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Werden Ämter im Eichsfeld verschwinden?

Mittwoch, 19. Februar 2014, 19:00 Uhr
Für den Verlust des Bundeswehrstandortes macht der Unstrut Hainich Kreis und die Stadt Mühlhausen an die Landesregierung konkrete Forderungen auf. Jüngster Wunsch ist es, mehrere Ämter, die bislang in Leinefelde und Worbis sind, nach Mühlhausen zu holen...

Kurz nachdem die Schließung des Bundeswehrstandortes Mühlhausen im Oktober 2011
bekannt gegeben wurde, hatte der Landrat des Uh-Kreises, Harald Zanker, sich mit konkreten Forderungen an die Landesregierung gewandt.

Im Zuge der Konversion des aufzulösenden Militärstandortes wurde bereits im Januar 2012 der Niederlassung von Landesbehörden in Mühlhausen - neben der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, der Förderung des Bildungs- und Wirtschaftsstandortes – in einem Appell an die Landesregierung hohe Priorität eingeräumt. Wörtlich heißt es in dem vom Landrat initiierten Appell: „Bei zukünftigen Standortentscheidungen zu Landesbehörden fordern wir das Land auf, die Stadt Mühlhausen im Besonderen und den Unstrut-Hainich-
Kreis im Allgemeinen stärker zu berücksichtigen. Beispielsweise sind die erforderlichen Kapazitäten für die Niederlassung des Straßenbauamtes und des Staatlichen Schulamtes, sowie des Katasteramtes vorhanden.

Diesem Umstand geschuldet, soll die Landesregierung aktuelle Entscheidungen neu bewerten und Entscheidungen aus der Vergangenheit mit einbeziehen. Die Niederlassung einer dieser Landesbehörden in und um Mühlhausen würde den Gesamtstandort enorm aufwerten.“

„Seit Jahren werden aus Mühlhausen immer wieder Landesbehörden abgezogen. Das Thüringer Straßenbauamt, das Katasteramt, das Landwirtschaftsamt und das Schulamt Nordthüringen sind inzwischen allesamt in Leinefelde-Worbis ansässig.

Was spricht dagegen diese Entscheidungen zugunsten der Kreisstadt zu revidieren?“ , fragt der Landrat.

Nach wie vor würde Landrat Harald Zanker die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen begrüßen, da dies jedoch nur durch die Schaffung von Rahmenbedingungen zu beeinflussen ist, sollten zeitnah zu realisierende Nachnutzungen eingefordert werden, die mit der Ansiedlung von Landesbehörden gegeben wären.

In dem Zusammenhang begrüßte Landrat Harald Zanker die Vorschläge von Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns, der ebenfalls die Ansiedlung von Landesbehörden in Mühlhausen einfordert.

Das Reformkonzept der Landesregierung sieht beispielsweise vor, aus der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, sieben Landwirtschaftsämtern, drei Ämtern für Landentwicklung und Flurneuordnung, der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau und einer Zahlstelle des Landesverwaltungsamtes eine neue Behörde, das Thüringer Landesamt für ländlichen Raum und Landwirtschaft, zu schaffen.

„Warum soll diese Behörde nicht am Standort der Görmarkaserne entstehen?“ fragt Landrat Harald Zanker. „Bis dahin sollte Ministerpräsidentin Lieberknecht ihr Versprechen einhalten, „Mühlhausen nicht allein zu lassen.“, erklärte er. „Spätestens bis die Bundeswehr auszieht, erwarten wir dazu klare, verlässliche Aussagen. Das hieße ja nicht, dass das großräumige Areal neben Landesbehörden nicht auch von Wirtschaftsunternehmen genutzt werden kann. Wichtig ist, dass Arbeitsplätze und Strukturen geschaffen werden, die zukunftsweisend für die Region sind“, so Zanker.
Autor: en

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