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Mo, 17:45 Uhr
14.09.2026
Über siebzig Experten beraten die Zukunft der Kurorte

Bädertag in Bad Langensalza

In der Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza fand heute der 36. Thüringer Bädertag statt. Mehr als 70 Teilnehmer aus den 18 Kurorten und Heilbädern des Freistaats sowie aus drei Landesministerien berieten im örtlichen Kultur- und Kongresszentrum, wie die bis zum Jahre 2028 avisierten 160 Millionen Euro Investitionen verplant werden könnten …

Bild: Banner mit Slogan
Bädertag im Langensalzaer Kultur- und Kongreszentrum (Foto: oas)


Auf der Tagesordnung standen auch der zukünftige Einsatz von Künstlicher Intelligenz und die Frage nach einem erhöhten Engagement privater Investoren in den Kurorten. In Vorträgen und Diskussionsrunden näherten sich die Experten den Themen an und verständigten sich untereinander. Matthias Strejc, der als Bürgermeister von Bad Frankenhausen auch Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes ist, beschwor dabei die Verbindung aus Kurtradition, natürlicher Heilmittelvielfalt und modernen Therapie- und Erholungsangeboten. „Es besteht ein starker Zusammenhalt unter den Thüringer Bädern und die Tatsache, dass heute Vertreter aus drei Ministerien anwesend sind, beweist, dass die Belange der Kurorte ernst genommen werden.", sagte er. Über eine geplante Reform des Kommunalabgabengesetzes erhofft sich der Verband, künftig auch von übernachtenden Geschäftsleuten eine Kurtaxe erheben zu können, was bisher von den Thüringern als Standortnachteil gegenüber anderen Bundesländern angesehen wurde, wo Geschäftsreisende schon längst eine Kurtaxe entrichten. „Wir hoffen auf eine zügige Umsetzung, die unsere kurörtliche Infrastruktur auf eine breitere und verlässlichere Basis stellen würde", ergänzte Strejc. Bereits jetzt gingen 29 Prozent der Übernachtungszahlen in Thüringen auf das Konto der Kurstädte, weshalb auch aus diesem Grunde eine Förderung der Bäderstruktur wichtig sei.

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Bad Langensalzas Bürgermeister Matthias Reinz verdeutlichte in seiner Begrüßung, dass seine Stadt viel erreicht habe, aber eine weitere Unterstützung vom Land unerlässlich sei, um den Status quo abzusichern. Auch seine Kurdirektorin Katja Rudolph geht davon aus, dass Investitionen nicht nur in Technik gesteckt werden sollen, sondern die gesamte Eingangssituation der Kurorte in den Blick fassen müssten. „Die Energiekrise zeigt, dass gerade für den Betrieb von Thermen noch Geld benötigt wird. Wir haben in den letzten Jahren mit Erfolg versucht, unsere Therme digital sichtbarer zu machen und unseren Webshop dahingehend erweitert", strich sie heraus und versicherte, dass die Heilmittelsole auch über das Jahr 2030 hinaus fließt, weshalb sich die Stadt weiter um den Bäderstatus bewerbe. In der angekündigten Gesetzesnovellierung soll auch für die Zertifizierung der Thüringer Kurorte auf mehrere, statt wie bisher nur auf ein Heilverfahren gedrängt werden. Ebenfalls kritisch sehen die Akteure die zwingende Anwesenheit eines Badearztes vor Ort sowie die Notwendigkeit der vergebenen Thühoga-Sterne für ihre Hotels. Großes Thema bleibt auch weiterhin die Entbürokratisierung der Abläufe und Abrechnungen.

Bild:
Matthias Strejc, Präsident des Thüringer Heilbäderverbands (Foto: oas)


Trotz des beschlossenen Sonderlastenausgleichs in Höhe von 16 Millionen Euro bis zum Jahre 2028 besteht erheblicher weiterer Finanzbedarf bei den Thüringer Kurorten, der auch über Kredite für die benötigten Eigenmittel abgesichert werden muss. Schneller als der Wunsch nach sprudelnden Geldquellen wird sich die Bitte an die Landesregierung erfüllen lassen, an den Straßen auf den Ortsschildern den Status bzw. die Art der Kurtauglichkeit anzubringen. Für Bad Langensalza könnte das zum Beispiel den Zusatz „Schwefel-Sole-Heilbad" bedeuten.
Autor: osch

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