Lkw-Verkehr in Thüringen
Sonn- und Feiertagsfahrverbot wird vorübergehend ausgesetzt
Ab sofort und bis zunächst 31. August dürfen LKW-Fahrten in Thüringen auch an Sonn- und Feiertagen stattfinden. Mit der Regelung wolle man zusätzliche Spielräume für notwendige Transporte auf der Straße schaffen und den "besonderen Witterungsbedingungen" und den Einschränkungen in der Binnenschifffahrt Rechnung tragen, heißt es aus Erfurt...
Eine entsprechende Allgemeinverfügung zur Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots wurde vom Thüringer Landesverwaltungsamt erlassen. "Der Freistaat Thüringen ist aufgrund seiner zentralen Lage in Deutschland ein Transitland und leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zur Logistik im gesamten Bundesgebiet, so Infrastrukturminister Steffen Schütz.
Hintergrund der Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für LKW ist die extrem trockene Wettersituation und teils extreme Niedrigwasserstände in den deutschen Binnenschifffahrtsstraßen. Die Binnenschifffahrt und daraus folgend Logistikketten sind dadurch stark eingeschränkt. Die Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots soll dazu beitragen, notwendige Transporte auch über die Straße abwickeln zu können und die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft zu sichern. Um die globalen Warenströme aufrecht zu erhalten, haben bereits die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Schleswig-Holstein das Sonn- und Feiertagsfahrverbot ausgesetzt.
Der Freistaat hat mit der Aufhebung des Fahrverbots für notwendige Transporte nun die erforderliche Regelung getroffen. Das entspricht der geographischen Lage Thüringens und verhindert einen Flickenteppich, so Minister Schütz. Die Ausnahme ermöglicht notwendige Fahrten, stellt jedoch keine uneingeschränkte Freigabe des Lkw-Verkehrs an Sonn- und Feiertagen dar. Die Ausnahmegenehmigung zur Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots gilt zunächst bis 31. August 2026.
Autor: red
Kommentare
Kobold2
12.08.2026, 21:52 Uhr
Aktionismus
Von Ahnungslosen.....
P.Burkhardt
13.08.2026, 09:00 Uhr
Überlege gerade...
...meines Wissens nach gibt es in Thüringen keine schiffbaren Flüsse... also für Frachtschiffe nutzbar.
Kurz beim statistischen Bundesamt nachgeschaut: Richtig, In Thüringen werden exakt 0 Prozent der Waren per Schiff transportiert. Thüringen ist also von niedrigen Pegelständen nicht direkt betroffen. Also trifft es nur den Fernverkehr, der bei uns durchzuckelt.
Vielleicht könnte man das Sonntagsfahrverbot an den Transit- Autobahnen aufheben, damit die Brummis durchrollen können und nicht noch Umwege fahren müssen... aber nicht im ganzen Land...
KeinKreisverkehr
13.08.2026, 09:26 Uhr
@Kobold2
Ich hielt dies im ersten Moment eigentlich für eine sinnvolle und notwendige Maßnahme. Kenne mich aber quasi nicht damit aus.
Würden Sie mal sagen was daran schlecht ist oder was die bessere alternative wäre? Würde mich wirklich interessieren.
P.Burkhardt
13.08.2026, 15:18 Uhr
Wenn ich das richtig mitbekommen habe...
Ist in allen Bundesländern mittlerweile das Sonntagsfahrverbot gekippt...bei einigen befristet bis zum 31.8. bei anderen bis 30.9. wieder andere haben keine Befristung... einige Länder wollen einen Nachweis, dass der Transport im Zusmmenhang mit dem Ausfall der Binnenschifffahrt erfolgt, andere nicht... ein bisschen durcheinander wieder... das macht es für die Fahrer wieder kompliziert. Apropos: genau bei den Fahrern ist der Engpass: 70000 unbesetzte Stellen, bei einem Bedarf von mindestens. 120000 Stellen und jedes Jahr gehen 35000 Fahrer in den Ruhestand - ws man so liest. Leute der fahrenden Zunft: Lasst euch die zusätzliche Plackerei gut bezahlen ! ..um den Job braucht ihr euch jedenfalls erstmal keine Sorgen machen.
...und da der Strßentransport teurer ist, als auf dem Schiff... zahlen wir alle an der Tanke und der Supermarktkasse noch mehr - das "schöne Wetter" schlägt immer mehr auf den Geldbeutel durch.
Kobold2
13.08.2026, 18:20 Uhr
Da ich gefragt wurde
Das Thema ist komplex , so dass ich hier nur einiges anreissen kann. Für Weiteres haben sich ja hier in der Vergangenheit schon Kommentatoren empfohlen, auf denen Ausführungen ich noch gespannt warte.
Im Vorkommentar sin schon wichtige Zahlen genannt worden. Dazu kommen noch die Arbeits und Sozialvorschriften, die für alle gelten. Die Wochendpausen verschieben sich dann auf die Wochentage. Wenn man jetzt meint, dass könne doch die zahlreich rumstehenden, ausländischen LKW Fahrer machen, fällt dann schnell über die Tatsachen. Dann ist das auch ein organisiertes Wegschauen über die Einhaltung des Mobilitätspaktes zum weiteren Nachteil der Einheimischen Unternehmen. Über den Rhein kommt ein Großteil an Rohstoffe, wie Schüttgüter, Erz, Kohle, Baustoffe, oder Flüssigkeiten, wie Treibstoff, Öl, usw. Da kann man mit einem Standartsattelzug wenig anrichten. Es braucht entsprechende Fahrzeuge und z.T. auch Fahrer mit ADR Berechtigung. Die zusätzlichen Kapazitäten sind also recht überschaubar. Die schon angesprochen Beschränkungen, benötigen Kontrollen der Transporte und da wieder rum genauso Personal, wie an den nötigen Be- und Entladestellen.
Viele Unternehmen lehnen das ab. Die Fahrer kann man nicht zwingen, sonst sind sie ruckzuck in anderen Unternehmen. Auf eine zusätzliche Vergütung verzichtet man lieber, denn wer ist schon gern, das ganze Jahr über der Depp der Nation, auf dem man, wie selbstverständlich rumtrampelt, aber sich nur dann erinnert, wenn die Hütte brennt.
Da auch die Frage nach Alternativen kam...
Im Moment schwierig. Der Fokus sollte auf die Ursachen gelegt werden, auf die wir schon seit Jahrzehnten von der Wissenschaft hingewiesen werden. Aber das ist ja für Viele zu teurer und nur Panikmache. Jetzt haben wir die Panik der zusammenberchenden Lieferketten mit dem daraus resultierenden Aktionismus mit sehr hohen Kosten. Ich bin mir sicher, dass man auch aus dieser Situation nicht viel mitnehmen wird und zur Tagesordnung übergeht. Die Alternative heisst umdenken, denn besser wird es nicht.
P.Burkhardt
13.08.2026, 19:30 Uhr
lieber Kobold....
der AG hat Möglichkeiten, die zusätzliche Arbeit zu vergüten, ohne, dass es durch zusätzliche Steuern oder Abgaben geschmälert werden würde... er kann es sich voll als Betriebsausgaben anrechnen, somit Steuern sparen... und gleichzeitig seinen AN etwas Gutes tun. Hinweis: Tankgutscheine, Verpflegungsgeld ... und es gibt noch mehr...
Im Zweifel muss der AG halt rechnen, was ihm die zusätzliche Fuhre am WE bringt und wieviel er davon - in welcher Form auch immer - an den Fahrer abgeben kann... die Frachtraten steigen enorm...
Bezahlen müssen es am Ende die Verbraucher an der Kasse - aber die wollten es ja auch nicht anders, trotz jahrzehntelanger Warnung.... im Übrigen auch in Sachsen-Anhalt... und der Staat, die Altparteien oder die "Neubürger" (mein neues Lieblingswort), die Regenbogenfahnen und auch die "Linksgrünversifften" können absolut nix dafür...lustig, oder ?
Realität schlägt Blödheit... einmal mehr...
P.Burkhardt
13.08.2026, 23:25 Uhr
der ganze Flusschiffahrtsirrsinn... kostet uns...
...sehr viel Geld. Jeder Liter Sprit, jedes Gramm Salz oder jedes Kilo Zement, welches nicht über den Rhein transportiert werden kann... muss eben über die Straße gekarrt werden....unter anderem eben auch nach Thüringen und nach Nordhausen.... das kostet Geld und Kosten + Marge + Steuer = EVP. Also am Ende zahlen wir alle dafür, dass wir zuviel CO2 in die Luft geblasen haben... warum geht das nicht in die Köpfe rein....
Jeder, der sich selbst Patriot nennt... müsste eigentlich für Windkraft, und PV sein.... müsste eigentlich "linksgrünversifft" sein.... wenn er die Zukunft für unser Land sichern will... stattdessen sind die allermeisten dieser Gesellen gegen Anderswogeborene (warum auch immer) und gegen Alles, was irgendwie mit Klima- und Umweltschutz zu tun hat.... das tut weh, das ist nicht rational, das ist ... entschuldigung... das ist dumm (oder einfach nur hohl, dämlich... ohne jeden Intellekt, irgendwie Kleinkindmäßigtrotzig... ) ! ...und trotzdem haben diese Id0ten Zulauf und werden in SA die Wahl gewinnen.....ich kapiere es nicht, warum, wählt ihr diese Spinner ?
sry... wegen der drastischen Formulierung... der obige Kommentar ist eine Meinungsäußerung...(da wollen ja alle, dass sie das dürfen... ich will das jetzt mal auch)
Vielleicht habe ich ja auch zuviel gesehen, zuviel erlebt... und verstehe deswegen nicht, warum Menschen so ticken können, die eben weniger erlebt und weniger gesehen haben...
KeinKreisverkehr
14.08.2026, 08:44 Uhr
Danke
für die Erklärungen!
Klosterbruder
14.08.2026, 09:15 Uhr
Sry
Da hat aber wieder jemand Schaum vor dem Mund, wenn es gegen die AfD und ihre Wähler geht. Was uns auch viel Geld kostet, ist z.B. das LNG-Gas.
Weil ja irgend welche Spinner die Pipelines zerstört haben. Oder das keiner mal ernsthaft versucht den Krieg zu beenden. Nein da werden immer mehr Waffen gebaut. Aber die werden bestimmt klimaneutral hergestellt, nur wenn die Sonne scheint. Dann wird gejubelt, wenn wieder mal eine Ölraffinerie brennt. Wieviel CO2 geht denn da in den Himmel. Da sind wir in Deutschland wohl das kleinere Übel für das Klima.
Kobold2
14.08.2026, 17:01 Uhr
Es ist gängige
Praxis in der Branche, das Mehrleistungen extra bezahlt werden. Dazu gehören Wochenenden, die man nicht zu Hause verbringen kann, Feiertage, die man irgendwo auf einem Parkplatz verbringt, die Heimkehr am Samstag, etc. Der Großteil der Fahrer ist aber nicht scharf auf solche Boni und hätte seine ohnehin karge Freizeit gern im Kreis der Familie.
Als Wahnsinn würde ich die Flussschifffahrt nicht sehen wenn man bedenkt das Ein Schiff bis zu 150 LKw ersetzen kann und im Normalfall täglich so 400 Schiffe auf dem Rhein unterwegs sein sollen.
Wahnsinn ist dagegen das, was unsere Industrie mit ihren Produktionsauslagerungen veranstaltet und den ganzen Kram dann wieder hier her karrt. Negatives Vorbild ganz vorn, ist unsere Autoindustrie.
Ich bin kein Experte für alles
wie viele hier. Natürlich auch nicht für den Güterverkehr. Mir tuenjedenfalls LKW-Fahrer leid, die an wochenden auf Parkplätzen herumvegetieren statt nach Hause fahren zu können. Den Rwst überlasse ich der Expertise der Kommentatoren. Wobei Kobold2 ja vom Fach kommen zu scheint.
P.Burkhardt
14.08.2026, 19:42 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg Gehört nicht zum Artikel
P.Burkhardt
14.08.2026, 22:29 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg Was hat ihre Sympathie für die AfD mit dem Sonn- und Feiertagsverbot zu tun?
P.Burkhardt
14.08.2026, 23:12 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg wird nicht besser
Kobold2
15.08.2026, 09:14 Uhr
Vieles
müsste nicht sein RWE, wenn sich unsere Behörden konsequenter um die Einhaltung des Mobilitätspaktes kümmern würden. Das zuhäufige Nichtstun schadet den einheimischen Transportunternehmen, hilft aber der Grossindusdrie. Im benachtbarten Ausland geht das besser und schmerzlicher für die schwarzen Schafe. Ich sehe hier auch verstärkt die Medien in der Pflicht, tiefgründiger zu berichten. Leider bin ich erst gute 30 Jahre in der Branche, da gibt es hier, nach Erfahrungen aus der Vergangenheit, kompetentere Komentatoren.
P.Burkhardt
15.08.2026, 20:16 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
P.Burkhardt
16.08.2026, 00:21 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg Unsinn Teil 3
Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.