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Leinefelde-Worbis

Die Stadt hat nun einen Lutherweg

Samstag, 01. April 2017, 17:02 Uhr
Am 31. März 2017 hat die Leinefelde-Worbiser Stadtverwaltung gezeigt, dass sie in der Lage ist, öffentlichkeitswirksame und inhaltlich verschiedene Termine zu bündeln und jeden für sich trotzdem noch in würdiger Form zu gestalten...

Infotafel Lutherweg (Foto: Ilka Kühn) Infotafel Lutherweg (Foto: Ilka Kühn)


Eröffnung Lutherweg (Foto: Ilka Kühn) Eröffnung Lutherweg (Foto: Ilka Kühn)


So wurde um 15 Uhr der neue Lutherweg eröffnet und eine Stunde später zwei evangelische Geistliche mit dem Ehrenbrief der Stadt gewürdigt. Es war der Tag der kurzen Wege, sagte Bürgermeister Marko Grosa, denn alles spielte sich neben dem Worbiser Rathaus, vor der evangelischen Kirche ab. Dort hatten sich um den Krengeljägerbrunnen interessierte Bürger, Wanderer und Kommunalpolitiker eingefunden.

Enthüllung der Infotafel (Foto: Ilka Kühn) Enthüllung der Infotafel (Foto: Ilka Kühn)


Noch verhüllte ein Tuch die Tafel an der Wand der evangelischen Kirche, die nun zeigt, auf welchem Pfad man wandeln kann. Nach Spuren Luther zu suchen, ist sicher nur im übertragenen Sinne möglich, denn der Reformator war nie im Eichsfeld, jedenfalls ist darüber nichts bekannt, das betonte auch der evangelische Pfarrer Peter Michael Schmudde.

Der Lutherweg wurde nicht extra angelegt, sondern es wurden bestehende Wege entsprechend hergerichtet, dass sie jetzt von Wanderern gut begangen werden können. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 36 000 Euro. 13 000 Euro davon hat die Stadt selbst bezahlt, das andere kam aus dem Fördertopf des Leader-Programms zur Förderung der ländlichen Entwicklung und Revitalisierung von Brachflächen.

Und brach liegen soll der Lutherweg nicht. Die Stadt erhofft sich Zuspruch im Jubiläumsjahr, wo die evangelische Kirche 500 Jahre Reformation feiert. Der Stadtrat hatte das offensichtlich vorausgesehen, als er den Beschluss gefasst hatte und damit der Idee von Renate Thüngertal und Bettina Recke, den beiden Ortsteilbürgermeisterinnen von Kirchohmfeld und Kaltohmfeld gefolgt war. Unterstützung hatten die beiden auch in Gerd Reinhardt, der als ehemaliger Bürgermeister die Idee forcierte, zumal es ja Fördergelder geben sollte. Zur Eröffnung des Lutherweges war er auch nach Worbis gekommen.

Bürgermeister Marko Grosa verwies in seiner Rede noch auf Details rund um den Lutherweg: "Der städtische Lutherweg ist insgesamt etwa 17 Kilometer lang und führt Einheimische wie Gäste zu den Sehenswürdigkeiten in den vier Ortsteilen. Dazu wurden wie an der evangelischen Kirche in Worbis auch in Wintzingerode, Kirchohmfeld und Kaltohmfeld Informationstafeln angebracht.

Für den Lutherweg mussten keine neuen Wege angelegt werden, er ist auf schon vorhandenen Wegeparzellen ausgewiesen. Gekennzeichnet ist der Lutherweg mit dem Symbol der ´Lutherrose`. Wer wandert, möchte auch rasten – dazu laden verschiedene Raststationen mit Sitzgruppen ein.

Für das Projekt gab es viel Unterstützung. Dank gebührt nicht nur den Wanderwegewarten, die den neuen Weg nun ganz automatisch mitbetreuen, sondern auch dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft."

Pfarrer Peter Michael Schmudde erläuterte noch einige Aspekte zu Luther und dem Eichsfeld: "Wenn er auch nicht persönlich hier gewesen ist, hat er doch Spuren hinterlassen. Es sind nciht unbedingt nur die friedlichsten Spuren: Wer das Buch von Paul Schreckenbach über die von Wintzingerode gelesen hat, weiß das. Es gab hier und in der Umgebung heftige Auseinandersetzungen über diese lutherischen Spuren." Das gehöre zur leidvollen Geschichte des Eichsfeldes und seines Glaubenslebens, fügte er an. Und an anderer Stelle sagte er: "Bei allem ist es aber wichtig hervorzuheben, dass in den evangelischen Gemeinden des Eichsfeldes ein lebendiges Glaubensleben entstanden ist, dass sich bis heute durchträgt. Hier ist die Kirche noch im Dorf, wie man so schön sagt. Ich bin froh, dass mein beruflicher Weg mich hierher geführt hat."

"Für den Weg, der nun ab heute die evangelischen Kirchen unserer Stadt miteinander verbindet, wünsche ich mir vor allem eins: Es mögen Wege sein, auf denen die Menschen Christus begegnen können. Am Wege liegen die Gotteshäuser unserer beiden Kirchen. Und bei der stillen Einkehr hier und da, das solltes es geschehen können, dass Gott den Wanderer berührt in Gedanken und Begegnungen", sagte Peter Michael Schmudde.

Gemeinsam mit Pfarrerin Cornelia Feja, Pfarrer Traugott Eber, Pfarrer Peter-Michael Schmudde und Petra Petri vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung enthüllte Bürgermeister Marco Grosa die Tafel an der evangelischen Kirche in Worbis.

Im Beisein der Gäste wurde dann noch offiziell das Band durchschnitten und der Lutherweg somit eröffnet. Er führt von der evangelischen Kirche Richtung Iberg am Bärenpark vorbei nach Wintzingerode, weiter über den Bodenstein, Adelsborn, Kirchohmfeld nach Kaltohmfeld und von dort über den Mittelberg wieder nach Worbis. Nach dem Banddurchschnitt testen natürlich Wanderer gleich die Strecke.
Ilka Kühn




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