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Probebohrungen im Ohmgebirge

Kali-Renaissance nimmt erste Hürde

Freitag, 12. November 2021, 16:00 Uhr
Das Thüringer Bergbauamt hat grünes Licht für eine Bohrung nahe der Ortslage Haynrode gegeben, die noch diesen Monat beginnen soll. Für das Unternehmen "Südharz Kali" ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg, den Kalibergbau im Thüringer Südharz zu reaktivieren...

Vom Kalibergbau sind in Thüringen nur Halden geblieben - geht es nach dem australischen Unternehmern hinter "Südharz Kali" soll der Bergbau in der Region reaktiviert werden (Foto: nnz-Archiv) Vom Kalibergbau sind in Thüringen nur Halden geblieben - geht es nach dem australischen Unternehmern hinter "Südharz Kali" soll der Bergbau in der Region reaktiviert werden (Foto: nnz-Archiv)


Wichtiger Projektfortschritt für Südharz Kali. Nach der behördlichen Genehmigung für die erste Bestätigungsbohrung laufen die Vorbereitungen, gemeinsam mit Dienstleistern aus der Region, auf Hochtouren.

„Wir freuen uns sehr, dass die Genehmigung vorliegt und wir die erste Bestätigungsbohrung im Bergwerkseigentum Ohmgebirge, nahe der Ortslage Haynrode, durchführen können“, sagt Jason Wilkinson, Geschäftsführer der Südharz Kali GmbH. Das Unternehmen stehe für modernen und nachhaltigen Kalibergbau, ohne dauerhafte Salzhalden oder salzhaltige Abwässer.
Das Ohmgebirge ist eines von drei Bergwerkseigentümern, deren Abbaulizenzen das Unternehmen erworben hat. „Dieses Gebiet im Bereich der Ortslagen Kirchworbis-Haynrode-Brehme grenzt an die alten Kaligruben, für die bereits zu DDR-Zeiten eine Erweiterung dorthin geplant war. Das Ohmgebirge ist auch das erste Projekt, dass Südharz Kali konkret vorantreibt. Wir benötigen insgesamt zwei Bestätigungsbohrungen, um das Kalisalzvorkommen im Ohmgebirge auch physisch bewerten zu können.“, erklärt Wilkinson. Die zweite Bestätigungsbohrung soll nahe Worbis stattfinden. Der Antrag zur Genehmigung wurde im August eingereicht.

Das Revier im Thüringer Südharz westlich von Sondershausen und nördlich von Mühlhausen gilt als die größte Kaliressource Westeuropas. Neben dem Ohmgebirge gehören auch noch die Berg- werkseigentümer Ebeleben und Mühlhausen-Nohra zu dieser Lagerstätte. „Bis Anfang der 1980er Jahre gab es geologische Erkundungen im Südharz. Insgesamt liegen Ergebnisse von über 300 Bohrungen aus den vergangenen mehr als 100 Jahren Kalibergbaugeschichte in Thüringen vor. Jedoch existiert kein einziges Körnchen Salz mehr. Daher bestand die Notwendigkeit, in der Nähe alter Bohrlöcher Kalisalzkerne aus der Tiefe zu holen, um die Ergebnisse aus der Vergangenheit auch physisch zu bestätigen.“, erklärt Bergbauunternehmer Wilkinson.

Von dem Bohrplatz, der nahe der Ortslage Haynrode liegt, wird ca. 690 Meter tief in die Erde gebohrt, um den Kalisalzkern herauszuholen. Inklusive Vor- und Nacharbeiten wird das Vorhaben rund vier bis sechs Monate dauern. Der ca. 0,35 Hektar große Bohrplatz werde so eingerichtet, dass der Untergrund für die Belastungen durch die Bohranlage vorbereitet ist und alle gültigen Vorschriften erfüllt würden. Dann erfolgt die eigentliche Bohrung. Im Anschluss wird das Bohrloch wieder verfüllt. Am Ende sollen alle Installationen der Bohrarbeiten an der Oberfläche entfernt werden, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

Der Bohrplatz, die Bohraktivitäten sowie die Wiederherstellung der Ausgangszustandes würden so ausgeführt, dass keine Beeinträchtigung von Umwelt und Grundwasser erfolgen. Außerdem werden alle Aktivitäten sorgfältig mit den Thüringer Behörden abgesprochen und von selbigen bei der Durchführung kontrolliert.

„Wir bereiten nun den Bohrplatz vor. Die eigentlichen Bohrungen starten in zirka sechs bis acht Wochen“, erklärt Jason Wilkinson. Die Anwohner wurden bereits schriftlich über die nächsten Schritte informiert. Zudem ist in Abhängigkeit von der Corona-Entwicklung eine öffentliche Informationsveranstaltung in Haynrode geplant. Wenn beide Bestätigungsbohrungen erfolgreich durchgeführt sind, soll auf Basis der Ergebnisse das weitere Vorgehen für das Ohmgebirge allen voran eine umfassende Machbarkeitsstudie entschieden werden.

In einer Machbarkeitsstudie werden alle relevanten technischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte eines möglichen späteren Bergwerks untersucht. Natürlich gehört dazu auch die Einbeziehung der Interessengruppen und die Entwicklung eines Umweltmanagementplans. Ganz wichtig ist zudem die Auswahl eines Standorts für die Bergwerksanlage. Eine solche Machbarkeitsstudie dauert in der Regel mindestens rund eineinhalb Jahre.

Erst nach der Machbarkeitsstudie kann ein Genehmigungsverfahren für den Bau einer Bergwerksanlage begonnen werden. „Unser langfristiges Ziel ist es, eines der größten Kalireviere weltweit zu reaktivieren und nachhaltig weiterzuentwickeln und damit eine hohe Wertschöpfung für alle Beteiligten, gerade in der Region Nordthüringen, zu schaffen“, betont Jason Wilkinson.
Autor: red

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