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Di, 08:34 Uhr
11.03.2014

Spezialbus für Rollstuhlfahrer

Vor zwei Jahren hat das Haus am Lunapark in Leinefelde bei der Aktion Mensch einen Bus beantragt. In dem Haus, das zum Internationalen Bildungs- und Sozialwerk gehört, leben Menschen mit schwersten Behinderungen...

Neuer Bus (Foto: Christine Bose)
Neuer Bus (Foto: Christine Bose)
Neuer Bus (Foto: Christine Bose)


Rollstuhlfahrer René Letz ist die Freude anzumerken. Das Betreuerteam im Haus am Lunapark in der Stormstraße 1 hat ihm einen Frühlingsausflug mit anderen Bewohnern des Hauses angekündigt. Das Haus unter dem Dach des Internationalen Bildungs- und Sozialwerkes ist eine spezialisierte Einrichtung für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen oder mit Hör-Seh-Behinderungen.

Hier leben 26 junge Erwachsene, auch drei Rollstuhlfahrer gehören dazu. Das moderne Gebäude, das alle notwendigen Voraussetzungen für ihre hervorragende Betreuung in einem schönen Zuhause bietet, ist ausgebucht. Die Bewohner beschäftigen sich im Haus, erhalten individuelle Therapien von Fachkräften, wobei die Tagesstruktur auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Wer dazu in der Lage ist, wird wochentags in die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Eichsfelder Werkstätten gebracht und abgeholt. An „normalen“ Fahrzeugen und Kleinbussen fehlt es nicht. Doch bedeutete noch bis vor wenigen Tagen jede Autofahrt mit einem der drei Rollstuhlfahrern eine besondere Herausforderung an die Organisation und Planung.

Heimleiterin Uta Hübenthal nennt einige Beispiele: Einfach mal den Picknickkorb packen und mit den Mitgliedern einer Wohngruppe ins Grüne fahren oder einen Grillplatz ansteuern, weil das Wetter schön ist, war nicht möglich. Gruppenausflüge mit den Rollstuhlfahrern mussten vorbereitet werden, weil das Haus über keinen Spezialbus verfügte.

Für Ferienfreizeiten, Restaurantbesuche, Kulturerlebnisse wurden spezielle Fahrdienste in Anspruch genommen. Pech, wenn es dann ausgerechnet am vereinbarten Ausflugstag regnete, der Grillnachmittag, auf den sich alle gefreut hatten, ausfiel. In Thüringens Landeshauptstadt sind sie sogar schon mit dem Zug gewesen, wurden an den Bahnhöfen in der Leinestadt und in Erfurt bestens betreut, doch immer stand ein sehr großer personeller Aufwand dahinter.

Erkrankte ein Rollstuhlfahrer, musste häufig in der Arztpraxis ein Hausbesuch angemeldet werden. Um uneingeschränkte Mobilität garantieren zu können, hatte sich Uta Hübenthal mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor zwei Jahren entschlossen, bei der „AKTION MENSCH“ in Bonn einen Antrag auf einen Kleinbus mit Rollstuhlrampe zu stellen und die Situation geschildert. Das Warten hat sich gelohnt.

Alle haben sich riesig gefreut, als kürzlich die Nachricht eintraf, der Bus könne in Apen, Landkreis Ammerland, abgeholt werden. Zwischen dem niedersächsischen Ort und Leinefelde liegen 368 Kilometer. Das weiße Fahrzeug mit der leuchtendroten Aufschrift „Gefördert durch die AKTION MENSCH“ bietet insgesamt acht Personen, darunter zwei Rollstuhlfahrern, Platz. Nicht alle im Haus am Lunapark wohnenden Menschen können sprechen. Doch merkt das Betreuerteam an ihrem Verhalten sehr genau, dass ihnen die gemeinsamen Unternehmungen gut tun und sie Gefallen daran finden. Uta Hübenthal unterstreicht: „Wir sind glücklich über unseren neuen Bus und möchten uns bei der AKTION MENSCH herzlich bedanken.“
Christine Bose
Autor: en

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