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Sa, 17:30 Uhr
24.04.2021
Immobilienmarkt

Wohneigentum teils doppelt so teuer wie vor 5 Jahren

In den beliebten Großstädten sind Kaufpreise für Wohnungen in den vergangenen Jahren explodiert. Doch auch die kleineren Städte sind von Steigerungen nicht verschont geblieben – teilweise sind die Kaufpreise doppelt so hoch als vor 5 Jahren...

Das zeigt eine aktuelle Analyse von immowelt, wofür die Angebotspreise von Eigentumswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) in 83 ausgewählten Mittelstädten (20.000 bis 100.000 Einwohner) untersucht wurden. Demnach haben sich in allen Städten die Kaufpreise seit 2015 verteuert, in 60 Gemeinden sogar um mehr als 50 Prozent. Auch die Corona-Krise hat sich bisher nicht preissenkend ausgewirkt – die Nachfrage nach Wohneigentum ist während der Pandemie sogar nochmal gestiegen, was die Preise weiter nach oben getrieben hat.

Verdopplung der Preise
Den stärksten Anstieg verzeichnet das nordbayerische Bayreuth: Vor 5 Jahren kosteten Eigentumswohnungen noch 1.800 Euro pro Quadratmeter, aktuell werden sie für im Median 3.750 Euro angeboten. Das ist ein Plus von 108 Prozent und damit mehr als eine Preisverdopplung. Die oberfränkische Mittelstadt erfreut sich dank guter Jobaussichten und angesehener Universität großer Beliebtheit. Die Einwohnerzahlen und damit die Nachfrage nach Wohnraum steigen. Zusätzlich entstehen zahlreiche hochpreisige Neubauwohnungen, die nach und nach am Markt angeboten werden. Das zusammen führt zu einem derart starken Preisanstieg.

Eine starke Neubauaktivität und große Preisanstiege lassen sich auch in zahlreichen weiteren Städten beobachten. Mit einem Plus von 97 Prozent weist Flensburg den zweitstärksten Anstieg aller Städte auf. Das Preisniveau ist allerdings deutlich niedriger als in Bayreuth: Der Quadratmeter wird aktuell für 2.280 Euro angeboten. Eine vergleichbare Entwicklung hat auch Schwerin hinter sich: in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns müssen Käufer nach einem Anstieg von 94 Prozent mit 2.470 Euro rechnen. Die Quadratmeterpreise in Neustadt an der Weinstraße (+95 Prozent) und Passau (+92 Prozent) knacken inzwischen sogar die 3.000-Euro-Marke.

Großstädte treiben Preise
Viele Mittelstädte profitieren wirtschaftlich von der Nähe zu Großstädten. Allerdings hat dies auch häufig Preissteigerungen zur Folge, da kleinere Städte im Umland stärker in den Fokus der Käufer rücken. Pulheim im Westen Kölns ist ein Beispiel: Nach einem Plus von 86 Prozent kostet der Quadratmeter mit 4.160 Euro fast so viel wie in der Rheinmetropole. Auch in Esslingen (+76 Prozent; 3.870 Euro) und Bad Homburg (+70 Prozent; 4.160 Euro) treibt die Nähe zu Stuttgart beziehungsweise Frankfurt das Preisniveau weiter nach oben.

Besonders in Bayern und Baden-Württemberg ist das Preisniveau aber auch abseits der Großstädte hoch: Mit Quadratmeterpreisen von 5.250 Euro liegt mit Konstanz (+40 Prozent) auch die teuerste Stadt der Analyse im Süden. Die Lage am Bodensee gepaart mit einer guten Wirtschaft und angesehenen Universität machen die Stadt beliebt und teuer. Weitere Hochschulstandorte wie Rosenheim (4.910 Euro; + 68 Prozent), Tübingen (4.390 Euro; +46 Prozent) oder Landshut (4.240 Euro; +47 Prozent) befinden sich ebenfalls am oberen Ende der Preisskala.

Starke Anstiege in günstigen Städten
Wie weit die Preisschere bei den Kaufpreisen deutschlandweit aufgegangen ist, zeigt der Blick auf die günstigsten Städte. Die niedrigsten Kaufpreise werden derzeit im sächsischen Görlitz verlangt: Trotz Anstieg von 69 Prozent kostet eine Eigentumswohnung im Mittel 810 Euro pro Quadratmeter und damit rund ein Sechstel von Konstanz. Obwohl die Einwohnerzahlen zuletzt wieder nach oben zeigen, ist die Nachfrage nach Wohneigentum gering und das Preisniveau dementsprechend niedrig. Auch im thüringischen Gera (860 Euro; +46 Prozent) und im niedersächsischen Goslar (920 Euro; +70 Prozent) ist der Immobilienkauf preiswert. Häufig sind die angebotenen Wohnungen allerdings renovierungsbedürftig, sodass Käufer mehr Geld einplanen müssen. Generell zeigt auch in vielen günstigen Regionen die Preiskurve steil nach oben: Zwickau (980 Euro) und Wilhelmshaven (1.550 Euro) verzeichnen einem Anstieg von je 96 Prozent. Damit zählen sie zu den Städten mit den höchsten prozentualen Zuwächsen.
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Kommentare

24.04.2021, 18.17 Uhr
diskobolos | Der Anstieg der Immobilienpreise
ist eine logische Folge der Zinssenkungen der EZB und das in zweifacher Hinsicht: Zum einen macht es das "Betongold" als Anlage attraktiver, wenn man aufs Sparbuch keine Zinsen bekommt. Zum Zweiten kann sich der Käufer heute sehr billig verschulden. Immobilienkredite gibt es schon für weniger als 1%. Für die gleiche Rate bekommt man heute also viel mehr Kredit.

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24.04.2021, 23.54 Uhr
grobschmied56 | Ich bin Schuld! Und das kam...
... so! In den letzten Jahren vor meiner Verrentung habe ich versucht, eine kleine Reserve, einen Notpfennig für schlechte Zeiten und unvorhergesehene Ereignisse anzulegen. Kaputte Waschmaschine/Kühlschrank/Spülmaschine/Auto kommt nicht mehr durch den TÜV.
Jeder kennt das. Jahrelang hat alles gut und sicher funktioniert, doch dann kommt es alles auf einmal und knüppeldicke.
Ein paar tausend Eu möchten es schon sein. Einfache Frage: Wohin damit? Auf dem normalen Bank-Konto lassen? Da bekommt man seit Jahren nur noch einen Zins in 'homöopatischer' Dosis - 0,1 % im Jahr. Die Inflationsrate beträgt zwischen 0,5 % und 2,5 % im Jahr.
Selbst wenn man kein großer Rechenkünstler ist, kann man leicht begreifen, daß das Geld dort immer weniger wird.
Also habe ich meine paar tausend EU in einen breit gefächerten Allerwelts-Fond angelegt. Ein Teil davon sind auch Immobilien.
Werde ich damit zum Neureichen? Sicher nicht. Meine Rendite reicht gerade mal aus, den Wertverlust der Inflation zu kompensieren. Mein ganzes 'PLUS' sind ein paar Euro Fuffzich im Jahr.
Aber so machen es halt sehr viele Sparer und Kleinanleger - Flucht vom Sparbuch in Sachwerte.
So kommt es eben, daß Bauland immer teurer wird.
Beschwert Euch nicht beim Grobschmied, beklagt Euch bei der EZB und ihrer Niedrigzins-Politik.
Wobei wir mal den merkwürdigen Fall hätten, daß sich der Diskobolos und der Grobschmied fast einig sind.
Das ist aber keine geheime Absprache.
Es muß wohl einfach was wahres dran sein.

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