Willkommen im Summer-Sunshine-Zirkus
Donnerstag, 01. August 2013, 20:02 Uhr
Im leuchtendbunten Zelt auf dem Gelände des Hauses am Lunapark in der Stormstraße 1 der Leinestadt erlebten am letzten Juli-Freitag die kleinen und großen Besucher den Summer-Sunshine-Zirkus – und den gibt es nur im Eichsfeld...
Summer-Sunshine-Zirkus auf dem Gelände des Hauses am Lunapark. Fotos: Christine Bose
Der Nachmittagskaffeeklatschapplaus, zu dem Zirkusdirektor Thomas zu Beginn alle ermuntert hatte, klappte bei den Kindern und Kinderinnen sofort. Nur die Großen mussten noch üben, wie das funktioniert mit dem gleichzeitigen Einsatz der Klatschwerkzeuge (Hände), der Trampelwerkzeuge (Füße) und des Schreiwerkzeuges (Mund).
Ein Programm mit Sensationen und Attraktionen hatte der Zirkusdirektor angekündigt und dabei nicht übertrieben. Eingeladen waren die Bewohner und Angestellten des Hauses, die Eltern der Bewohner, soweit sie ihr Kommen ermöglichen konnten, Bewohner und Betreuer der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V. (Tom-Mutters-Wohnstätte Worbis) sowie alle Leinefelder Kindergärten.
Beim Summer-Sunshine-Zirkus auf dem Gelände des Hauses am Lunapark wuchsen die Beteiligten mit ihren Leistungen über sich selbst hinaus. Rechts im Bild Zirkusdirektor Thomas Thon.
Wie es dazu kam, erläuterten zuvor Uta Hübenthal, Heimleiterin des Hauses am Lunapark unter dem Dach des Internationalen Bildungs- und Sozialwerks (int-bws), und Diplom-Sozialpädagoge Thomas Thon, im Zweitberuf Zirkusdirektor, tätig im Übergreifenden Dienst des Hauses. Hier im Wohn- und Therapiezentrum leben Erwachsene mit Mehrfach-Sinnesbehinderungen (taubblinde Menschen und Menschen mit Hör-Seh-Behinderungen) sowie mit Autismus.
Die Leitung des Hauses war einer Anregung und Einladung des Vereins Seelenvogel e.V. gefolgt, beim Projekt Unsere Welt ist bunt und vielfältig, Bestandteil des Lokalen Aktionsplans Eichsfeld 2013, mit dabei zu sein. Sein Inhalt u.a.: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lernen im Alltag Integration und Inklusion kennen, treffen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, üben Toleranz.
Insgesamt 23 Teilnehmer, aus dem Regenbogenhaus Leinefelde, aus der Tabaluga-Schule Worbis sowie fünf junge Erwachsene aus dem Haus am Lunapark haben eine Woche lang auf Burg Bodenstein unter Anleitung von Thomas Thon ein großes Zirkusprogramm erarbeitet und öffentlich aufgeführt.
Einzige Ausnahme: Weil Menschen mit Autismus-Störungen äußerst sensibel auf räumliche Veränderungen reagieren, waren sie nur tagsüber mit dabei, schliefen in ihrer gewohnten Umgebung. Eine solche spezielle Zirkusarbeit sei auch für ihn Neuland gewesen, besonders das Einbeziehen autistischer Menschen, berichtete der erfahrene Zirkusdirektor Thomas Thon und zog Bilanz: Alles hat wunderbar geklappt.
In Artistensprache unterstrich Uta Hübenthal: Wenn sich ein Mensch mit Autismus seiner Umwelt so öffnet, wie wir es jetzt erlebt haben, dann ist das wie ein dreifacher Salto am Trapez. In der Manege stellten sich die Herrinnen der Ringe vor, wurden eine atemberaubende Darbietung mit einem (Plüsch)Eisbären gezeigt und lebende Pyramiden gebaut. Fakire kamen direkt aus dem Orient. In der chinesischen Suppenküche wurde mit den Tellern auf Stäben jongliert. Schließlich machten der echte Haus- und Hoffloh Elfriede und die zweibeinigen springenden Flöhe einander ernsthaft Konkurrenz.
Was Akteuren und Publikum sichtlich einen Riesenspaß bereitete, hat einen ernsthaften Hintergrund, gehört zur Zirkus- und Erlebnispädagogik und dient nicht zuletzt sogar therapeutischen Zielen. Uta Hübenthal und Thomas Thon nennen Stichworte: Schulung motorischer Fähigkeiten, Gruppenarbeit, Entwicklung sozialer Kompetenzen und emotionaler Stabilität, Körpererfahrung, Stärkung des Selbstbewusstseins. Was jetzt aufgebaut wurde, davon sind sie überzeugt – kann fortgesetzt werden, z. B. gruppenübergreifend im Haus am Lunapark.
Christine Bose
Autor: enSummer-Sunshine-Zirkus auf dem Gelände des Hauses am Lunapark. Fotos: Christine Bose
Der Nachmittagskaffeeklatschapplaus, zu dem Zirkusdirektor Thomas zu Beginn alle ermuntert hatte, klappte bei den Kindern und Kinderinnen sofort. Nur die Großen mussten noch üben, wie das funktioniert mit dem gleichzeitigen Einsatz der Klatschwerkzeuge (Hände), der Trampelwerkzeuge (Füße) und des Schreiwerkzeuges (Mund).
Ein Programm mit Sensationen und Attraktionen hatte der Zirkusdirektor angekündigt und dabei nicht übertrieben. Eingeladen waren die Bewohner und Angestellten des Hauses, die Eltern der Bewohner, soweit sie ihr Kommen ermöglichen konnten, Bewohner und Betreuer der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V. (Tom-Mutters-Wohnstätte Worbis) sowie alle Leinefelder Kindergärten.
Beim Summer-Sunshine-Zirkus auf dem Gelände des Hauses am Lunapark wuchsen die Beteiligten mit ihren Leistungen über sich selbst hinaus. Rechts im Bild Zirkusdirektor Thomas Thon.
Wie es dazu kam, erläuterten zuvor Uta Hübenthal, Heimleiterin des Hauses am Lunapark unter dem Dach des Internationalen Bildungs- und Sozialwerks (int-bws), und Diplom-Sozialpädagoge Thomas Thon, im Zweitberuf Zirkusdirektor, tätig im Übergreifenden Dienst des Hauses. Hier im Wohn- und Therapiezentrum leben Erwachsene mit Mehrfach-Sinnesbehinderungen (taubblinde Menschen und Menschen mit Hör-Seh-Behinderungen) sowie mit Autismus.
Die Leitung des Hauses war einer Anregung und Einladung des Vereins Seelenvogel e.V. gefolgt, beim Projekt Unsere Welt ist bunt und vielfältig, Bestandteil des Lokalen Aktionsplans Eichsfeld 2013, mit dabei zu sein. Sein Inhalt u.a.: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lernen im Alltag Integration und Inklusion kennen, treffen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, üben Toleranz.
Insgesamt 23 Teilnehmer, aus dem Regenbogenhaus Leinefelde, aus der Tabaluga-Schule Worbis sowie fünf junge Erwachsene aus dem Haus am Lunapark haben eine Woche lang auf Burg Bodenstein unter Anleitung von Thomas Thon ein großes Zirkusprogramm erarbeitet und öffentlich aufgeführt.
Einzige Ausnahme: Weil Menschen mit Autismus-Störungen äußerst sensibel auf räumliche Veränderungen reagieren, waren sie nur tagsüber mit dabei, schliefen in ihrer gewohnten Umgebung. Eine solche spezielle Zirkusarbeit sei auch für ihn Neuland gewesen, besonders das Einbeziehen autistischer Menschen, berichtete der erfahrene Zirkusdirektor Thomas Thon und zog Bilanz: Alles hat wunderbar geklappt.
In Artistensprache unterstrich Uta Hübenthal: Wenn sich ein Mensch mit Autismus seiner Umwelt so öffnet, wie wir es jetzt erlebt haben, dann ist das wie ein dreifacher Salto am Trapez. In der Manege stellten sich die Herrinnen der Ringe vor, wurden eine atemberaubende Darbietung mit einem (Plüsch)Eisbären gezeigt und lebende Pyramiden gebaut. Fakire kamen direkt aus dem Orient. In der chinesischen Suppenküche wurde mit den Tellern auf Stäben jongliert. Schließlich machten der echte Haus- und Hoffloh Elfriede und die zweibeinigen springenden Flöhe einander ernsthaft Konkurrenz.
Was Akteuren und Publikum sichtlich einen Riesenspaß bereitete, hat einen ernsthaften Hintergrund, gehört zur Zirkus- und Erlebnispädagogik und dient nicht zuletzt sogar therapeutischen Zielen. Uta Hübenthal und Thomas Thon nennen Stichworte: Schulung motorischer Fähigkeiten, Gruppenarbeit, Entwicklung sozialer Kompetenzen und emotionaler Stabilität, Körpererfahrung, Stärkung des Selbstbewusstseins. Was jetzt aufgebaut wurde, davon sind sie überzeugt – kann fortgesetzt werden, z. B. gruppenübergreifend im Haus am Lunapark.
Christine Bose


