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Aus der Musikszene

Ross Antony auf Partykurs mit neuer CD

Montag, 02. Oktober 2017, 05:29 Uhr
Ross Antony ist ein echtes Multitalent, er singt, tanzt, moderiert und kann dabei herrlich über sich selber lachen. Vor allem sein ganz spezieller Humor hat dem Engländer viele Sympathien verschafft. Einiges Privates verrät er auch hier im Interview....

Ross Antony (Foto: Agentur) Ross Antony (Foto: Agentur)

Sein Sieg beim Dschungel Camp ("Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!") war für Ross Antony 2008 ein großer Schritt und wichtiger Karrierekick. Ross stammt aus einer britischen Künstlerfamilie und konnte bereits mit drei Jahren erste Bühnenauftritte vorweisen.

Er nahm Gesangs- und Tanzunterricht und schloss nach der Schule eine Musicalausbildung ab. 1997 kam er für die Welturaufführung des Musicals „Catharine“ erstmals nach Deutschland. 2001 bewarb sich Ross Antony für die zweite Staffel der Castingshow „Popstars“. Er schaffte es in die Pop-R ’n’ B-Band „Bro’Sis“, mit der er vier Jahre lang Erfolge feierte. Nach über vier Millionen verkauften Platten, erfolgreichen Touren und diversen Gold- und Platinauszeichnungen trennte sich die Band 2005.

Nach dem Ende seiner Pop-Karriere ging Ross Antony zurück zum Musical, spielte u.a. in „Elisabeth“ und „Saturday Night Fever“. 2007 veröffentlichte er seine Autobiografie „The Inside Me“, mit tiefen Einblicken in sein Leben. Inzwischen moderiert er zahlreiche TV-Shows und hat mit Spaß den deutschen Schlager für sich entdeckt.

Stefan Peter sprach mit ihm über sein neues Album „Aber bitte mit Schlager“, die Liebe zur deutschen Musik und Angela Merkel.

Hallo Ross, wie geht es Dir?
Ach richtig gut, ich bin viel unterwegs und habe gerade meine neue Schlager CD veröffentlicht.

Erzähl uns bitte ein bisschen was darüber
Gern. Also ich bin sehr stolz darauf, diese CD gemacht zu haben. Weißt du, es ist eine schöne Erinnerung an meinen Papa, der Anfang des Jahres verstorben ist. Es hat eine Liste gehabt mit Schlager Songs, die er sehr geliebt hat, weil er mochte Schlager, genauso gern wie ich. Als er mir diese Liste gab sagte er, er würde sich freuen, wenn ein paar Lieder auf die neue Platte kommen. Und ich fand seine Auswahl so gut, dass ich alle diese Lieder dann auch als Überraschung für ihn eingesungen hab. Leider hat er die Fertigstellung nun nicht mehr erlebt. Aber meine Mutter hat gesagt, mach weiter und zieh das durch es ist eine schöne Erinnerung für Dich, an ihn. Weißt Du die Musik hat mir sehr geholfen über seinen Tod hinweg zu kommen und immer wenn ich die Lieder singe, hab ich das Gefühl, das mein Papa irgendwie bei mir ist…

Sag mal, dein Vater als Engländer, verstand er die Texte der deutschen Schlager? Wusste er, was da gesungen wird?
Ja, mein Papa hat sich in diese Lieder verliebt und sie haben ihm geholfen die deutsche Sprache zu erlernen.

Du selbst sprichst ein richtig gutes Deutsch. Wo hast du es gelernt?
In der Schule, als ich damals die Möglichkeit dazu hatte. Aber dann so mit circa 13 hab ich das abgebrochen, da ich dachte, das doch eh alle Welt englisch spricht. Und Jahre später mit ich dann mit meinem ersten richtigen Job im Musical nach Deutschland gekommen. Ich finde, wenn man in einem Land lebt wo die Sprache nicht deine Muttersprache ist, sollte man sie unbedingt lernen. Das ist schon sehr wichtig.

Wie kommt man als Engländer zur deutschen Musik bzw. zum Schlager?
Also angefangen hab ich in Deutschland mit Musical. In dieser Zeit bin ich auch auf vielen Festivals und Shows gewesen und hab Auftritte von Jürgen Drews, DJ Ötzi oder Roberto Blanko gesehen und ich war fasziniert davon, wie glücklich und gut drauf die Zuschauer immer waren? Damals dachte ich mir schon, das ich gerne in dieser Musiksparte etwas machen würde...

Aber dann kam Bro’sis dazwischen, was ohne Zweifel eine große Chance und tolle Zeit war. Wir haben fast fünf Jahre Erfolg gehabt und haben dann gemeinsam beschlossen, dass wir aufhören. Und dann, ein paar Jahre später, kam man auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen kann etwas im Bereich Schlager zu machen...

Und Du hast gesagt ja, das ist es?
Ha, ha, ja ja jaaaaaaaaaaaaaaa ich will das machen. (lacht) Ich hätte nie gedacht, dass ich damit Erfolg haben könnte. Es ist nun schon mein viertes Schlager Album und ich bin jeden Tag so dankbar, dass ich das machen kann, was mein Leben und meine Leidenschaft ist. Ich liebe es auf der Bühne zu stehen und die Menschen einfach ein bisschen glücklich zu machen.

Hast du noch Kontakt zu den Kollegen von Bro’sis?
Oh ja, vor allem mit Giovanni, der ja auch musikalisch seinen Weg gefunden hat. Manchmal auch mit Shaham – das ist wie eine Schulklasse. Weißt Du, man geht getrennte Wege, aber wenn wir uns sehen, ist es immer noch schön.

Du sagst von dir selbst und man merkt es auch, dass Du eine Frohnatur bist. Wie erhältst Du Dir das in den heutigen Zeiten?
Ich glaube, ich hab das von meinen Eltern geerbt. Das Leben ist einfach zu kurz, um immer traurig zu sein. Ich bin jetzt 43, die Jahre sind so schnell vergangen und ich will jede Minute genießen und dank meiner Eltern hab ich eine sehr positive Einstellung zum Leben. Und wenn ich sehe, einem geht es nicht gut, dann möchte ich versuchen, ihm Mut und Kraft zu geben.

Hast Du noch Ziele?
Weißt du, ich hab ein gutes Leben, einen tollen Mann an meiner Seite und eigentlich alles erreicht, was ich wollte. Aber es war auch harte Arbeit, ich habe nichts auf dem silbernen Tablett bekommen. Auf diese Schlagerkarriere, die ich liebe und lebe habe ich 15 Jahre warten müssen bis ein Angebot von der Plattenfirma kam. Ich bin jetzt 21 Jahre in Deutschland und ich habe immer geglaubt und gehofft eines Tages diese Chance im Leben zu bekommen.

Das ist eine lange Zeit
Ja, manchmal muss man eben nur geduldig sein, auch immer wieder an sich arbeiten und nicht aufgeben

Gibt es einen Lieblingssong auf der CD für Dich???
Ja, „Aber bitte mit Sahne“ das war einer der ersten Songs die ich in Deutschland im Radio gehört habe. Dann sehe ich mich immer, wie ich mit dem Bus nach Essen kam und hörte wie dieses Lied im Radio lief.

Auf der CD gibst du den „alten Schlagern“ eine neue Richtung, was sagen die Kollegen dazu, was du aus ihren Liedern gemacht hast?
Ja, ich hab ein bisschen Angst gehabt, diese Songs zu covern, ja das geb ich zu. Klar, ich kann sie nicht toppen, aber ich hab versucht, sie neu zu interpretieren, die alten Sachen ein bisschen aufzupeppen und so ist es ein Partyalbum vom feinsten geworden…lach. Ja und ich denke auch die Kollegen finden das gut und können damit leben.

Bist du denn vor Liveauftritten noch nervös?
Ich würde nicht sagen nervös, aber vorsichtig. Wenn man zu selbstbewusst ist, schleichen sich Fehler rein. Ich habe kleine Schmetterlinge im Bauch, aber keine Elefanten mehr. Ich will immer nur eine gute Show abliefern und bei mir muss alles sitzen, also der Text und die Choreografie. Ich bin nicht der Typ, der einfach nur so rumsteht und singt.

Hast Du Vorbilder?
Ja, ganz klar meine Mama. (Lacht) Sie ist dafür verantwortlich, dass ich so bin, wie ich bin. Ansonsten waren das in den 80igern Kylie Minogue und Rick Astley. Heute finde ich Helene Fischer, Beatrice Egli oder Andrea Berg super, das sind Profis, trotzdem natürlich und echt und das find ich toll. Ich hab großen Respekt vor ihrer Arbeit.

Hast du noch Freizeit?
Immer nur arbeiten, nein das ist nicht gut. Ich muss nicht immer weg fliegen, zu Hause zu sein ist auch sehr schön. Ich bin gern im Garten bei uns zu Hause. Wir haben einen großen Teich. Zu Hause zu sein bedeutet auch: Ich bin mit meinem Mann zusammen und wir gemeinsam Zeit verbringen, in unseren vier Wänden. Auch unsere Hunde sind mir wichtig, um die sehr kümmere ich mich sehr gern und mit ihnen gehen wir oft spazieren.

Wer ist der Boss bei Euch zu Haus?
Paul…mein Mann….ich nicht! Da bin ich ganz ruhig und zurückhaltend. (lacht) Nein im Ernst, da bin ich wie ich bin, meistens gut gelaunt.

Du wirst oft erkannt, ist das ein Problem für dich?
Nein überhaupt nicht! Weißt Du, ich mach Menschen gern glücklich. Ein Foto mit jemanden zu machen dauert nur ein paar Sekunden für mich, aber die Person mit der das Foto entstanden ist, ist den ganzen Tag froh und glücklich. Und das freut mich.

Was ärgert Dich?
Wenn sich Leute nicht bedanken können. Wenn Menschen am Flughafen oder woanders drängeln oder Tiere schlecht behandelt werden….oh da kann ich richtig böse werden.

Und das zu recht!
Genau, das macht mich echt wütend, wenn Tiere gequält werden. Es ist schlimm, weil Tiere sich nicht wehren können. Aber es ärgert mich auch, wenn Menschen keinen Respekt untereinander zeigen…

Wen würdest du gern mal treffen, bzw. mit wem würdest du eine Nacht im Fahrstuhl verbringen?
Angela Merkel!

Echt?
Ja, ich finde das ist eine interessante Frau und sie hat viel getan für Deutschland. Unter anderem wegen ihr hat Deutschland international ein gutes Image, das kann ich Euch als Brite versichern. Und dafür möchte ich einfach mal danke sagen.

Dein Traumjob als Kind war...?
Ich wollte Tierarzt werden…aber durch Mama, Papa und meine Schwester bin ich ins Showbiz gekommen…mein Weg war vorgezeichnet. Lach

Bis Du eitel?
Ja klar….ich suche auch meine Sachen für die Bühne selber aus. Paul kann so was nicht, so etwas entscheide ich. Ich lasse mich gerne von Magazinen inspirieren, was ich tragen kann und so, das ist schon wichtig für mich. Und ich geh zweimal im Monat zum Frisör, wegen der grauen Haare, Du verstehst...

Flunkerst Du da manchmal?
Ja, klar! Ich sag immer ich bin erst 29.

Du hast 20 kg abgenommen, wie geht das???
Ganz einfach, nur die Hälfte essen, auch mal etwas auf dem Teller zurücklassen. Viel Obst und Gemüse, viel bewegen. Und einen Partner haben, der mitmacht und der mich unterstützt, so wie Paul…

Dein peinlichster Moment war?
Bei einer der letzten Bro’sis Shows ist mir die Hose auf der Bühne geplatzt. (lacht) Oh das war echt peinlich, aber ich hab die Show zu Ende gebracht.

Dein schönster Moment?
War bei einer Bambishow Michael Jackson zu treffen …das war echt ein Moment, den ich nie vergessen werde. Zumal er auch unseren Auftritt (Bro’sis) gelobt und mit uns ein paar Worte gesprochen hat…wow.

Was für Musik bevorzugst du privat?
Klar viel Schlager….aber auch viel Soulmusik.

Wie finden es denn deine englischen Freunde, dass du deutschen Schlager machst?
Die finden das toll. Besonders wenn ich einen Auftritt habe, sie verstehen zwar nicht, was ich singe, aber sie finden die Reaktionen, die ihr Rossi da bekommt, großartig.

Und was sie noch viel besser finden ist, wenn wir einkaufen oder so, da bleiben sie immer ein bisschen hinter mir und freuen sich was die Leute so sagen, wenn sie mich erkennen und vorbei gehen. Mein Papa …er konnte ja deutsch, auch er freute sich immer riesig und hat nur gegrinst über die Reaktionen der Menschen, die meist positiv waren, wenn wir unterwegs waren. Dann war er wirklich glücklich.

Was denkst du über die Zukunft?
Ich hab schon ein zweites Standbein, ein Cafe in der Nähe von Siegburg, in dem ich auch ab und zu selber bin und mit Paul ein kleines Hotel in England. Weißt Du, wenn morgen alles vorbei sein sollte, will ich abgesichert sein. Ich hab soviel erreicht in meinem bisherigen Leben. Wer hätte gedacht, dass ich als Engländer in Deutschland verschiedene TV Sendungen habe und moderiere, das ich einen Plattenvertrag habe, Schlager singen darf und den Menschen Freude machen kann. Ich bin so dankbar dafür – wirklich!

Ross, ich danke für das Gespräch und wünsche viel Erfolg weiterhin und einen guten Start für die neue Party CD „Aber bitte mit Schlager“!
Ich danke auch und liebe Grüße an die Leser! So nun muss ich aber los!!

Das Gespräch führte Stefan Peter.
Autor: en

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