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Ein Blick in die Statistik

Thüringen und der Iran

Dienstag, 17. März 2026, 10:16 Uhr
Der Thüringer Außenhandel zeigte im Jahr 2025 moderate Entwicklungen. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, stieg der Wert der Importe im Vorjahresvergleich um 2,0 Prozent, während der Wert der Exporte um 1,1 Prozent zurückging. Die Statistik wirft heute auch einen Blick auf die Handelsbeziehungen zum Iran...

Die wichtigsten Außenhandelspartner Thüringens waren auch 2025 China, die USA, das Vereinigte Königreich und Polen. Der Außenhandel mit der Islamischen Republik Iran spielt für Thüringen dagegen nur eine sehr geringe Rolle. Im Jahr 2025 wurden Waren im Wert von 24,3 Millionen Euro in den Iran exportiert, was lediglich 0,1 Prozent des gesamten Thüringer Exportvolumens entsprach. Nach vorläufigen Angaben belief sich der Gesamtwert der nach Thüringen eingeführten Waren im Jahr 2025 auf 17,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Jahr 2024 entspricht dies einem Anstieg um 2,0 Prozent.

Gleichzeitig sanken die Importpreise deutschlandweit um 0,3 Prozent*. Besonders deutlich nahm der Wert der Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich zu: Er stieg um 233,7 Millionen Euro beziehungsweise 17,6 Prozent. Diese Zunahme resultierte vor allem aus dem Anstieg der aus dem Vereinigten Königreich importierten „Teile von Turbo-Strahl- und Propellertriebwerken“ (+258,5 Millionen Euro).

Auch aus Vietnam wurden erheblich mehr Waren importiert (+103,0 Millionen Euro, +70,8 Prozent). Ein Großteil des Anstiegs resultiert aus dem Import von „Schwerhörigengeräten“ (+61,6 Millionen Euro). Dagegen verringerte sich erneut der Wert der Importe aus China im Jahr 2025 um 147,3 Millionen Euro (-3,2 Prozent), nachdem bereits im Vorjahr ein deutlicher Rückgang von 942,8 Millionen Euro (-17,0 Prozent) verzeichnet worden war. Erneut lag der Rückgang 2025 an einem geringeren Importwert von „Lithium-Ionen-Akkumulatoren“ (-309,8 Millionen Euro). Die Thüringer Exporte beliefen sich im Jahr 2025 auf einen Gesamtwert von 18,2 Milliarden Euro.

Damit lag der Wert der ausgeführten Waren 1,1 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2024. Deutschlandweit stiegen die Exportpreise im gleichen Zeitraum um 1,0 Prozent**. Die USA waren im Jahr 2025 bereits das 10. Jahr in Folge der wichtigste Exportpartner Thüringens. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten machten 11,4 Prozent der gesamten Thüringer Exporte aus. Im Vergleich zum Vorjahr ging ihr Wert jedoch um 6,1 Prozent beziehungsweise 134,9 Millionen Euro zurück.

Exkurs Iran
Im Jahr 2025 wurden Waren im Wert von 24,3 Millionen Euro in die Islamische Republik Iran exportiert. Dies entsprach 0,1 Prozent des gesamten Thüringer Exportvolumens. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausfuhren in den Iran deutlich um 366,3 Prozent beziehungsweise 19,1 Millionen Euro. Dieser starke Zuwachs ist jedoch vor allem darauf zurückzuführen, dass der Exportwert im Jahr 2024 sehr niedrig ausfiel. Den mit Abstand größten Anteil der Exporte bildeten „Flüssigkeitspumpen“, insbesondere „Kreiselpumpen“.

Mit einem Exportwert von 20,2 Millionen Euro machten Flüssigkeitspumpen 83,3 Prozent aller im Jahr 2025 von Thüringen in den Iran ausgeführten Waren aus. Ihr Anteil an den Exporten ist in den vergangenen Jahren, insbesondere seit 2020, kontinuierlich gestiegen. Im Gegensatz dazu wurden aus dem Iran in noch geringem Umfang Waren nach Thüringen importiert. Der Importwert belief sich im Jahr 2025 auf 323 Tausend Euro. Den größten Anteil daran hatten „Safran“ mit 57,6 Prozent sowie „Polystyrol“ mit 42,4 Prozent. Bereits in vergangenen Jahren stellten Safran und verschiedene Polymere die wichtigsten Importgüter aus dem Iran dar.

Die Ausfuhr aus Thüringen wird nach dem Spezialhandelskonzept dargestellt. Dieses umfasst Waren, die aus der Erzeugung, der Be- und Verarbeitung in Thüringen stammen und ausgeführt worden sind. Die Einfuhr lässt sich aus erhebungstechnischen Gründen nur nach dem Generalhandelskonzept nachweisen. Sie enthält neben den zum Ge- und Verbrauch, zur Be- oder Verarbeitung in Thüringen eingehenden Waren zusätzlich Einfuhren von Waren auf Lager, die ggf. danach in andere Bundesländer weitergeleitet werden. Umgekehrt sind Waren, die zunächst in anderen Bundesländern auf Lager genommen werden und danach zum Ge- und Verbrauch, zur Be- oder Verarbeitung nach Thüringen transportiert werden, nicht enthalten. Die Angaben in der vorliegenden Pressemitteilung entsprechen dem Revisionsstand vom Februar 2026. Endgültige Ergebnisse für das Jahr 2025 werden Ende 2026 vorliegen.


*Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-online Code: 61411-0001, Abruf 10. März 2026

**Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-online Code: 61421-0001, Abruf 10. März 2026 Für die Bundesländer liegen keine preisbereinigten Außenhandelsdaten vor.
Autor: red

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