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Fr, 10:32 Uhr
04.09.2026
Neue IW-Studie zu Ostdeutschland

160.000 Ausländer arbeiten in Engpassberufen

Fast jeder vierte Lkw-Fahrer in den ostdeutschen Flächenländern hat keinen deutschen Pass. Auch in Kliniken und Restaurants sähe es ohne ausländische Fachkräfte düster aus, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)...

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Fernfahrer (Symbolbild) (Foto: Sabine auf Pixabay)

Knapp 160.000 internationale Fachkräfte arbeiten in den ostdeutschen Flächenländern in Engpassberufen – in Jobs, in denen Unternehmen händeringend qualifizierte Arbeitskräfte suchen: Berufskraftfahrer, Ärzte, Pflegepersonal oder Köche. Für den ostdeutschen Arbeitsmarkt sind ausländische Fachkräfte unverzichtbar: Seit 2019 verlassen mehr deutsche Staatsbürger den Arbeitsmarkt als nachkommen.

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Da die Zuwanderung aus EU-Ländern in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen ist, gewinnen Fachkräfte aus Drittstaaten zunehmend an Bedeutung. Der tatsächliche Beitrag von Fachkräften mit ausländischen Wurzeln dürfte sogar noch größer sein, denn bereits Eingebürgerte tauchen in der Statistik nicht als Ausländer auf. Allein im Jahr 2025 wurden bundesweit 332.500 Menschen eingebürgert.

Jeder vierte Lkw-Fahrer kommt aus dem Ausland
Ohne ausländische Beschäftigte stünde etwa die ostdeutsche Logistik still: Fast jeder vierte Lkw-Fahrer – mehr als 21.000 Menschen – hat keinen deutschen Pass. Knapp 10.000 arbeiten in der Lagerwirtschaft, rund 6.700 in der Kfz-Technik. Auch die medizinische Versorgung wäre gefährdet: Über 5.000 Ärzte und rund 4.500 Pflegekräfte in Ostdeutschland haben keinen deutschen Pass.

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Grafik (Foto: IW Köln)

Besonders stark hängt die Gastronomie von Zuwanderung ab: In der Fleischverarbeitung ist jeder zweite Beschäftigte Ausländer, das sind rund 4.700 Menschen. Unter den Köchen ist es mit rund 6.700 Personen gut jeder Fünfte. Im Gastronomieservice arbeiten fast 6.500 Ausländer, gut jeder Vierte.

Ohne Drittstaaten geht es nicht
Die Zuwanderung aus der EU hat den demografischen Wandel am deutschen Arbeitsmarkt lange gedämpft. Diese Quelle versiegt: Seit 2024 verlassen mehr EU-Bürger Deutschland als zuziehen. Weil zugleich die Babyboomer in Rente gehen, wächst die Lücke schneller. Schließen lässt sie sich ohne Fachkräfte aus Drittstaaten kaum.

„Wenn es in Ostdeutschland nicht gelingt, Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu gewinnen und zu halten, bleiben Waren liegen, Patienten unbehandelt und Restaurants geschlossen“, sagt IW-Experte Gero Kunath. Die Politik müsse die passenden Rahmenbedingungen schaffen. „Eine Work-and-Stay-Agentur könnte dabei helfen, die bürokratischen Hürden zu meistern“, so der Ökonom.
Autor: psg

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Kommentare
Kobold2
04.09.2026, 11:07 Uhr
Was nützt
der Abbau bürokratischen Hürden wenn die Ablehnung in der Gesellschaft, die jetzt schon auf einem hohen Niveau ist, immer weiter angeheizt wird?
Bebo
04.09.2026, 11:26 Uhr
Nicht ausreichende Ausbildung
Ein wesentlicher Punkt ist die seit Jahren unzureichende Ausbildung an Fachkräften.
Ein Beispiel: Seit Jahren werden jährlich 16.000 Ärzte benötigt. Ausgebildet werden 12.000!
Und so sieht es in vielen Bereichen aus.
Ausbildung kostet halt Geld und das sollen andere ausgeben.
Betrachter
04.09.2026, 11:59 Uhr
Bebo
volle Zustimmung. Leider geht das schon seit der Merkel-Ära so und macht sich in allen Bereichen bemerkbar. Da hätte man früh genug ansetzen müssen!
free Gigi
04.09.2026, 12:08 Uhr
herrlich
160.000 gegen 3,1 Mio. Arbeitssuchende...
Was könnte da wohl falsch laufen?
emmerssen
04.09.2026, 16:28 Uhr
Wichtiger Artikel
Denn die AfD will ja alle raus werfen bei einem Wahlsieg. Da muss man schon mal dran erinnern. Ich gebe @ free giggi vollkommen Recht. Anstatt sich die Fachkräfte selber auszubilden, zahlt man lieber Unsummen von Bürger und Arbeitslosengeld. Und die Ausländer lassen sich ja auch viel leichter mit Niedriglöhnen abspeisen.
Freidenker
04.09.2026, 17:36 Uhr
Wo sind die deutschen Ärzte
Mal kurz zum Nachdenken:

In der Schweiz waren 2024 42.602 Ärzte berufstätig. 41,3 Prozent hatten ihr Medizinstudium im Ausland absolviert. Von diesen ausländisch ausgebildeten Ärzten kamen 49,4 Prozent aus Deutschland.

Das entspricht grob 8.700 in Deutschland ausgebildeten Ärzten, die in der Schweiz tätig sind.
Und das sind nur die Ärzte.
Kobold2
05.09.2026, 08:59 Uhr
Ja, was läuft falsch.....
Man sollte nicht die Zahlen die sich rein auf Ostdeutschland beziehen, mit bundesweit erhobenen Zahlen vermischen. Dann sollte man auch wissen, dass der Arbeitsmarkt kein Regalsystem ist, in dem man die Menschen einfach nach Bedarf platzieren kann.
Da der Fahrermarkt explizit im Artikel angesprochen wurde, kann ich nur wieder auf frühere Aussagen von mir verweisen, die hier gern seit Jahren abgestraft werden. Die Attraktivität nimmt seit Jahren für den Job ab, nicht nur durch politische und gesetzliche Hürden, sondern auch durch die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz des Berufs. Das ist hier in den Kommentaren auch zahlreich nachzulesen. Willkommen in der Realität, die sich die Gesellschaft selbst geschaffen hat! Negative Daumen verbessern die Situation überhaupt nicht, bestätigen aber, dass man nicht daran interessiert ist, an dem Zustand etwas zu ändern.
Kritiker86
05.09.2026, 09:23 Uhr
Völlig unverständlich
Das es 10.000 von deutschen Jugendlichen gibt, also quasi unserer aller Kinder, die keine Ausbildung bekommen, und die auch niemand einstellen will. Da holt man angebliche Fachkräfte aus Drittstaaten zu uns, wo man Unsummen für Wohnung, Überführung und etliche bürokratische Hürden nehmen muss, nur um sie zu beschäftigen oder auszubilden. Aus Europäischen Staaten kommt ja niemand mehr zu uns, weil die Lage so prekär und unerträglich geworden ist in diesen Land. Es kann also nur wie immer, ums Geld gehen. Da profitieren ja die Arbeitgeber immens... Mit eventuell Zuschüssen vom Staat? Sonst würde sich das ja alles nicht lohnen. Die deutschen Arbeitnehmer werden rausgeschmissen, oder suchen sich im Ausland neue Perspektiven und werden ersetzt durch Ausländische Fachkräfte? So läuft es in der Praxis. Ich denke auch, daß die neuen Fachkräfte maximal von den Arbeitgebern ausgenutzt werden, weil sie weder ihr Recht kennen, noch die Gesetze dieses Landes. Würden die Arbeitsbedingungen in diesen Land wieder stimmen, bräuchte man niemanden aus Drittstaaten zu holen, weil es ein riesen Markt im In und Ausland von sehr gut ausgebildeten deutschen Fachkräften gibt, die wieder in ihren Beruf arbeiten könnten. Es ist alles Hausgemacht, die Arroganz und Überheblichkeit in den Betrieben, und das vergiftete Klima unter Kollegen machen den Rest. Siehe Herr Merz das Beste Beispiel für Deutschland, wieso alles zugrunde geht.
Paul.W
05.09.2026, 23:35 Uhr
Tatsächlich völlig unverständlich, Kritiker
Selten habe ich einen Kommentar gelesen, bei dem jeder Satz so nicht ganz stimmt. Also meist so zwischen einem und drei Viertel richtig bzw. falsch.

Es reizt dazu ,überall einzuhaken, was aber natürlich nicht geht. Trotzdem finden sich vermutlich viele schlichte Gemüter, die beim Lesen meinen: Genau soo ist es.
Teja
06.09.2026, 09:33 Uhr
Ausnutzung
Nicht nur Ausländer werden hier in Engpassberufen ausgebeutet.Nein alle Arbeitnehmer werden hier wie Zitronen ausgequetscht und schamlos ausgenutzt.
Anerkennung und Wertschatzung gibt es in den seltensten Fällen.
Die Lebensleistung der arbeitsenden Bevölkerung,beginnend bei der Aufbaugeneration,also unseren Eltern wird in keinster Weise gewürdigt.
Im Gegenteil sie wird auch noch vielfach niedergemacht.Der Mensch wird nur noch nach seinen wirtschaftlichen Verhältnissen bewertet.Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Frei nach dem Motto,haste was,biste was.
Keiner sieht den Zusammenhang der gleichwertigen Wichtigkeit aller in einer Gesellschaft anstehenden Arbeitsnotwendigkeiten..Jeder ist an dem Platz wichtig,wo er arbeitet.
Und jeder,der Deutschland verlässt,fehlt hier und hierher gelockte ausländische Fachkrâfte fehlen in ihren Heimatländern.
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