Do, 12:53 Uhr
07.11.2013
Edith-Stein-Preis 2013 für Rita Süssmuth
Am 17. November 2013 wird im Alten Rathaus in Göttingen der Edith-Stein-Preis 2013 an die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth verliehen. Nicht zuletzt für ihr besonderes Engagement für die Rechte der Frau....
Die Laudatio hält Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins, Leiterin des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird 2013 zum zehnten Mal verliehen. In der Begründung des Kuratoriums heißt es: Prof. Dr. Rita Süssmuth hat die Grenzen, die die Gesellschaft und die Politik Frauen setzten und setzen, nie akzeptiert. Wie Edith Stein ist sie zutiefst davon überzeugt, dass man sich zur Wehr setzen muss, wenn Frauen einseitig auf Rollen festgelegt, diskriminiert oder ausgegrenzt werden.
Die Preisträgerin leitete von 1982 bis 1985 das Forschungsinstitut Frau und Gesellschaft in Hannover. Sie wurde 1986 die erste Frauenministerin der Bundesrepublik – eine Erweiterung ihres Zuständigkeitsbereiches, den sie als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit durchgesetzt hatte. Von 1987 bis 2002 vertrat sie den Wahlkreis Göttingen im Deutschen Bundestag.
Rita Süssmuth hat unermüdlich gekämpft für eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern, sagt Heiner J. Willen, der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises. Sie war ihrer Zeit voraus und konnte viele Reformen, für die sie sich eingesetzt hat, erst im Laufe der Zeit erleben: etwa die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe oder der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung. Noch heute eckt die 76-Jährige an, wenn sie sich für eine verbindliche Frauenquote in der Wirtschaft ausspricht.
Mit der Preisverleihung an Rita Süssmuth möchte das Kuratorium im Jubiläumsjahr besonders an die Frauenrechtlerin Edith Stein erinnern. Die katholische Ordensfrau kritisierte in den 1920-er Jahren offen, dass sich die Position von Frauen in der Kirche in 2.000 Jahren nur verschlechtert habe. Ihre Forderung nach einem Diakonat für Frauen ist nach wie vor unerfüllt.
Der Edith-Stein-Preis erinnert an das Wirken der Heiligen Edith Stein, die von 1913 bis 1915 in Göttingen lebte, vom Judentum zum Katholizismus konvertierte und 1942 in Auschwitz durch die Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 1995 ehrt der Edith-Stein-Kreis mit seinem Preis Persönlichkeiten, Gruppierungen und Institutionen, die sich durch Grenzüberschreitungen in ihrem sozialen, politischen und gesellschaftlichen Engagement ausgezeichnet haben.
Die Auszeichnung besteht aus einer Medaille mit der Inschrift Unsere Menschenliebe ist das Maß unserer Gottesliebe und einem Preisgeld von 5 000 Euro, das in Absprache mit der Geehrten einer Einrichtung gespendet werden soll. Die vorigen Preisträger waren Landesrabbiner em. Dr. h.c. Henry G. Brandt (2011), Sr. Karoline Mayer (2009) und die Evangelische Schwesterncommunität im Kloster Wülfinghausen (2007).
Die Preisverleihung ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten im Pfarrbüro St. Godehard, Tel. 0551-61208 oder per E-Mail: pfarrbuero@st-godehard-goettingen.de
Autor: enDie Laudatio hält Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins, Leiterin des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird 2013 zum zehnten Mal verliehen. In der Begründung des Kuratoriums heißt es: Prof. Dr. Rita Süssmuth hat die Grenzen, die die Gesellschaft und die Politik Frauen setzten und setzen, nie akzeptiert. Wie Edith Stein ist sie zutiefst davon überzeugt, dass man sich zur Wehr setzen muss, wenn Frauen einseitig auf Rollen festgelegt, diskriminiert oder ausgegrenzt werden.
Die Preisträgerin leitete von 1982 bis 1985 das Forschungsinstitut Frau und Gesellschaft in Hannover. Sie wurde 1986 die erste Frauenministerin der Bundesrepublik – eine Erweiterung ihres Zuständigkeitsbereiches, den sie als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit durchgesetzt hatte. Von 1987 bis 2002 vertrat sie den Wahlkreis Göttingen im Deutschen Bundestag.
Rita Süssmuth hat unermüdlich gekämpft für eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern, sagt Heiner J. Willen, der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises. Sie war ihrer Zeit voraus und konnte viele Reformen, für die sie sich eingesetzt hat, erst im Laufe der Zeit erleben: etwa die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe oder der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung. Noch heute eckt die 76-Jährige an, wenn sie sich für eine verbindliche Frauenquote in der Wirtschaft ausspricht.
Mit der Preisverleihung an Rita Süssmuth möchte das Kuratorium im Jubiläumsjahr besonders an die Frauenrechtlerin Edith Stein erinnern. Die katholische Ordensfrau kritisierte in den 1920-er Jahren offen, dass sich die Position von Frauen in der Kirche in 2.000 Jahren nur verschlechtert habe. Ihre Forderung nach einem Diakonat für Frauen ist nach wie vor unerfüllt.
Der Edith-Stein-Preis erinnert an das Wirken der Heiligen Edith Stein, die von 1913 bis 1915 in Göttingen lebte, vom Judentum zum Katholizismus konvertierte und 1942 in Auschwitz durch die Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 1995 ehrt der Edith-Stein-Kreis mit seinem Preis Persönlichkeiten, Gruppierungen und Institutionen, die sich durch Grenzüberschreitungen in ihrem sozialen, politischen und gesellschaftlichen Engagement ausgezeichnet haben.
Die Auszeichnung besteht aus einer Medaille mit der Inschrift Unsere Menschenliebe ist das Maß unserer Gottesliebe und einem Preisgeld von 5 000 Euro, das in Absprache mit der Geehrten einer Einrichtung gespendet werden soll. Die vorigen Preisträger waren Landesrabbiner em. Dr. h.c. Henry G. Brandt (2011), Sr. Karoline Mayer (2009) und die Evangelische Schwesterncommunität im Kloster Wülfinghausen (2007).
Die Preisverleihung ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten im Pfarrbüro St. Godehard, Tel. 0551-61208 oder per E-Mail: pfarrbuero@st-godehard-goettingen.de