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kostengünstiges Roaming auf Fernreisen

Umbruch im Mobilfunk

Dienstag, 26. Mai 2026, 09:41 Uhr
Nach Jahren des Stillstands kommt aktuell Bewegung in die oft absurd hohen Tarifpreise für mobiles Internet außerhalb der EU: Die Deutsche Telekom bietet zu ihren Tarifen seit kurzem ein weltweites, kostenloses Datenbudget an. Das Vergleichsportal Verivox hat das Angebot analysiert und zeigt, wie sich der Wettbewerb positioniert...

Telefon (Symbolbild) (Foto: Th G auf Pixabay) Telefon (Symbolbild) (Foto: Th G auf Pixabay)
Seit 2017 können Mobilfunkkunden innerhalb der Europäischen Union (EU) zu denselben Konditionen telefonieren und surfen wie zu Hause; für fast alle Fernziele galten jedoch weiterhin hohe Preise. Das hat nun der erste große Anbieter geändert: Die aktuellen Telekom-Vertragstarife beinhalten – ohne Aufpreis – ein Daten-Freibudget für 148 Länder bzw. Regionen weltweit. Dazu gehören beliebte Reiseziele wie etwa Australien, Ägypten, China, die Dominikanische Republik, Indien, Japan, Kanada, Neuseeland, Namibia, Südafrika, Südkorea, Thailand, die Türkei und die USA.

Je nach Tarifgröße sind für diese Ziele zwischen zwei und 50 Gigabyte (GB) Datenvolumen pro Kalenderjahr enthalten, die man flexibel einsetzen kann. Wenn das Budget aufgebraucht ist, wird die Internetverbindung gekappt.

Auch WM-Touristen profitieren vom Freikontingent
„Der Startzeitpunkt für das Auslandsbudget dürfte nicht zufällig gewählt sein“, sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. „Die Telekom hält die TV-Rechte an allen Spielen der diesjährigen Fußball-WM und hat dadurch eine hohe mediale Präsenz. Das neue Tarifkonzept fürs Ausland schließt hier nahtlos an, denn das Freibudget deckt unter anderem alle drei WM-Ausrichterländer ab.“

Wer ohne Datenpaket oder Freibudget etwa in Mexiko mobil surfen möchte, muss mit happigen Preisen rechnen. Abgehende Telefonate schlagen dort nicht selten mit 1,99 oder 2,99 Euro pro Minute zu Buche; noch teurer ist meist die Datennutzung. Je nach Anbieter können in Mexiko selbst kleine Datenblöcke mit 50 Kilobyte (KB) knapp fünf Euro kosten. Zum Vergleich: 50 KB passen in das kleinste Telekom-Freibudget (2 GB) rund 40.000-mal.

Vorreiterrolle der Telekom – andere Kunden müssen warten
Auf Verivox-Anfrage bestätigten die Netzbetreiber Vodafone und 1&1, aktuell keine vergleichbaren Tarife anzubieten. O2 ließ die Anfrage unbeantwortet. „Vor allem Kunden von Discountern und Service-Providern werden noch länger auf Zusatzbudgets fürs Ausland warten müssen“, sagt Schamberg. „Die großen Anbieter geben Tarif-Innovationen und technische Neuerungen grundsätzlich erst später an kleinere Wettbewerber weiter.“

Tipps für Urlauber zum Start der Hauptreisezeit
Kundinnen und Kunden sollten ihre aktuellen Konditionen für das gewünschte Reiseland aufmerksam prüfen: Je nach Zielland kann eine Abrechnung in sehr kleinen Schritten voreingestellt sein, mit Preisen von rechnerisch mehr als 1.000 Euro je GB – bei Discountern können diese Kosten theoretisch mehr als 16.000 Euro pro GB betragen. Inzwischen greift jedoch nach Erreichen von knapp 60 Euro ein gesetzlicher Kostendeckel.

Wer häufiger Fernziele ansteuert, kann eine lokale Prepaidkarte kaufen. Das ist schon vorab online möglich, auch als eSIM. So kostet ein großzügiges Datenbudget meist nur wenige Euro. Wer nicht intensiv surft, sich aber trotzdem absichern möchte, findet kleine Datenpakete auch bei manchen deutschen Anbietern (etwa 10 Euro je GB oder 15 Euro für 2 GB).

„Der Schritt der Telekom ist lobenswert, aber auch überfällig“, sagt Schamberg. „Seit neun Jahren gilt das freie EU-Roaming, weitere Schritte für andere Länder gab es jedoch nur punktuell. Aus Verbrauchersicht ist zu hoffen, dass andere Anbieter baldmöglichst nachziehen. In einer globalisierten Welt sollte es selbstverständlich sein, vor Reiseantritt nicht mühsam recherchieren zu müssen, wie man Mondpreise für die mobile Internetnutzung vermeidet.“

Methodik
Ausgewertet wurden die Roaming-Tarifkonditionen der deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 sowie beispielhaft der Discounter Aldi Talk, Klarmobil und WinSim. Betrachtet wurden jeweils die Tarifstufen für Reiseländer außerhalb der EU. Stand: 11.05.2026.
Autor: psg

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