bei der Typgenehmigung von Kleinkrafträdern setzt sich der DVR dafür ein, Manipulationen von Leistung und Höchstgeschwindigkeit wirksam zu verhindern. Darüber hinaus sollten Hersteller freiwillig zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen illegale Veränderungen ergreifen. Außerdem fordert der DVR, dass der Einschluss der Führerscheinklasse AM für Kleinkrafträder in die Führerscheinklasse B nur erfolgen soll, wenn der Bewerber um die Fahrerlaubnis der Klasse B im Rahmen der Fahrausbildung eine angemessene theoretische und praktische Einweisung in die fahrphysikalischen Besonderheiten von Zweirädern erhalten hat.

Gemischte Bilanz: Leichte Entlastung bei Fahrrädern und Motorrädern
Auf Fahrrädern ohne Hilfsmotor wurden im Jahr 2024 noch 250 Menschen getötet, während die Zahl 2025 um zwei Prozent auf 245 sank. Die Zahl der Schwerverletzten sank um etwa 7 Prozent von 9.067 Menschen im Jahr 2024 auf 8.396 Menschen im Jahr 2025.

Auch bei Motorrädern ist die Entwicklung positiv: Die Zahl der Getöteten ging von 513 (2024) auf 474 Menschen (2025) zurück. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 8 Prozent. Die Zahl der Schwerverletzten auf Motorrädern sank um etwa 6 Prozent von 7.734 (2024) auf 7.297 (2025) Personen.

„Die Zahlen getöteter Menschen auf Fahrrädern ohne Hilfsmotor sinken leicht, die auf Motorrädern sogar deutlich stärker. Das ist ein Teilerfolg“, sagt Manfred Wirsch. „Gerade bei Motorrädern dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die Unfallzahlen von Jahr zu Jahr stark wetterabhängig sind. Für beide Gruppen gilt: Wir dürfen uns auf den Erfolgen nicht ausruhen. Die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten bleibt weiterhin inakzeptabel hoch.“

Fahrrad und Motorrad: Politische Forderungen
Für Fahrer von Fahrrädern ohne Hilfsmotor gelten dieselben politischen Forderungen wie für Pedelec-Fahrer: eine sichere und vom motorisierten Verkehr getrennte Infrastruktur oder die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs, eine sichere Kreuzungsgestaltung sowie eine gute Unterhaltung und Reinigung der Radwege.

Für Motorradfahrer fordert der DVR die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für die verpflichtende Einführung des automatischen Notrufsystems eCall sowie für verbindliche europäische Ausrüstungsvorschriften für Assistenzsysteme – darunter das Kurven-Antiblockiersystem – einzusetzen. Ebenso wichtig ist eine bessere digitale Vernetzung von Motorrädern. Im Bereich der Infrastruktur fordert der DVR eine motorradfreundliche Straßengestaltung mit hindernisfreien Seitenräumen oder den Einsatz eines Unterfahrschutzes an den Schutzplanken. Darüber hinaus sollten die in Nordrhein-Westfalen erfolgreich erprobten ellipsenförmigen Fahrbahnmarkierungen in unfallauffälligen Kurven bundesweit zum Standard werden. Gleichzeitig appelliert der DVR an Motorradfahrer, ihren Fahrspaß verantwortungsvoll und im Rahmen der geltenden Verkehrsregeln auszuleben.
Autor: red

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Kommentare
Lautaro
11.07.2026, 16:10 Uhr
Bitte keine Streitereien um pöse Rad-oder Autofahrer !
Als Autofahrer sollte man immer bedenken, dass ein Radler von einer Windbö erfasst werden kann und beim Überholvorgang nicht nur das eigene Fahrzeug beschädigt werden kann.
Der grösste Teil der KFZ- Nutzer ist dabei vorbildlich. Aber einige Nutzer überholen trotz Gegenverkehr mit einem Abstand, bei welchem der Radler fast Karrosseriekontakt am linken Knie befürchten muss.
Deshalb fahre ich bei Abwesenheit von Radwegen lieber auf dem Fussweg.....Asche auf mein Haupt....lieber eine Ordnungwidrigkeit, als Rollstuhl.
Und die andere Seite....Die neue Mobilität ist eine feine Sache. Aber einige Nutzer haben immer noch nicht begriffen, dass Licht am Fahrzeug Leben retten kann. Wenn ich bei Regen von einem Verkehrsteilnehmer geblendet werde und vor mir ein Radler ohne Licht.....dann überrolle ich den einfach, weil ich ihn nicht gesehen habe.
10-15€ kostet ein Beleuchtungsset und wer sich ein E-Bike für 3000€ leisten kann, sollte auch diese paar Euro übrig haben !
Bodo Schwarzberg
12.07.2026, 14:58 Uhr
Helmpflicht für Pedelec- und E-Scooterfahrer?
So weit ich weiß, sind die meisten tödlichen Unfälle mit diesen Fahrzeugen auf schwere Kopfverletzungen zurückzuführen. Da die Mehrzahl der Fahrer offensichtlich keinen Helm trägt, sollte wohl über eine Tragepflicht nachgedacht werden, die ja in anderen Ländern längst besteht. Es geht hierbei ja nicht nur um den Selbstschutz, sondern auch um die immensen Folgekosten für Schwerverletzte, die die Allgemeinheit in einem gebeutelten Gesundheitssystem übernehmen muss.
Waldemar Ceckorr
12.07.2026, 16:29 Uhr
bei einem e-bike für 3000€ verlange ich
das da eine entsprechende beleuchtung mit dran ist.

der waldi
RWE
13.07.2026, 14:42 Uhr
Waldemar Ceckor 3000 sind eher untere bis mittlere Preisklasse
bei einem E- MTB ist Beleuchtung nicht vorgesehen oder erwünscht, aber mittels Klettverschluß oder Magnethalterungen in Sekundenschnelle nachrüstbar. Am Ende liegt es am Verkehrsteilnehmer ob er derStvO gemäß unterwegs ist oder nicht. Wie beim Auto auch. Diese Verantwortung ist nicht dem Händler zuzuschieben.
Waldemar Ceckorr
13.07.2026, 16:04 Uhr
das wäre dann ungefähr so,
wenn man sich ein auto in der entsprechenden preisklasse kauft, egal ob e oder verbrenner und die karre wird ohne lenkrad geliefert, kann man ja nach bedarf nachrüsten.


der waldi
RWE
13.07.2026, 23:28 Uhr
Nein Waldemar Ceckorr, E-Bike ist nicht E-Bike
E-MTB (da geht es bei 3000 erst richtig los) ist trotz elektrischer Verstärkung für den Einsatz im Gelände vorgesehen. Wer damit auf der Staße fährt mus in Eigenverantwortung dafür Sorge tragen, dass der StVo entspricht. Ein Kfz hingegen muss beim Verkauf den COC Normen bzw. die HU haben. Mountainbikes (MTBs), BMX-Räder, Dirt Bikes und andere sind gar nicht für den Einsatz auf der Straße entworfen. Bei Rnnrädern wird Gewicht gespart und ich finde bei hiesigen Straßenverhälnissen sind die dinger eh nicht alltagstauglich. Freilich. Egal, online oder beim Fachhändler vor Ort wird ihr Bike gern konfiguriert. Ich habe mehrer Räder und habe neben Flickzeug, dem nötigsten Werkzeug auch immer Vorder-und Rücklicht dabei, welche ich im Gelände immer demontiere. Bei halbwegs wertigen E-Bikes geht das über Magnethalterungen oder beim 600 Euro Einsteiger MTB geht das mit klettverschluss in Sekundenschnelle.
Waldemar Ceckorr
13.07.2026, 23:45 Uhr
ich habe mit keinem buchstaben ein e-mtb erwähnt,
sondern lediglich verlange ich eine beleuchtung bei einem rad für 3000€.
ob das jetzt einsteiger- oder mittelklasse ist, ist mir gelinde gesagt, wurst.
ich denke damit ist ist das thema beendet, zumindest für mich.

der waldi
RWE
14.07.2026, 08:35 Uhr
sie schrieben es sogar in der Überschrift
sie schrieben am 12.07. um 16.29 Uhr "bei einem e-bike für 3000€ verlange ich
das da eine entsprechende beleuchtung mit dran ist." Und nun. Ob elektrisch oder Muskelkraft-bestimmte Räder wurden nicht ür die Straße gebaut und die Kunden sind nicht bereit pauschal bei einem MTB für Beleuchtung zu zahlen. Lautaro hat recht aber recht. Die paar Euro sollten über sein. Und dass manche Radfahrer sich und andere gefährden weil sie ohne Licht fahren legt wohl eher an der der Ignoranz als am Geld. Es ist nämlich schon jetzt eine kostenpflichtige Ordnungswidrigkeit. Da sie offensichtlich nicht viel mit Fahrrädern zu tun haben sehe ich ihnen nach, nichts für ungut.
Lautaro
14.07.2026, 15:06 Uhr
@RWE ich bin auf ihrer Seite, aber der Waldi sieht das nun mal als Konsument.
Trotzdem, liebe Radler....achtet auf ordentlich Licht am Rad und setzt einen Helm auf !
Beides kann Leben retten.
Harzfreund
14.07.2026, 15:22 Uhr
Fahrräder haben auch eine Klingel
Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme gilt auch für Radfahrer.
Wenn Radfahrer andere Radfahrer oder Fußgänger überholen ist klingeln keine Überheblichkeit sondern eine Notwendigkeit.
Waldemar Ceckorr
14.07.2026, 23:13 Uhr
warum sie immer auf einem e-mtb rumreiten, lieber rwe,
erschließt sich mir immer noch nicht.
ich hab's nicht geschrieben, lesen sie nochmal langsam oder lassen sie es sich vorlesen.

der waldi

p.s. an den support: chat ende
RWE
15.07.2026, 14:22 Uhr
Waldemar Ceckorr, sie meinten an einem Fahrrad für 3000€ gehört automatisch eine Beleuchtung dazu
Und das ist Uninn. Egal ob elektrisch oder mit Musklekraft betrieben. Im Gelände braucht man keine Gepäckträgeretaschen oder ähnliches und auch eben keine Beleuchtung. Solche Sätze können nur von jemanden stammen, der Fahrräder nur aus der Ferne sieht. Ein Händler kann seine Kunden nicht zwingen etwas zu kaufen, was der Kunde eben nicht braucht. Wenn der Radahrer auf der Straße fährt, dann muss das Rad der StVo entsprechend ausgerüstet sein. Wenn ich den auf dem Wurmberg den Bikerpark unsicher mache ist das eben nicht so.
Lautaro
15.07.2026, 16:59 Uhr
@RWE erklären sie ihm einfach, das ein Mountainbikike per se nicht für den Strassenverkehr
zugelassen ist. Und für DIESEN nachgegüstet werden muss !!!
Min Gott, diese Waldies !!!!
Schniedel Castro
15.07.2026, 17:16 Uhr
Erklärt doch RWE lieber,
das der Waldi in keinem Satz etwas von einem MTB gesagt bzw. geschrieben hat.
Weil es einfach nicht um ein MTB geht sondern einfach um den Preis.


euer Schniedel Castro
RWE
15.07.2026, 17:44 Uhr
Er faselte etwas von E-Bikes für 3000 Euro müssten Beleuchtung haben.
Das ist Unsinn. Punkt und Aufwiedersehen!!!
Kobold2
15.07.2026, 18:37 Uhr
Was kann RWE dafür
Wenn der Waldi von trotz Erklärungen von seinem vorurteilsgeprägten Standpunkt nicht abrückt?
Der Fahrradmarkt ist breitbandig, wie seine Nutzer. City und Einkaufsräder, auch Kinderräder bekommt man durchaus auch serienmäßig mit Beleuchtung. Das sollte man bei halbwegs aufmerksamer Beobachtung auch mitbekommen.
Das ist aber bei Waldis Eingangskommentar in seiner gelebten Abneigung gegenüber Radfahrern hinten runter gefallen. Alles andere sind Sportgeräte und die Nachrüstung unterliegt dem Benutzer. Genau hier setzt die Abneigung und Pauschalisierung an.
Wenn ich tagsüber unterwegs bin, habe ich, wie viele andere auch keine Bedeutung am Bike. Die liegt je nach Jahres und Tageszeit entweder zu Hause, oder im Rucksack.
Woher wollen dann die Waldis dieser Welt wissen, dass ich gar keine Beleuchtung besitze.?
Lautaro
16.07.2026, 13:50 Uhr
"durch meine größte Schuld"
"durch meine größte Schuld"
Irgendwie habe ich da etwas losgetreten, was ich nicht als Diskussion haben wollte..
Ein MTB ist für das Gelände konzipiert und wenn ich auf öffentlichen Strassen unterwegs bin, habe ich die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten....Licht Klingel usw..
Ein guter Händler spendiert DIR Licht und Klingel, aber auch bei 3000€ muss er das nicht !
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