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Welt-Rheuma-Tag 2016 in Heilbad Heiligenstadt

Aktionstag in der Sporthalle am Stadion

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 13:02 Uhr
Der Tag der offenen Tür der Rheumaliga AG Heiligenstadt findet heute von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr in der Sporthalle des Stadions „Gesundbrunnen“ in Heilbad Heiligenstadt statt. Zum Welt-Rheuma-Tag steht dieser Tag unter dem Motto: „Rheuma braucht Bewegung, vor allem in der Gruppe“....

So macht Bewegung Spaß und schmerzt nur halb so viel. Dazu bietet die Arbeitsgruppe Heiligenstadt je ein Schnupperangebot zu Trockengymnastik, Tai Chi und Nordic Walking an. Zudem trifft man dort Menschen, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben und die gleichen Höhen und Tiefen kennen.

Interessierte bekommen einen Einblick in die ehrenamtliche Tätigkeit der Selbsthilfe. Das Infomobil des Landesverbandes der Rheumaliga wird beratend zur Verfügung stehen.

Zum Welt-Rheuma-Tag
Rheuma – schon in der Bedeutung des griechischen Wortes stecken die Hauptbeschwerden: fließende, reißende, ziehende Schmerzen. Obwohl es „das“ Rheuma als Erkrankung eigentlich gar nicht gibt....

Vielmehr bezeichnet der Begriff eine Gruppe vieler Erkrankungen der Gelenke, Knochen, Sehnen, Muskeln und Bänder. Unter „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“ – so der medizinische Fachbegriff – fallen zum Beispiel die rheumatoide Arthritis, die Arthrose, Morbus Bechterew, Gicht oder Fibromyalgie. So sehr die Erkrankungen sich auch unterscheiden, eines ist allen gemeinsam: Sie sind mit Schmerzen verbunden, die nicht nur die Bewegungsfähigkeit einschränken, sondern oft auch die Lebensqualität der Millionen Betroffenen.


Unüberschaubar und unvorhersehbar
Wie viele Arten rheumatischer Erkrankungen es gibt, ist schwer zu sagen. Die Angaben reichen von rund 100 bis zu etwa 400 unterschiedlichen Diagnosen. Grundsätzlich nimmt die Medizin eine Einteilung in verschiedene Hauptgruppen vor: Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zählen neben anderen die rheumatoide Arthritis und der Morbus Bechterew, während die Arthrosen zu den „degenerativen“ Formen gehören.

Hinzu kommen Stoffwechselstörungen wie die Gicht, die rheumatische Beschwerden verursachen sowie nicht-entzündliche Erkrankungen mit Schmerzen im ganzen Körper wie das Fibromyalgie-Syndrom. Bei den entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen, beispielsweise dem systemischen Lupus erythematodes oder den Gefäßerkrankungen, sind auch innere Organe oder die Haut betroffen.

Die unüberschaubare Vielfalt an möglichen Symptomen stellt hohe Anforderungen an die Diagnostik, um eine wirksame Strategie für die Behandlung zu finden. Allerdings ist Rheuma bis heute nicht heilbar – die Behandlung richtet sich daher auf die Linderung der Symptome und gegen das weitere Fortschreiten der Erkrankung. Zudem sind rheumatische Erkrankungen unberechenbar: Sie verlaufen häufig in Schüben, verursachen mal mehr und mal weniger Schmerzen, können sich überraschend verschlechtern oder unter bestimmten Medikamenten sogar zum Stillstand kommen.

Schmerz als ständiger Begleiter
Die genauen Ursachen einer rheumatischen Erkrankung liegen noch immer im Verborgenen. Fest steht jedoch: Vielen Formen liegt eine Störung des Immunsystems zu Grunde. Bei der rheumatoiden Arthritis beispielsweise greift die körpereigene Abwehr irrtümlich die Gelenkinnenhaut an. Diese wuchert und zerstört Knorpel und Gelenkknochen. Die Folge sind zunehmende entzündungsbedingte Schmerzen, Schwellungen und abnehmende Funktion der betroffenen Gelenke.

Bei sämtlichen Formen von Rheuma gilt: Meist machen Schmerzen überhaupt erst auf die Erkrankung aufmerksam, obwohl sie möglicherweise schon längere Zeit besteht. Doch der Schmerz ist nicht nur Symptom, sondern auch ständiger Begleiter der Erkrankung. Nicht selten koppelt er sich von seiner eigentlichen Ursache ab und wird zum chronischen Schmerz. In allen Fällen kostet er die betroffenen Patienten einen großen Teil ihrer Lebensqualität.

Der Schmerztherapie kommt deshalb eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von Menschen mit Rheuma zu. Neben den Basismedikamenten, die langfristig in den Krankheitsverlauf eingreifen und dauerhafte Krankheitsfolgen verlangsamen können, gibt es schmerlindernde Medikamente, von denen einige zusätzlich auch Entzündungen bekämpfen – mit oder ohne Kortison. Hinzu kommen so genannte Biologika, die das Immunsystem ganz gezielt beeinflussen. Neben ihrer Wirksamkeit unterscheiden sich die medikamentösen Therapien auch in der Art und Schwere der möglichen Nebenwirkungen.

Im Kampf gegen den Schmerz können die Patienten aber auch selbst einiges tun: indem sie in Bewegung bleiben, nicht rauchen, Patientenschulungen in Anspruch nehmen und sich gesund ernähren.

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