Worbiser Gymnasiasten unterwegs
Nach Danzig an die polnische Ostsee
Freitag, 01. Juli 2016, 08:05 Uhr
Die Worbiser Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen erinnern sich in diesen Tagen besonders gern an ihre Fahrt nach Danzig. Sie wandelten auf den Spuren von Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Hier ein Reisebericht von Marie Salzmann....
Es war Montag, der 13.06.2016, der Tag, an dem unsere Studienfahrt nach Danzig an die polnische Ostsee endlich beginnen sollte. Etwas müde und doch voller Erwartungen stiegen wir um 06.00 Uhr in der Früh in den Bus, um die etwa 12-stündige Fahrt in Richtung Polen anzutreten.
Uns 43 Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen des Marie-Curie Gymnasiums Worbis stand, gemeinsam mit unseren Lehrern Frau Gemsa, Frau C. Schuchardt und Herrn Dietrich eine ereignisreiche Woche bevor. Am Abend im Hotel in Danzig angekommen, bezogen wir die komfortablen Zimmer, stärkten uns beim warmen Abendessen und brachen dann in die Danziger Innenstadt auf.
Unsere Kursfahrt, die vom Fachbereich Deutsch organisiert wurde, hatte das Ziel, auf den Spuren von Literaturnobelpreisträger Günter Grass die schöne Ostseestadt zu erkunden. Passend dazu sollten wir seinen Roman Die Blechtrommel lesen, der dort spielt und dem Leser zeigt, wie eng deutsche und polnische Geschichte miteinander verflochten sind.
So machten wir uns am nächsten Morgen zu einer Stadtführung auf, bei der wir viel Wissenswertes über die Stadt erfuhren und wortwörtlich krass (Grass) auf den Spuren von Günter wanderten. Unter anderem besichtigten wir die Wahrzeichen der Stadt, das mittelalterliche Krantor und die Marienkirche. Den Turm hinauf bezwangen wir 400 Stufen, die für die Sportlichen unter uns kein Problem waren, manch anderen jedoch ganz schön aus der Puste brachte. Von oben hatte man einen herrlichen Blick über die Stadt.
Die polnische Post sowie das Wohnhaus von Günter Grass standen auch auf dem Programm. Am Nachmittag war Shopping angesagt, was natürlich nicht fehlen darf. Abends nach dem Abendessen ging es mit der S-Bahn noch mal nach Sopot, ein direkt neben Danzig gelegenes schickes Ostseebad. Die 500 m lange Seebrücke lud ein, gemütlich am Meer die Seele baumeln zu lassen.
Der Mittwoch stand ganz unter dem Aspekt der Geschichte. Zunächst fuhren wir ins Konzentrationslager Stutthof. Dort wurde uns eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte vor Augen geführt. Es war für jeden von uns schlimm, sich vorstellen zu müssen, was dort vor nicht einmal 80 Jahren passierte. Doch genau deshalb ist es umso wichtiger, dass gerade wir deutschen Jugendlichen dies einmal sehen, denn Geschichte muss verarbeitet und darf nicht totgeschwiegen werden.
Später besichtigten wir die Marienburg, die älteste Backsteinburg Europas, einst Sitz des Deutschen Ordens. Während der Führung erhielten wir viele Informationen und Wissenswertes über die wechselnden Besitzer der Burg. Am späteren Abend ging es dann zur Bowling-Bahn, wo wir ein paar lustige Stunden verbrachten.
Am Donnerstag fuhren wir mit einer Galeone zur Westerplatte, wo die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges gefallen waren. Im Gedenken an die gefallenen Soldaten wurde dort ein Denkmal errichtet, an dem auch wir ein paar Minuten innehielten. Danach brachte uns unser Bus erneut nach Sopot, dem nahegelegenen Badeort, wo uns der Nachmittag zur freien Verfügung stand.
Es war herrlich, dort am Strand entlang zu spazieren, ein Eis zu schlecken oder durch die Geschäfte zu bummeln. So konnte man die ereignisreiche Woche Revue passieren lassen und etwas Kraft tanken. Am Abend schauten wir alle zusammen im Hotel das Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen. Wir verfolgten das Spiel gemeinsam mit einigen polnischen Fans, die erste Halbzeit auf Deutsch und die zweite Halbzeit auf Polnisch mit Rücksicht auf die polnischen Hotelgäste.
Nach einer kurzen Nacht stand dann am Freitagmorgen schon die Rückreise nach Deutschland an. Es regnete in Strömen. Man könnte meinen, dass selbst der Himmel traurig war, dass wir schon wieder fahren mussten. Aber so ist das, wenn man einen liebgewonnenen Ort verlassen muss, man fährt mit einem lachenden und einem weinenden Auge heim.
Nach einer 13,5-stündigen Fahrt, die die meisten mit Schlaf überbrückten, kamen wir wieder in Worbis an.
Abschließend lässt sich sagen, dass wir diese Fahrt auf jeden Fall so schnell nicht vergessen werden. Wir haben viele neue Eindrücke gesammelt, einmal über den Tellerrand geschaut und definitiv unseren Horizont erweitert. Es hat sich gelohnt.
Marie Salzmann
Autor: enEs war Montag, der 13.06.2016, der Tag, an dem unsere Studienfahrt nach Danzig an die polnische Ostsee endlich beginnen sollte. Etwas müde und doch voller Erwartungen stiegen wir um 06.00 Uhr in der Früh in den Bus, um die etwa 12-stündige Fahrt in Richtung Polen anzutreten.
Uns 43 Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen des Marie-Curie Gymnasiums Worbis stand, gemeinsam mit unseren Lehrern Frau Gemsa, Frau C. Schuchardt und Herrn Dietrich eine ereignisreiche Woche bevor. Am Abend im Hotel in Danzig angekommen, bezogen wir die komfortablen Zimmer, stärkten uns beim warmen Abendessen und brachen dann in die Danziger Innenstadt auf.
Unsere Kursfahrt, die vom Fachbereich Deutsch organisiert wurde, hatte das Ziel, auf den Spuren von Literaturnobelpreisträger Günter Grass die schöne Ostseestadt zu erkunden. Passend dazu sollten wir seinen Roman Die Blechtrommel lesen, der dort spielt und dem Leser zeigt, wie eng deutsche und polnische Geschichte miteinander verflochten sind.
So machten wir uns am nächsten Morgen zu einer Stadtführung auf, bei der wir viel Wissenswertes über die Stadt erfuhren und wortwörtlich krass (Grass) auf den Spuren von Günter wanderten. Unter anderem besichtigten wir die Wahrzeichen der Stadt, das mittelalterliche Krantor und die Marienkirche. Den Turm hinauf bezwangen wir 400 Stufen, die für die Sportlichen unter uns kein Problem waren, manch anderen jedoch ganz schön aus der Puste brachte. Von oben hatte man einen herrlichen Blick über die Stadt.
Die polnische Post sowie das Wohnhaus von Günter Grass standen auch auf dem Programm. Am Nachmittag war Shopping angesagt, was natürlich nicht fehlen darf. Abends nach dem Abendessen ging es mit der S-Bahn noch mal nach Sopot, ein direkt neben Danzig gelegenes schickes Ostseebad. Die 500 m lange Seebrücke lud ein, gemütlich am Meer die Seele baumeln zu lassen.
Der Mittwoch stand ganz unter dem Aspekt der Geschichte. Zunächst fuhren wir ins Konzentrationslager Stutthof. Dort wurde uns eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte vor Augen geführt. Es war für jeden von uns schlimm, sich vorstellen zu müssen, was dort vor nicht einmal 80 Jahren passierte. Doch genau deshalb ist es umso wichtiger, dass gerade wir deutschen Jugendlichen dies einmal sehen, denn Geschichte muss verarbeitet und darf nicht totgeschwiegen werden.
Später besichtigten wir die Marienburg, die älteste Backsteinburg Europas, einst Sitz des Deutschen Ordens. Während der Führung erhielten wir viele Informationen und Wissenswertes über die wechselnden Besitzer der Burg. Am späteren Abend ging es dann zur Bowling-Bahn, wo wir ein paar lustige Stunden verbrachten.
Am Donnerstag fuhren wir mit einer Galeone zur Westerplatte, wo die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges gefallen waren. Im Gedenken an die gefallenen Soldaten wurde dort ein Denkmal errichtet, an dem auch wir ein paar Minuten innehielten. Danach brachte uns unser Bus erneut nach Sopot, dem nahegelegenen Badeort, wo uns der Nachmittag zur freien Verfügung stand.
Es war herrlich, dort am Strand entlang zu spazieren, ein Eis zu schlecken oder durch die Geschäfte zu bummeln. So konnte man die ereignisreiche Woche Revue passieren lassen und etwas Kraft tanken. Am Abend schauten wir alle zusammen im Hotel das Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen. Wir verfolgten das Spiel gemeinsam mit einigen polnischen Fans, die erste Halbzeit auf Deutsch und die zweite Halbzeit auf Polnisch mit Rücksicht auf die polnischen Hotelgäste.
Nach einer kurzen Nacht stand dann am Freitagmorgen schon die Rückreise nach Deutschland an. Es regnete in Strömen. Man könnte meinen, dass selbst der Himmel traurig war, dass wir schon wieder fahren mussten. Aber so ist das, wenn man einen liebgewonnenen Ort verlassen muss, man fährt mit einem lachenden und einem weinenden Auge heim.
Nach einer 13,5-stündigen Fahrt, die die meisten mit Schlaf überbrückten, kamen wir wieder in Worbis an.
Abschließend lässt sich sagen, dass wir diese Fahrt auf jeden Fall so schnell nicht vergessen werden. Wir haben viele neue Eindrücke gesammelt, einmal über den Tellerrand geschaut und definitiv unseren Horizont erweitert. Es hat sich gelohnt.
Marie Salzmann

