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NABU-Aktion

Kuck mal, wer da an der Nessel knabbert

Samstag, 13. Juni 2026, 07:00 Uhr
Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und Juckreiz. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird darum aus vielen Gärten verbannt. Doch für viele Schmetterlinge ist die Nessel wichtig, mehr als dreißig heimische Falterarten leben von ihr. Welche das sind, kann jetzt jeder und jede mit der Aktion „Raupen an Brennnesseln“ von NABU und NABU|naturgucker entdecken...

„Besonders die Raupen von Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen, C-Falter und Nesselzünsler lieben Brennnesseln“,
sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. „Wie sich die Bestände bereits bei den Raupen dieser Falter entwickeln, wird bisher nicht erfasst. Wir freuen uns darum, wenn viele Menschen bei der Meldeaktion mitmachen. Ein regelmäßiges und flächendeckendes Monitoring könnte die Daten liefern, um Veränderungen der Biodiversität in Deutschland zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Das wäre nicht nur für die Falter selbst wichtig: Schmetterlinge gelten als Bioindikatoren, die frühzeitig auf Veränderungen der Umwelt- und Lebensbedingungen hinweisen können.

Wie bei vielen anderen Insektenarten auch, gehen die Schmetterlingsbestände seit Jahren zurück. „Selbst häufige Arten nehmen regional ab. Da viele auf die Brennnessel angewiesen sind, wäre es wichtig, der unbeliebten Pflanze einen Platz in seinem Garten zu überlassen“, so Franzisi. „Die Belohnung dafür ist bunter Schmetterlingsbesuch.“

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Auch das Tagpfauenauge nutzt die Nessel (Foto: Jan Piecha/NABU)

Für einige dieser Arten sind Brennnesseln sogar die einzige Nahrungspflanze, auf der die Weibchen ihre Eier ablegen und die Raupen sich entwickeln können. Für einige Arten, wie dem Admiral, ist die Brennnessel sogar ein kompletter Lebensraum. Eier, Raupe, Puppe und der Schlupf des fertigen Falters finden nur an der Brennnessel statt. Die Beziehung zwischen Raupen und Brennnesseln als Nahrung zeigt im Detail wie komplex und sensibel unsere Natur ist. Die Raupen nutzen die Brennnesseln als Nahrung und Schutzraum vor Fressfeinden. Einige Raupenarten haben sich so angepasst, dass sie die Abwehrstoffe entgiften können. Dadurch können sie die Blätter unbeschadet fressen. Die späteren Falter sind für viele weitere Blühpflanzen wichtige Bestäuber.


Und so geht das Mitmachen: Wer draußen unterwegs oder im Garten ist, sollte sich Brennnesseln ganz genau anschauen. Im Sommer können die Pflanzen zum Raupen-Hotspot werden. Wer eine Raupe findet, sollte sie fotografieren. Welche ist es und welcher Falter wird es einmal? Mit dem www.insektentrainer.de kann man das im Zweifelsfall herausfinden. Dann die Art mit Foto bis zum 8. Juli melden.

Autor: red

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