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Do, 08:09 Uhr
15.04.2021
Eichsfeldmuseum

Das Martyrium der Jesuiten ist zurück

Mehr als 200 Jahre war das Gemälde aus dem Fokus der Eichsfelder verschwunden. Das Bild „Martyrium der japanischen Jesuiten“ wurde beim Stadtbrand Heiligenstadts 1739 stark beschädigt, und seitdem konnte man außer wenigen verkohlten Umrissen nichts mehr erkennen. Bis jetzt...

Das Motiv dürfte allerdings in Mittel- und Norddeutschland einmalig sein. Die Jesuiten unterhielten in Heiligenstadt eine eigene Niederlassung. Aber auch in China, Indien und Japan waren sie aktiv. Mitte des 16. Jahrhunderts, als die Europäer erstmals in Kontakt mit Japan kamen, begannen christliche Orden, dort zu missionieren.

Museumsdirektor Dr. Torsten W. Müller freut sich über die gelungene Restauration (Foto: Eichsfeldmuseum) Museumsdirektor Dr. Torsten W. Müller freut sich über die gelungene Restauration (Foto: Eichsfeldmuseum)


Anfangs mit Erfolg, doch dann kam es zu Christenverfolgungen. 1622 wurden sechs Franziskaner, drei Jesuiten und 17 japanische Konvertiten in Nagasaki hingerichtet – durch Kreuzigung. Als „Märtyrer von Nagasaki“ gingen sie in die Geschichte der christlichen Mission ein. Unter den 26 Männern war Paul Miki – einer der ersten Japaner, die dem Jesuitenorden beigetreten waren. 1862 wurde er heiliggesprochen.

Das Heiligenstädter Eichsfeldmuseum im ehemaligen Jesuitenkolleg ließ nun das Gemälde fachgerecht restaurieren und konservieren. Ruß und Risse wurden entfernt und die Farben wieder zum Leuchten gebracht. Romy König-Weska aus Gerterode, die auf der Krämerbrücke in Erfurt ihr Atelier hat, führte die Arbeiten fachgerecht durch. Mit Unterstützung des Umweltministeriums, des Heiligenstädter Geschichts- und Museumsvereins sowie eines privaten Sponsors aus Heiligenstadt konnten die Kosten beglichen werden.

Nun ist das Barockgemälde ins Museum zurückgekehrt. Sobald es das Pandemiegeschehen zulässt, können die Besucher es in neuem Glanz betrachten.
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Kommentare

15.04.2021, 13.50 Uhr
Real Human | „Der Teufel, der Adel und die Jesuiten ...
… existieren nur so lange, wie man an sie glaubt.“

Heinrich Heine, am 28. 6. 1825 in Heiligenstadt auf den Namen Christian Johann Heinrich Heine (evangelisch!) getauft. (Zitat nach „Gutzitiert“. Zur seiner Taufe siehe auch Stormmuseum-Geheime-Taufe!)

Ein Kern des Christentums ist die Ablehnung von Gewalt:

„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn.
Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar.“ (Matthäus 5,38-39 Zitiert nach Bibelserver)

Die Christianisierung der indigenen Völker Amerikas erfolgte fast immer mit Gewalt mit Pferden und Musketen. So bat Papst Franziskus die indigenen Völker Amerikas um Vergebung.
Japan war dagegen resistenter. Vor allem als man dort die wahren (massiv wirtschaftlichen) Absichten hinter der Missionierung erkannte. (Eine kurze Darstellung findet man z.B. unter „MISSIONIERUNG: Das fatale Ende der Jesuiten in Japan“ in der Luzerner Zeitung.)

Die Jesuiten stehen nicht für Jesus, sondern für die interessengeleitete Auslegung der Evangelien, mit deren Niederschrift frühestens 30 Jahre nach dem Tode Jesu begonnen wurde. Bis dahin hat man die Geschichte Jesu nur mündlich überliefert. Um herauszufinden, wer Jesus wirklich war, bräuchte man schon eine Zeitmaschine.

Jesus war ein Magier, „ein verächtlicher, gemeiner und unwissender Mensch“, seine Wunder waren Scharlatanerie, traute sich ein etwas anders DENKENDER Dominikanermönch auszusprechen. Allein das reichte aus, um ihn am 17. Februar 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.

Als "Speerspitze der Gegenreformation" werden die Jesuiten gern – richtig! – bezeichnet. Im Eichsfeld hatten sie besonders leichtes Spiel. Warum wohl?

Die Eichsfelder sind eben ein Volk,
„das den König ehrt
Und kniet vor seinem Gotte,
Das nicht mit jedem Winde fährt
Und trabt in jedem Trotte,
|: Das schwer oft mit der Scholle ringt
Und doch so froh sein Danklied singt!“

Ironisch betrachtet:

„Und tretet Eure Mühlen gern,
Freut Euch des Lebens voller Danke
Und lobt, nächst Gott, den Landesherrn!“ [Solange der kein Linker ist!]

(Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters, Franz Freiherr von Dingelstedt)

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