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Saison der Stand-up-Paddle-Boards beginnt

Der TÜV-Verband empfiehlt vor erster Tour gründlichen Materialcheck

Mittwoch, 01. Juli 2026, 08:46 Uhr
Zum Beginn der Sommerferien holen viele Wassersportbegeisterte ihr Stand-Up-Paddle-Board (SUP) wieder aus Keller, Garage oder Abstellraum. Bevor es aufs Wasser geht, sollte das Board jedoch sorgfältig überprüft werden...

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Symbolbild (Foto: Pixabay - wal_172619)


„Material und Bauteile altern, auch wenn ein SUP-Board über Monate nicht genutzt wird“, sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband. „UV-Strahlung, Temperaturschwankungen oder eine ungeeignete Lagerung können Kunststoffe, Verklebungen und andere Bauteile beschädigen. Bei einer nicht ganz trockenen Winterlagerung können Schimmel, Gerüche und Flecken entstehen. Diese schädigen bei längerer Feuchtigkeit auch das Material und lassen das Board schneller altern.“ Ein kurzer Materialcheck hilft, sicherheitsrelevante Schäden frühzeitig zu erkennen. Der TÜV-Verband erklärt, worauf Verbraucher:innen achten sollten, wann ein Board besser nicht mehr genutzt werden sollte und welche Qualitätsmerkmale beim Kauf eines neuen SUP-Boards wichtig sind.

Materialcheck: Diese Schäden sind sicherheitsrelevant

Vor der ersten Tour sollte das Board einmal gründlich überprüft werden. Unabhängig davon, ob es sich um ein aufblasbares SUP oder ein Hardboard handelt, sollte die Oberfläche frei von Rissen, tiefen Kratzern oder Verformungen sein. Bei Hardboards können zudem weiche Stellen, Oberflächenschäden, wie Ablösungen, Materialausbrüche oder Risse im Laminat auf strukturelle Schäden hinweisen. Die Finnen, der Finnenkasten, die D-Ringe und die Gepäckbefestigungen sollten fest sitzen und die Sicherheitsleine (Leash) darf keine Beschädigungen aufweisen. Bei aufblasbaren Boards, sogenannten Inflatables, sollten außerdem Verklebungen und Ventil kontrolliert werden. Das Board sollte vollständig aufgepumpt werden und den vom Hersteller empfohlenen Betriebsdruck dauerhaft halten. Es sollten dann weder Blasen noch Beulen an der Oberfläche sichtbar sein. „Die strukturelle Steifigkeit eines aufblasbaren SUP-Boards hängt direkt vom gehaltenen Betriebsdruck ab“, sagt Siegl. „Bereits kleine Undichtigkeiten oder geschwächte Verklebungen führen zu Druckverlust und damit zu verminderter Stabilität.“ Unter Belastung kann dies die Fahreigenschaften deutlich verschlechtern und die Kontrolle über das Board beeinträchtigen und im Ernstfall zu gefährlichen Situationen auf dem Wasser führen.

Checkliste für eine Sicht- und Funktionsprüfung des Boards und des Zubehörs
  • Ist die Board-Oberfläche frei von Blasen, Beulen, Rissen, Schnitten, Abrieb oder Verformungen?
  • Gibt es bei Hardboards Risse im Laminat, Ablösungen, Materialausbrüche oder weiche Stellen?
  • Sind Verklebungen intakt oder zeigen sich Ablösungen oder Blasenbildung?
  • Lässt sich das Board vollständig aufpumpen und hält es den Luftdruck?
  • Sitzt das Ventil fest und ist es dicht?
  • Sind Finnen und Finnenkasten unbeschädigt und fest montiert?
  • Sitzen D-Ringe und Gepäckbefestigungen sicher?
  • Ist das Deckpad ausreichend rutschfest?
  • Ist die Sicherheitsleine (Leash) frei von Verschleiß, Rissen oder beschädigten Verschlüssen?
  • Beschädigtes SUP: Reparieren oder ersetzen?


Nicht jeder Schaden bedeutet das Aus für ein SUP-Board. Kleinere Beschädigungen an der Oberfläche oder punktuelle Undichtigkeiten bei aufblasbaren Boards sich bei vielen aufblasbaren Boards mit geeigneten Reparatursets zu beheben. Austauschbare Teile, wie Sicherheitsleine (Leash) sind in der Regel Nachkaufprodukte. Voraussetzung ist jedoch, dass die Reparatur und der Austausch entsprechend den Herstellerangaben und fachgerecht erfolgt und Dichtigkeit sowie mechanische Belastbarkeit vollständig wiederhergestellt werden. „Sind tragende Bereiche beschädigt, lösen sich großflächig Verklebungen oder verliert ein aufblasbares Board dauerhaft Luft, sollte es nicht weiter genutzt werden“, sagt Siegl. „Im Zweifel ist der Austausch die sicherere Wahl.“

Neues SUP-Board kaufen: Qualität und Prüfzeichen beachten
Steht eine Neuanschaffung an, sollten Verbraucher:innen nicht nur auf Größe und Einsatzzweck achten. Ebenso wichtig sind die Materialqualität, eine hochwertige Verarbeitung und eine robuste Konstruktion. Unterschiede gibt es unter anderem bei den verwendeten Materialien, der Verarbeitung der Verklebungen sowie der Belastbarkeit von Board und Zubehör. „Entscheidend sind widerstandsfähige und wertige Materialien, präzise verarbeitete Verklebungen und belastbare Verbindungselemente“, sagt Siegl. „Hochwertige Produkte behalten ihre Formstabilität auch unter Belastung und bieten damit eine wichtige Voraussetzung für ein sicheres Fahrverhalten.“

Unabhängige Prüfzeichen bieten Verbrauchern eine wichtige Orientierung. Trägt ein Board das GS-Zeichen in Verbindung mit dem Prüfzeichen, wie das eines TÜV-Unternehmens, wurde es nach den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes auf sicherheitsrelevante Eigenschaften geprüft. Dazu gehören unter anderem Materialbeschaffenheit, Belastbarkeit und Stabilität. Auch die Rutschfestigkeit der Standfläche sowie sicherheitsrelevante Bauteile wie D-Ringe und Befestigungspunkte werden bewertet. Grundlage der Prüfung ist die Norm DIN EN ISO 25649-7. Sie beschreibt Sicherheitsanforderungen für aufblasbare Stand-Up-Paddle-Boards als Freizeitartikel der Klasse E für den Einsatz in geschützten Uferzonen. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn ein SUP-Board mit der Norm DIN EN 15649 gekennzeichnet ist. Diese Norm gilt für schwimmende Freizeitartikel wie Luftmatratzen oder Schwimminseln, nicht jedoch für Stand-Up-Paddle-Boards.

Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher.
Autor: emw

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