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Fast historisch

Menschen machen Geschäfte - für die Region

Montag, 04. Oktober 2021, 14:15 Uhr
Für einige Menschen in der Region ist der Mittwoch ein historischer Moment. Denn das, was am frühen Nachmittag bei Werther abgehen wird, das hatte eine Anlaufzeit von mehr als einem Jahrzehnt...

Hier kommt der Nordthüringer Autohof hin (Foto: nnz) Hier kommt der Nordthüringer Autohof hin (Foto: nnz)
Es war der 20. April des Jahres 2011. Die nnz berichtete aktuell aus einer Sitzung des Nordhäuser Stadtrates. Abgestimmt werden sollte über den Bau eines Autohofes entlang der A 38 bei Sundhausen.

Das Ergebnis der Abstimmung kann man hier nachlesen. Fakt war jedoch, dass der Nordhäuser Stadtrat sich mehrheitlich gegen einen Autohof ausgesprochen hatte. Zu groß schienen damals die Bedenken für die Gewählten zu sein, die immer und immer wieder von einer Bürgerinitiative vorgetragen wurden. Letztlich war es wohl die Horrorbotschaft von einer entstehenden Rotlichtszenerie um den Autohof drumherum, die das Pendel für den Stopp der weiteren Planungen ausschlagen ließ.

Das war vor mehr als zehn Jahren. Aufatmen bei den Gegnern, als vertane Chance einer Millionen-Investition sahen es die Befürworter. Zu denen gehörte der jetzige Landrat Matthias Jendricke, damals noch Bürgermeister von Nordhausen.

In der Region jedoch wurde nach alternativen Standorten gesucht. Bleicherode schied aus, da die Anbindung an die A 38 mehr als ungünstig erschien. Da kam die Stunde des Bürgermeisters der Einheitsgemeinde Werther, Hans-Jürgen Weidt. Der roch den Braten in Form einer Ansiedlung und die sich daraus ergebenden Chancen auch und insbesondere für seine Einheitsgemeinde.

In der Region blieben nach all diesen Jahren des Versuchens, des Hoffens und des Bangens, die Planungen und aus der Region kommt auch rund ein Drittel des nötigen Kapitals für das Vorhaben, das am Ende fast 30 Millionen Euro kosten wird.

Investoren und Planungsbüros gab es immer wieder. Sie kamen unter anderem aus Dresden oder Frankfurt - am Main natürlich. Sie erzählten den Gemeinderäten von Werther schöne Märchen, garniert mit bunten Powerpoint-Präsentationen. Doch in den Jahren 2018, 2019 drehte sich der Wind und es gab Gespräche mit einer Investorengemeinschaft, die bereits an einigen anderen Stellen ihre "Fußabdrücke" hinterlassen hatte: Silvio Wagner und Andreas Peter kamen ins "Spiel" und zum 1. Januar 2019 erwarb das Duo die Grundstücke. Der notwendige Vorhabens- und Erschließungsplan wurde genehmigt, mittlerweile hatten sich die Archäologen sowie die Munitionssucher mit der 100.000 Quadratmeter großen Fläche "beschäftigt".

Das ist der Plan (Foto: AHP) Das ist der Plan (Foto: AHP)
Am Mittwoch nun werden die Arbeiten mit einem "kleinen" Spatenstich für den einzigen Autohof in Thüringen entlang der A38 beginnen. Entstehen wird neben den Parkplätzen für Lkw und Pkw sowie einer Total-Tankanlage eine Landmaschinenwerkstatt von Raiffeisen, ein Fastfood-Restaurant mit dem großen M und zwei Drive-Inn-Fahrspuren sowie ein Discounter, vermutlich der Edeka-Kette. Auch ein weiteres größeres Verwaltungsgebäude könnte möglicherweise in Planung sein. Bis Ende 2023 soll der überwiegende Teil in Betrieb gegangen sein.

Und was ist mit dem Hotel "Zur Hoffnung"? Hier halten sich die Investoren noch etwas bedeckt. Nur soviel kann man ihnen entlocken: "Auch hierfür wird es eine Lösung geben, nur sie muss ob ihres Umfangs von kaufmännischen Erwägungen geprägt sein." Mit in die Planungen einfließen soll auch der Wunsch des ehemaligen Bürgermeisters Weidt nach dem Erhalt von Saal und Gaststätte in der Hoffnung.

Dort, wo Wagner und die Peters ihre Spuren hinterlassen werden, wird die Planung zügig umgesetzt. Das heißt im Klartext, die Erschließungsarbeiten werden unmittelbar beginnen und sollen - abhängig vom Wetter - durchgezogen werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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