Minister lehnt weitere Stromtrassen ab
Dienstag, 26. November 2013, 11:34 Uhr
Thüringen leistet mit der ‚Thüringer Strombrücke’ bereits einen maßgeblichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland. Zusätzliche Hochspannungsleitungen durch den Freistaat darf es deshalb nicht geben, sagt Minister Christian Carius. Bei weiteren Stromtrassen wären auch das Eichsfeld und der Kyffhäuserkreis betroffen...
"Denn ein weiterer Netzausbau erneut durch Thüringen führt zu einer Belastung für unser Land, die nicht akzeptabel ist. Das erklärte heute Türingens Landesentwicklungsminister Christian Carius zum nationalen Netzentwicklungsplan des Bundes.
Die in den Planungen fixierten Netzvarianten für Thüringen mit Querungen des Thüringer Walds würden bei einer Umsetzung massiv unsere Landschaft beeinträchtigen. Das gilt es zu verhindern, sagte Carius in Erfurt. Neue Trassen würden überdies die wirtschaftliche und touristische Weiterentwicklung blockieren. Auch sind zusätzliche Leitungen mit den Regionalplänen und den Zielen der Raumordnung nicht vereinbar. Wir erwarten deshalb von der federführenden Bundesnetzagentur das unsere Ziele der landesweiten und regionalen Raumordnung zwingend beachtet werden.
Carius forderte die Stromnetzplaner auf, Alternativprüfungen außerhalb Thüringens einzubeziehen. Er zeigte sich obendrein davon überzeugt, dass angesichts der Stromerzeugung in Sachsen-Anhalt (Windenergie) und Sachsen (Braunkohlestrom) auf zusätzliche Thüringen-Trassen verzichtet werden könne.
Die Ausbaupläne des Stromnetzes in Thüringen sind morgen auch Gegenstand der Kabinettberatung.
Hintergrund
Im Rahmen der Bundesfachplanung werden Trassenkorridore bestimmt, die eine Breite von 500 bis 1.000 Metern haben sollen. Nach Abschluss des Verfahrens werden diese Korridore in den Bundesnetzplan aufgenommen. Die Übertragungsnetzbetreiber befinden sich gegenwärtig in der Phase der Grobkorridorermittlung im Vorfeld des Antrags auf Bundesfachplanung.
Thüringen ist bei der aktuellen Planung potenziell durch zwei Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungen (HGÜ) betroffen. Das sind der HGÜ-Korridor C (Wilster bei Itzehoe in Schleswig-Holstein – Grafenrheinfeld) sowie der HGÜ-Korridor D (Lauchstädt bei Halle – Meitingen bei Augsburg). Es handelt sich somit - neben der bereits gesetzlich gesicherten und planerisch weit fortgeschrittenen 380-kV-Südwestkuppelleitung (Thüringer Strombrücke) über den Thüringer Wald, um zwei weitere mögliche Hochspannungsübertragungsleitungen durch den Freistaat.
Nach den aktuellen Planungen der Übertragungsnetzbetreiber wären folgende Landesteile potenziell durch den Bau weiterer Höchstspannungsleitungen betroffen:
HGÜ-Korridor C (SUED.LINK): Die Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis, Kyffhäuserkreis, Sömmerda, Gotha, Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen sowie die kreisfreie Stadt Eisenach.
HGÜ-Korridor D (Gleichstrompassage Süd-Ost): Die Landkreise Sömmerda, Weimarer Land, Ilm-Kreis, Hildburghausen, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis und Greiz sowie die kreisfreien Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera.
Vorhabenträger für die Gleichstromverbindung im Korridor C mit der Projektbezeichnung SUED.LINK sind die Übertragungsnetzbetreiber TenneT (Bayreuth) und TransnetBW (Stuttgart). Vorhabenträger für die Gleichstromverbindung im Korridor D mit der Projektbezeichnung Gleichstrompassage Süd-Ost sind die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz (Berlin) und Amprion (Dortmund).
Die finale Verantwortung für den Verlauf der zukünftigen Höchstspannungsleitungen liegt bei der Bundesnetzagentur.
Autor: en"Denn ein weiterer Netzausbau erneut durch Thüringen führt zu einer Belastung für unser Land, die nicht akzeptabel ist. Das erklärte heute Türingens Landesentwicklungsminister Christian Carius zum nationalen Netzentwicklungsplan des Bundes.
Die in den Planungen fixierten Netzvarianten für Thüringen mit Querungen des Thüringer Walds würden bei einer Umsetzung massiv unsere Landschaft beeinträchtigen. Das gilt es zu verhindern, sagte Carius in Erfurt. Neue Trassen würden überdies die wirtschaftliche und touristische Weiterentwicklung blockieren. Auch sind zusätzliche Leitungen mit den Regionalplänen und den Zielen der Raumordnung nicht vereinbar. Wir erwarten deshalb von der federführenden Bundesnetzagentur das unsere Ziele der landesweiten und regionalen Raumordnung zwingend beachtet werden.
Carius forderte die Stromnetzplaner auf, Alternativprüfungen außerhalb Thüringens einzubeziehen. Er zeigte sich obendrein davon überzeugt, dass angesichts der Stromerzeugung in Sachsen-Anhalt (Windenergie) und Sachsen (Braunkohlestrom) auf zusätzliche Thüringen-Trassen verzichtet werden könne.
Die Ausbaupläne des Stromnetzes in Thüringen sind morgen auch Gegenstand der Kabinettberatung.
Hintergrund
Im Rahmen der Bundesfachplanung werden Trassenkorridore bestimmt, die eine Breite von 500 bis 1.000 Metern haben sollen. Nach Abschluss des Verfahrens werden diese Korridore in den Bundesnetzplan aufgenommen. Die Übertragungsnetzbetreiber befinden sich gegenwärtig in der Phase der Grobkorridorermittlung im Vorfeld des Antrags auf Bundesfachplanung.
Thüringen ist bei der aktuellen Planung potenziell durch zwei Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungen (HGÜ) betroffen. Das sind der HGÜ-Korridor C (Wilster bei Itzehoe in Schleswig-Holstein – Grafenrheinfeld) sowie der HGÜ-Korridor D (Lauchstädt bei Halle – Meitingen bei Augsburg). Es handelt sich somit - neben der bereits gesetzlich gesicherten und planerisch weit fortgeschrittenen 380-kV-Südwestkuppelleitung (Thüringer Strombrücke) über den Thüringer Wald, um zwei weitere mögliche Hochspannungsübertragungsleitungen durch den Freistaat.
Nach den aktuellen Planungen der Übertragungsnetzbetreiber wären folgende Landesteile potenziell durch den Bau weiterer Höchstspannungsleitungen betroffen:
HGÜ-Korridor C (SUED.LINK): Die Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis, Kyffhäuserkreis, Sömmerda, Gotha, Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen sowie die kreisfreie Stadt Eisenach.
HGÜ-Korridor D (Gleichstrompassage Süd-Ost): Die Landkreise Sömmerda, Weimarer Land, Ilm-Kreis, Hildburghausen, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis und Greiz sowie die kreisfreien Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera.
Vorhabenträger für die Gleichstromverbindung im Korridor C mit der Projektbezeichnung SUED.LINK sind die Übertragungsnetzbetreiber TenneT (Bayreuth) und TransnetBW (Stuttgart). Vorhabenträger für die Gleichstromverbindung im Korridor D mit der Projektbezeichnung Gleichstrompassage Süd-Ost sind die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz (Berlin) und Amprion (Dortmund).
Die finale Verantwortung für den Verlauf der zukünftigen Höchstspannungsleitungen liegt bei der Bundesnetzagentur.
