Auszeichnung der Stadt Leinefelde-Worbis
Ehrenbrief für Dechant Bernhard Wehner
Mittwoch, 29. Juni 2016, 13:01 Uhr
Der Sitzungssaal im Rathaus Wasserturm war am Abend gut gefüllt, es mussten sogar noch Stühle herangeholt werden. Es war auch ein würdiger Anlass. Die Stadt Leinefelde-Worbis vergab einen Ehrenbrief. Der Geehrte ist Dechant Bernhard Wehner. Eine Auszeichnung für sein würdevolles Engagement in über 20 Jahren als Pfarrer hier....
Dechant Bernhard Wehner wurde mit dem Ehrenbrief der Stadt Leinefelde-Worbis ausgezeichnet und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Fotos: Ilka Kühn
Es waren viele Gäste gekommen, von der Familie Bernhard Wehners, vom Pfarrgemeinderat, der Stadt Leinefelde-Worbis, Freunde, Bekannte und viele, die mit dem Pfarrer in den vergangenen Jahren zu tun hatten.
Bürgermeister Gerd Reinhardt würdigte in seiner Laudatio das Wirken von Pfarrer Bernhard Wehner, die Verbundenheit mit Leinefelde, sein Engagement, wenn es um die Unterstützung von Projekten in der Stadt ging und nicht zuletzt, die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche.
Gerd Reinhardt sagte: "Als gebürtiger Gerstengrunder kennen Sie das Auf und Ab der Wege und auf 500 Metern ist man irgendwie dem Himmel etwas näher gewesen. Schon als Kind waren Sie mit Ihrer Familie fleißig unterwegs. Das hat Ihnen offensichtlich nicht geschadet. Sie kannten die Arbeit im Dorf, tätig sein von klein auf. Das war sozusagen persönlichkeitsprägend, was Ihnen in Ihrem späteren Leben sehr zugute kam, aber wohl mehr Ihren Wirkungsstätten und deren kirchlichen Bauwerken.
Apropos Gerstengrund, ohne Sie Herr Dechant hätten die meisten Leinefelder von diesem Dorf in der Rhön nie etwas gehört. Das wäre schade gewesen, denn von so einer Gemeinde gibt es nur Wenige. Die haben kurzerhand ihre Kirche selbst gebaut, wohl gemerkt 2012 und das mit 61 Einwohnern. Das ist fast mit Kaltohmfeld vergleichbar. Nur war es dort vor 350 Jahren. Ab August können Sie zwar den Kirchturm in Ihrem Heimatort noch nicht sehen, aber Eisenach liegt auf halben Wege. Ihren Weggang bedauern wir sehr."
Dieses Bedauern war bereits in den vergangenen Wochen spürbar. Deshalb waren auch Worte des Dankes gestern Abend im Wasserturm keine Seltenheit.
Am 28. Juli 1980, also auf den Tag der Feierstunde genau vor 36 Jahren wurde Bernhard Wehner durch Bischof Hugo Aufderbeck zum Priester geweiht.
Er wurde Kaplan in Heyerode und Niederorschel, dann Pfarrer in Siemerode und Mengelrode, und trat am 1. August 1996 die Pfarrstelle St. Maria Magdalena in Leinefelde antraten. Genau 20 Jahre später wird er an diesem Tag Leinefelde verlassen haben und seinen Dienst in Eisenach antreten.
Gerd Reinhardt zählte weitere Stationen des Wirkens von Bernhard Wehner in Leinefelde auf: "Die Zuständigkeiten änderten sich schnell. 2002 für die Filialgemeinde Kallmerode, für Breitenholz 2007, für Breitenbach 2011, sowie Beuren und Wingerode ab 2012. Um im Bilde zu bleiben – lauter interessante Wanderziele. Viel Arbeit und Abstimmungsbedarf, da kann man schon einmal durcheinander kommen. Das ist wie eine vorweggenommene kleine mögliche Gebietsreform. Dazu wurden Sie zum 01.01.2011 als Dechant gewählt und ernannt."
Der Bürgermeister verwies auf vieles, was geschaffen werden konnte, erzählte noch kleine Anekdoten und sagte: "Sie haben in Leinefelde und Umgebung bemerkenswerte Spuren hinterlassen. Das erfolgte natürlich nicht im Alleingang. Gott sorgte dafür, dass die richtigen Menschen zur richtigen Zeit in Ihrem Leben erschienen. Menschen, auf die Sie sich verlassen konnten. Menschen, die Sie begeisterten und die mitmachten. Echte Christen, die von Ihrem Elan angesteckt wurden. Etliche sind heute anwesend."
Großartig, dass in 13 Jahren mehr als 20 Projekte über LOS, SVO und Kompetenz stärken – Verantwortung vor Ort durchgeführt werden konnten. Diese Projekte haben vielen Menschen eine sinnvolle und dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit ermöglicht, erklärte Reinhardt und verschwieg auch nicht, dass man sich auch mal wegen Behörden vor Gericht zeihen musste, aber - Gott sei Dank! - gewann.
Zum Schluss sagte Gerd Reinhardt: Die Stadt bedankt sich bei Ihnen für Ihr Engagement mit der Verleihung des Ehrenbriefes. Der dazu notwendige Stadtratsbeschluss wurde einstimmig gefasst, das erwähne ich gern. Gut, dass wir Sie hatten."
Danach überreichte der Bürgermeister Dechant Bernhard Wehner die gerahmte Urkunde mit dem Ehrenbrief. Aber es gab noch mehr Geschenke. Ein ganz besonderes hatte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Jutta König organisiert. Die Tanzgruppe Straight von Leinefelde unter Leitung von Franka Winterlich führte eine Zeitreise durch das Eichsfeld in gekonnten Darstellungen und in sehr ideenreichen Kostümen auf. Jutta König erzählte noch aus den zurückliegenden 20 Jahren, in denen sie mit dem Pfarrer und Dechant zusammenarbeiten und manches Projekt stemmen könnte.
Sascha Richter spielte leise und schwungvolle Musik auf seinem Akkordeon, die sehr passend für diese Feierstunde war. Im Vorraum hatten die Frauen von Tourisma ein Bufett gezaubert, dass jeder Catering-Firma standhielt. An dieser Stelle ein dickes Lob, auch von vielen Gästen! Außerdem wurde noch die zum Stadtfest erschienene CD vorgestellt mit dem Lied der Leinefelder Lämmerschwänze und vielen Bildern über das Geschehen in Leinefelde.
In seinen eigenen Dankesworte erklärte der Dechant den Gästen, wie er eigentlich nach Leinefelde gekommen war. Es war bei einer Tagung, als Bischof Wanke ihm beim Frühstück erklärte, dass in Mühlhausen und Leinefelde Stellen frei sind und das Bistum wünscht, dass er eine von den beiden besetzt. Pfarrer Wehner hatte sich zu dieser Zeit in Siemerode engagiert, war froh, dass die Grenze gefallen war. Aber der Bischof blieb dabei und so sagte Bernhard Wehner, dann gehe ich nach Leinefelde! Bis zum heutigen Tag hat er diesen Schritt nie bereut. Es war immer ein sehr gutes Miteinander, er könne keinen Tag nennen, wo es nicht so gewesen wäre. Dafür ist er sehr dankbar.
Ilka Kühn
Autor: enDechant Bernhard Wehner wurde mit dem Ehrenbrief der Stadt Leinefelde-Worbis ausgezeichnet und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Fotos: Ilka Kühn
Es waren viele Gäste gekommen, von der Familie Bernhard Wehners, vom Pfarrgemeinderat, der Stadt Leinefelde-Worbis, Freunde, Bekannte und viele, die mit dem Pfarrer in den vergangenen Jahren zu tun hatten.
Bürgermeister Gerd Reinhardt würdigte in seiner Laudatio das Wirken von Pfarrer Bernhard Wehner, die Verbundenheit mit Leinefelde, sein Engagement, wenn es um die Unterstützung von Projekten in der Stadt ging und nicht zuletzt, die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche.
Gerd Reinhardt sagte: "Als gebürtiger Gerstengrunder kennen Sie das Auf und Ab der Wege und auf 500 Metern ist man irgendwie dem Himmel etwas näher gewesen. Schon als Kind waren Sie mit Ihrer Familie fleißig unterwegs. Das hat Ihnen offensichtlich nicht geschadet. Sie kannten die Arbeit im Dorf, tätig sein von klein auf. Das war sozusagen persönlichkeitsprägend, was Ihnen in Ihrem späteren Leben sehr zugute kam, aber wohl mehr Ihren Wirkungsstätten und deren kirchlichen Bauwerken.
Apropos Gerstengrund, ohne Sie Herr Dechant hätten die meisten Leinefelder von diesem Dorf in der Rhön nie etwas gehört. Das wäre schade gewesen, denn von so einer Gemeinde gibt es nur Wenige. Die haben kurzerhand ihre Kirche selbst gebaut, wohl gemerkt 2012 und das mit 61 Einwohnern. Das ist fast mit Kaltohmfeld vergleichbar. Nur war es dort vor 350 Jahren. Ab August können Sie zwar den Kirchturm in Ihrem Heimatort noch nicht sehen, aber Eisenach liegt auf halben Wege. Ihren Weggang bedauern wir sehr."
Dieses Bedauern war bereits in den vergangenen Wochen spürbar. Deshalb waren auch Worte des Dankes gestern Abend im Wasserturm keine Seltenheit.
Am 28. Juli 1980, also auf den Tag der Feierstunde genau vor 36 Jahren wurde Bernhard Wehner durch Bischof Hugo Aufderbeck zum Priester geweiht.
Er wurde Kaplan in Heyerode und Niederorschel, dann Pfarrer in Siemerode und Mengelrode, und trat am 1. August 1996 die Pfarrstelle St. Maria Magdalena in Leinefelde antraten. Genau 20 Jahre später wird er an diesem Tag Leinefelde verlassen haben und seinen Dienst in Eisenach antreten.
Gerd Reinhardt zählte weitere Stationen des Wirkens von Bernhard Wehner in Leinefelde auf: "Die Zuständigkeiten änderten sich schnell. 2002 für die Filialgemeinde Kallmerode, für Breitenholz 2007, für Breitenbach 2011, sowie Beuren und Wingerode ab 2012. Um im Bilde zu bleiben – lauter interessante Wanderziele. Viel Arbeit und Abstimmungsbedarf, da kann man schon einmal durcheinander kommen. Das ist wie eine vorweggenommene kleine mögliche Gebietsreform. Dazu wurden Sie zum 01.01.2011 als Dechant gewählt und ernannt."
Der Bürgermeister verwies auf vieles, was geschaffen werden konnte, erzählte noch kleine Anekdoten und sagte: "Sie haben in Leinefelde und Umgebung bemerkenswerte Spuren hinterlassen. Das erfolgte natürlich nicht im Alleingang. Gott sorgte dafür, dass die richtigen Menschen zur richtigen Zeit in Ihrem Leben erschienen. Menschen, auf die Sie sich verlassen konnten. Menschen, die Sie begeisterten und die mitmachten. Echte Christen, die von Ihrem Elan angesteckt wurden. Etliche sind heute anwesend."
Großartig, dass in 13 Jahren mehr als 20 Projekte über LOS, SVO und Kompetenz stärken – Verantwortung vor Ort durchgeführt werden konnten. Diese Projekte haben vielen Menschen eine sinnvolle und dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit ermöglicht, erklärte Reinhardt und verschwieg auch nicht, dass man sich auch mal wegen Behörden vor Gericht zeihen musste, aber - Gott sei Dank! - gewann.
Zum Schluss sagte Gerd Reinhardt: Die Stadt bedankt sich bei Ihnen für Ihr Engagement mit der Verleihung des Ehrenbriefes. Der dazu notwendige Stadtratsbeschluss wurde einstimmig gefasst, das erwähne ich gern. Gut, dass wir Sie hatten."
Danach überreichte der Bürgermeister Dechant Bernhard Wehner die gerahmte Urkunde mit dem Ehrenbrief. Aber es gab noch mehr Geschenke. Ein ganz besonderes hatte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Jutta König organisiert. Die Tanzgruppe Straight von Leinefelde unter Leitung von Franka Winterlich führte eine Zeitreise durch das Eichsfeld in gekonnten Darstellungen und in sehr ideenreichen Kostümen auf. Jutta König erzählte noch aus den zurückliegenden 20 Jahren, in denen sie mit dem Pfarrer und Dechant zusammenarbeiten und manches Projekt stemmen könnte.
Sascha Richter spielte leise und schwungvolle Musik auf seinem Akkordeon, die sehr passend für diese Feierstunde war. Im Vorraum hatten die Frauen von Tourisma ein Bufett gezaubert, dass jeder Catering-Firma standhielt. An dieser Stelle ein dickes Lob, auch von vielen Gästen! Außerdem wurde noch die zum Stadtfest erschienene CD vorgestellt mit dem Lied der Leinefelder Lämmerschwänze und vielen Bildern über das Geschehen in Leinefelde.
In seinen eigenen Dankesworte erklärte der Dechant den Gästen, wie er eigentlich nach Leinefelde gekommen war. Es war bei einer Tagung, als Bischof Wanke ihm beim Frühstück erklärte, dass in Mühlhausen und Leinefelde Stellen frei sind und das Bistum wünscht, dass er eine von den beiden besetzt. Pfarrer Wehner hatte sich zu dieser Zeit in Siemerode engagiert, war froh, dass die Grenze gefallen war. Aber der Bischof blieb dabei und so sagte Bernhard Wehner, dann gehe ich nach Leinefelde! Bis zum heutigen Tag hat er diesen Schritt nie bereut. Es war immer ein sehr gutes Miteinander, er könne keinen Tag nennen, wo es nicht so gewesen wäre. Dafür ist er sehr dankbar.
Ilka Kühn










