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So, 13:18 Uhr
25.04.2021
Herausforderung für den Tierschutz

Katzenschwemme in den Tierheimen

Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes bewerten zwei Drittel der befragten Tierheime die Situation der Straßenkatzen in ihrem Einzugsgebiet als problematisch. 78 Prozent erleben sogar sogenannte Katzenschwemmen...

Bei knapp der Hälfte aller Tierheime findet die Katzenschwemme im Frühjahr, insbesondere im Mai, statt. Das bedeutet, dass in dieser Zeit vermehrt Katzen in den Tierheimen abgegeben werden oder die Tierheime verwaiste Kitten von Straßenkatzen aufnehmen. Die Unterbringung und Versorgung dieser Jungkatzen stellt die Tierheime Jahr für Jahr vor große Herausforderungen.

„Das Leid der Straßenkatzen bleibt für viele Menschen unsichtbar und ist damit in Deutschland eines der größten unbemerkten Tierschutzprobleme“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Geschätzte zwei Millionen Straßenkatzen leben in Deutschland. Anders als viele vermuten, sind sie keine Wildkatzen. Jede einzelne Straßenkatze stammt ursprünglich von einer unkastrierten Hauskatze ab, die sich draußen mit anderen Katzen vermehren konnte. Viele Tierschutzvereine führen deshalb jedes Jahr Kastrationsaktionen durch. Sie allein können es aber nicht schaffen, die unkontrollierte Vermehrung der Tiere einzudämmen. „Nur die flächendeckende Kastration der Straßenkatzen in Kombination mit der Kastration von Freigängerkatzen aus Privathaushalten kann langfristig dazu führen, dass die Population sinkt. Auch Katzenbesitzer sind daher in der Pflicht, ihre Tiere kastrieren zu lassen, wenn diese nach draußen dürfen – egal, ob weibliche Katze oder Kater“, so Gerlach.

Straßenkatzen sind scheu und leben im Verborgenen (Foto:  Deutscher Tierschutzbund e.V. / Ehrhardt) Straßenkatzen sind scheu und leben im Verborgenen (Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V. / Ehrhardt)


Aktion für mehr Katzenschutz
Anders als in südlichen Ländern, sind die Straßenkatzen in Deutschland sehr scheu, suchen keinen direkten Kontakt zu Menschen und leiden im Verborgenen. Dieses versteckte Leid macht der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ in diesem Frühjahr verstärkt sichtbar. Mit Öffentlichkeitsarbeit, einer Aufkleber-Aktion und dem Hashtag KatzenHelfen in den sozialen Medien will der Verband Wege aus dem Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung aufzeigen und auf die wichtige Arbeit der Tierheime im Kampf gegen das Katzenelend aufmerksam machen.
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Kommentare

25.04.2021, 20.24 Uhr
OkBoomer | Katzensteuer...
Was meint ihr wie viele Menschen sich dann nicht sinnlos 20 Katzen halten die Massen an Nachwuchs produzieren. Ich glaube so manche Anschaffung eines Tieres wäre besser durchdacht und im Endeffekt würden im Laufe der Zeit dann vielleicht auch weniger Tiere ihr armes Leben im Tierheim verbringen müssen.

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26.04.2021, 00.18 Uhr
Quallensammler | Danke dem Tierschutzbund,
Katzenelend ist bitter. Alle Tierschutzvereine können dazu was sagen. Kleine Vereine, die oft mit wenigen Ehrenamtlichen Großes leisten. Die für die paar planbaren Euro Mitgliedsbeitrag Leben retten, gesund pflegen, kastrieren... Oft genug selbst die finanziellen Lächer stopfen. Immer um Spenden betteln müssend, um besonders die hohen Tierarztkosten zu bezahlen. Und dann zu oft mit verkniffenen Mundwinkeln Danke sagen, wenn wer ein paar Dosen Billigfutter abgibt und sich selbst dafür bejubelt. Discounterfutter ist so gut, wie Ramschpizza...

2 x im Jahr werden die ungewollten Kitten entsorgt. Oder umgebracht! Oder verrecken elend an den tödlichen Katzenkrankeiten. Katzenschnupfen z. B. ist kein leichtes Hatschie! Hofkatzen zu kastrieren/sterilisieren...kostet Geld...und Kater tragen`s ja nicht heim. Und überhaupt: Katzenkinder? Die Mutterkatze kenne ich doch gar nicht! Auch wenn sie/er vertraut um die Beine streicht. Dreistigkeit, Ignoranz und Dummheit sind auch 2021 Alltag.

Kastrationspflicht für Freigängerkatzen ist sinnvoll. Was keine Kinder macht, oder austrägt - ist gut, weil verhindert Elend! Für ignorante und dummbröselige Halter: fette Strafen! Gerne auch Kastra... Neee, natürlich nicht, mein Kommentar würde dann ja gegen die nnz-Vorgaben verstoßen und das will ich nicht.

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