Leinefelde-Worbis
Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft
Montag, 03. April 2017, 14:29 Uhr
Die Stadt Leinefelde-Worbis hat ihre Bewerbung für die Landesgartenschau mit einer Machbarkeitsstudie komplettiert. Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft - so lautet das Thema der Bewerbung der Stadt Leinefelde-Worbis für die Landesgartenschau im Jahr 2024....
Gartenstadt mit Musterhäusern: Ein Beispiel, wie die Gartenstadt anstelle des Garagenkomplexes aussehen könnte. Studie:Büro Sinai, Berlin
Pünktlich zum 31. März ist die Bewerbungsmappe der Eichsfeldstadt in Erfurt eingegangen. Jetzt heißt es abwarten und Daumen drücken, denn die Entscheidung, welche Thüringer Kommune in sieben Jahren Austragungsort der Landesgartenschau ist, fällt voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres.
Die Stadt Leinefelde-Worbis hat viel Kraft in ihren Antrag gesteckt. Reicht es doch nicht aus, nur fantasievolle Pläne zu schmieden. Das Ganze muss mit einer Machbarkeitsstudie unterlegt sein, zu der auch ein Finanzplan gehört. Es galt schon vor einer möglichen Zuschlagserteilung zu klären, ob beispielsweise die benötigten Flächen für ein Ausstellungsgelände samt Blumenhalle, Schaubeeten und Veranstaltungsplatz, Zuwegungen und Parkplätzen 2024 auch zur Verfügung stehen.
Flanierweg mit Blumenrabatten: Blühende Landschaften - die soll es 2024 zum Beispiel entlang der Ohne im Süden Leinefeldes geben. Studie:Büro Sinai, Berlin
In intensiven Arbeitsberatungen mit Behörden, Architekten und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung wurde zum Beispiel ausgelotet, ob sich ein breiter Fußweg von der Leinefelder Südstadt bis zum Birkunger Stausee anlegen lässt, sozusagen eine weitere Grüne Achse. Die Schwierigkeit: Auf dem Weg zum Stausee müssen Bahngleise gekreuzt werden. Geklärt werden musste auch, wo die beiden Hauptzufahrten für das Gartenschaugelände im Leinefelder Süden verlaufen könnten.
Mit der Bewerbung um die Landesgartenschau 2024 stellt sich die Stadt Leinefelde-Worbis nach dem erfolgreichen Stadtumbau in Leinefelde wieder einer großen Herausforderung. In gewisser Weise knüpft das neue Vorhaben an das vorherige an. Wir setzen uns damit selbst unter Druck, das Begonnene nun fortzusetzen, sagt Bürgermeister Marko Grosa. Ihm ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur die Gartenschau um ihrer selbst willen ausrichten will, sondern alles dafür Geschaffene auch Sinn für die Kommune macht.
Das Konzept wurde dem Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt. Einstimmig wurde ihm Zustimmung erteilt. Ende März wurde die Bewerbung bei den Entscheidungsträgern in Erfurt abgegeben.
Die Pläne greifen die schon bestehende Grüne Achse auf, die von Nord nach Süd durch Leinefelde verläuft, setzt sie fort, baut sie aus. So sollen in den verschiedenen Plattenbauquartieren der Leinefelder Südstadt Themengärten entstehen. Bei den Freidenkern vielleicht ein Anarchischer Garten, im Physikerviertel ein Laborgarten, im Dichterviertel ein Traum- und Romantikgarten. Das Musikerquartier könnte einen Vier-Jahreszeiten-Garten bekommen, so die ersten Ideen. Und immer sollen die Anwohner mitgestalten und mitpflegen dürfen.
Am südlichen Stadtrand Leinefeldes stellen sich die Planer die neue Gartenstadt vor - gleichzeitig Hauptausstellungsgelände der Gartenschau. Hier die städtebaulich nicht zufriedenstellende Situation zu verbessern und zum Beispiel das Grundstück, auf dem noch der Garagenkomplex steht, besser zu nutzen, steht aber nicht erst seit der Bewerbung um die Landesgartenschau auf der Agenda der Stadt, betont Bürgermeister Marko Grosa. Ersatz für die wegfallenden Garagen soll an anderen Stellen rechtzeitig geschaffen werden, fügt der Stadtchef hinzu. Derzeit erhebt die Stadtverwaltung den künftigen Bedarf an Garagen in der Leinefelder Südstadt.
In der neuen Gartenstadt stehen dann im Jahr 2024 zur Landesgartenschau Musterhäuser, laden Straßen und Wege zum Flanieren ein. Bestaunt werden können verschiedenste Vor- und Hausgärten. Komplettiert wird dieser Ausstellungsbereich mit dem notwendigen Veranstaltungsgelände samt Bühne und Blumenhalle - obligatorisch bei jeder Gartenschau. Gleich nach der Gartenschau soll das Gelände als Eigenheimgebiet dienen, die schon erschlossenen Flächen werden mit weiteren Eigenheimen bebaut, die schon fertigen Musterhäuser an Interessenten veräußert.
Weiter im Süden präsentiert sich der Flusslauf der Ohne zur Landesgartenschau renaturiert, lädt mit naturnahen Bepflanzungen, Feuchtbiotopen und Streuobstwiesen zum Spazierengehen ein. Der Spaziergang führt dann vielleicht bis zum Birkunger Stausee, an dem sich die Stadt touristische Angebote wünscht, in Form eines Campingplatzes, mit Gastronomie, einer Bootsanlegestelle und mit einem Badebereich am Nordufer.
Die Ideen sind zu Papier gebracht und mit einer Machbarkeitsstudie sowie einem Finanzplan untersetzt. Es wird mit Investitionen in Höhe von knapp 18 Millionen Euro gerechnet, bei einer Förderquote von durchschnittlich 60 Prozent. Jetzt schaut die Stadt Leinefelde-Worbis gespannt nach Erfurt, wo im Herbst dieses Jahres die Entscheidung gefällt werden soll, wer die Landesgartenschau 2024 im Freistaat Thüringen ausrichten darf.
Ausrichter der diesjährigen Landesgartenschau in Thüringen ist die Stadt Apolda. Eröffnet wird die Ausstellung unter dem Motto Blütezeit Apolda dort offiziell am 29. April. Kernbereiche der Landesgartenschau in Apolda sind die Herressener Promenade und der Paulinenpark. Die Herressener Promenade entstand vor mehr als 100 Jahren in mehreren Etappen unter Mitwirkung des Großherzoglich Sächsisch-Weimarischen Hofgärtners und Garteninspektors Otto Ludwig Sckell. Die Promenade ist heute ein Flächendenkmal mit Alleen, Park- und Wasserflächen. Der Paulinenpark wurde Ende des 19. Jahrhunderts entlang der heutigen Bahnhofstraße gebaut.
Wie beides in die Pläne der Landesgartenschau integriert wurde, zeigt Apolda auf einer Wanderausstellung, die am 15. Mai um 10 Uhr im Sozialen Zentrum in Leinefelde eröffnet wird. Hier wird auch die Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis die Ideen für eine Landesgartenschau 2024 der Öffentlichkeit präsentieren.
Bürgermeister Marko Grosa ist zur Eröffnung Ende April in Apolda dabei und die Arbeitsgruppe Landesgartenschau der Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis zu einem späteren Zeitpunkt eingeladen, mit den Apoldaer Planern und Organisatoren in den Erfahrungsaustausch zu treten.
Natalie Hünger, Stadtverwaltung
Autor: enGartenstadt mit Musterhäusern: Ein Beispiel, wie die Gartenstadt anstelle des Garagenkomplexes aussehen könnte. Studie:Büro Sinai, Berlin
Pünktlich zum 31. März ist die Bewerbungsmappe der Eichsfeldstadt in Erfurt eingegangen. Jetzt heißt es abwarten und Daumen drücken, denn die Entscheidung, welche Thüringer Kommune in sieben Jahren Austragungsort der Landesgartenschau ist, fällt voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres.
Die Stadt Leinefelde-Worbis hat viel Kraft in ihren Antrag gesteckt. Reicht es doch nicht aus, nur fantasievolle Pläne zu schmieden. Das Ganze muss mit einer Machbarkeitsstudie unterlegt sein, zu der auch ein Finanzplan gehört. Es galt schon vor einer möglichen Zuschlagserteilung zu klären, ob beispielsweise die benötigten Flächen für ein Ausstellungsgelände samt Blumenhalle, Schaubeeten und Veranstaltungsplatz, Zuwegungen und Parkplätzen 2024 auch zur Verfügung stehen.
Flanierweg mit Blumenrabatten: Blühende Landschaften - die soll es 2024 zum Beispiel entlang der Ohne im Süden Leinefeldes geben. Studie:Büro Sinai, Berlin
In intensiven Arbeitsberatungen mit Behörden, Architekten und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung wurde zum Beispiel ausgelotet, ob sich ein breiter Fußweg von der Leinefelder Südstadt bis zum Birkunger Stausee anlegen lässt, sozusagen eine weitere Grüne Achse. Die Schwierigkeit: Auf dem Weg zum Stausee müssen Bahngleise gekreuzt werden. Geklärt werden musste auch, wo die beiden Hauptzufahrten für das Gartenschaugelände im Leinefelder Süden verlaufen könnten.
Mit der Bewerbung um die Landesgartenschau 2024 stellt sich die Stadt Leinefelde-Worbis nach dem erfolgreichen Stadtumbau in Leinefelde wieder einer großen Herausforderung. In gewisser Weise knüpft das neue Vorhaben an das vorherige an. Wir setzen uns damit selbst unter Druck, das Begonnene nun fortzusetzen, sagt Bürgermeister Marko Grosa. Ihm ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur die Gartenschau um ihrer selbst willen ausrichten will, sondern alles dafür Geschaffene auch Sinn für die Kommune macht.
Das Konzept wurde dem Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt. Einstimmig wurde ihm Zustimmung erteilt. Ende März wurde die Bewerbung bei den Entscheidungsträgern in Erfurt abgegeben.
Die Pläne greifen die schon bestehende Grüne Achse auf, die von Nord nach Süd durch Leinefelde verläuft, setzt sie fort, baut sie aus. So sollen in den verschiedenen Plattenbauquartieren der Leinefelder Südstadt Themengärten entstehen. Bei den Freidenkern vielleicht ein Anarchischer Garten, im Physikerviertel ein Laborgarten, im Dichterviertel ein Traum- und Romantikgarten. Das Musikerquartier könnte einen Vier-Jahreszeiten-Garten bekommen, so die ersten Ideen. Und immer sollen die Anwohner mitgestalten und mitpflegen dürfen.
Am südlichen Stadtrand Leinefeldes stellen sich die Planer die neue Gartenstadt vor - gleichzeitig Hauptausstellungsgelände der Gartenschau. Hier die städtebaulich nicht zufriedenstellende Situation zu verbessern und zum Beispiel das Grundstück, auf dem noch der Garagenkomplex steht, besser zu nutzen, steht aber nicht erst seit der Bewerbung um die Landesgartenschau auf der Agenda der Stadt, betont Bürgermeister Marko Grosa. Ersatz für die wegfallenden Garagen soll an anderen Stellen rechtzeitig geschaffen werden, fügt der Stadtchef hinzu. Derzeit erhebt die Stadtverwaltung den künftigen Bedarf an Garagen in der Leinefelder Südstadt.
In der neuen Gartenstadt stehen dann im Jahr 2024 zur Landesgartenschau Musterhäuser, laden Straßen und Wege zum Flanieren ein. Bestaunt werden können verschiedenste Vor- und Hausgärten. Komplettiert wird dieser Ausstellungsbereich mit dem notwendigen Veranstaltungsgelände samt Bühne und Blumenhalle - obligatorisch bei jeder Gartenschau. Gleich nach der Gartenschau soll das Gelände als Eigenheimgebiet dienen, die schon erschlossenen Flächen werden mit weiteren Eigenheimen bebaut, die schon fertigen Musterhäuser an Interessenten veräußert.
Weiter im Süden präsentiert sich der Flusslauf der Ohne zur Landesgartenschau renaturiert, lädt mit naturnahen Bepflanzungen, Feuchtbiotopen und Streuobstwiesen zum Spazierengehen ein. Der Spaziergang führt dann vielleicht bis zum Birkunger Stausee, an dem sich die Stadt touristische Angebote wünscht, in Form eines Campingplatzes, mit Gastronomie, einer Bootsanlegestelle und mit einem Badebereich am Nordufer.
Die Ideen sind zu Papier gebracht und mit einer Machbarkeitsstudie sowie einem Finanzplan untersetzt. Es wird mit Investitionen in Höhe von knapp 18 Millionen Euro gerechnet, bei einer Förderquote von durchschnittlich 60 Prozent. Jetzt schaut die Stadt Leinefelde-Worbis gespannt nach Erfurt, wo im Herbst dieses Jahres die Entscheidung gefällt werden soll, wer die Landesgartenschau 2024 im Freistaat Thüringen ausrichten darf.
Ausrichter der diesjährigen Landesgartenschau in Thüringen ist die Stadt Apolda. Eröffnet wird die Ausstellung unter dem Motto Blütezeit Apolda dort offiziell am 29. April. Kernbereiche der Landesgartenschau in Apolda sind die Herressener Promenade und der Paulinenpark. Die Herressener Promenade entstand vor mehr als 100 Jahren in mehreren Etappen unter Mitwirkung des Großherzoglich Sächsisch-Weimarischen Hofgärtners und Garteninspektors Otto Ludwig Sckell. Die Promenade ist heute ein Flächendenkmal mit Alleen, Park- und Wasserflächen. Der Paulinenpark wurde Ende des 19. Jahrhunderts entlang der heutigen Bahnhofstraße gebaut.
Wie beides in die Pläne der Landesgartenschau integriert wurde, zeigt Apolda auf einer Wanderausstellung, die am 15. Mai um 10 Uhr im Sozialen Zentrum in Leinefelde eröffnet wird. Hier wird auch die Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis die Ideen für eine Landesgartenschau 2024 der Öffentlichkeit präsentieren.
Bürgermeister Marko Grosa ist zur Eröffnung Ende April in Apolda dabei und die Arbeitsgruppe Landesgartenschau der Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis zu einem späteren Zeitpunkt eingeladen, mit den Apoldaer Planern und Organisatoren in den Erfahrungsaustausch zu treten.
Natalie Hünger, Stadtverwaltung


