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Do, 18:47 Uhr
11.11.2021
Mehr als ein Tanz

...am Besten Tango Argentino in Nordhausen

Ob in Deutschland, Frankreich oder Spanien, der Tango ist aus der Musikszene europäischer Großstädte nicht mehr wegzudenken. Er ist der Inbegriff südamerikanischer Melancholie und Raffinesse und ein mehr als hundert Jahre altes Produkt vieler kultureller Einflüsse. Vielleicht auch bald in Nordhausen...

Brigitte und Carlos (Foto: privat/Liedtke) Brigitte und Carlos (Foto: privat/Liedtke)
Seine Geschichte geht auf die Einwanderer zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts in den Vororten von Buenos Aires versuchten, Heimweh und Herzschmerz mit wehmütigen Melodien zu beschwichtigen. Inzwischen zählt der Tango Argentino seit 2009 zum Weltkulturerbe.

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Befasst man sich näher mit diesem Tanz, tauchen Geschichten von Menschen, von Gefühlen, von Lebensart und Kultur auf. Natürlich kann man den Tango Argentino im Sinne einer Freizeitbeschäftigung tanzen, aber auch als Energiequelle, als Förderung des inneren (und äußeren) Gleichgewichts, als Kunstform, zur Schulung der eigenen Körperwahrnehmung und inzwischen haben ihn sogar Manager für sich entdeckt, denn was man beim Tango Argentino auch lernen kann, ist, die Führungskompetenz zu stärken.

Führen und Folgen sind anderes als beim Standarttanz gibt es keine feste Schrittkombinationen die Basis des gemeinsamen Tanzens. Der Führende entscheidet, wohin er möchte, in welchem Tempo und wann er losgeht. Nun heißt es, dies der Partnerin so zu vermitteln, dass sie es versteht. Es ist ein kreativer Prozess, an dem beide Tanzpartner beteiligt sind. Vom Mann wird Klarheit in der Bewegung verlangt, ohne jedoch unnachgiebig zu sein, von der Frau wird Hingabe erwartet, ohne dabei an Spannung und Aufmerksamkeit zu verlieren. Tango ist ein getanzter Dialog und ein gelungener Tanz ist wie ein gutes Gespräch.

Der Tango Argentino hat dank Astor Piazzolla, der den Tango Nuevo kreierte, in die Konzertsäle der Welt Einzug gehalten und in den Großstädten wird er von einer stetig wachsende Fan-Gemeinde getanzt. In kleineren Städten wie Nordhausen hat es dieser Tanz vom Rio de la Plata noch schwer. Aber ein Anfang ist gemacht.

Es gibt sie bereits, die kleine Fan-Gemeinde, und sie hofft auf Zuwachs. Im Jugendclubhaus in der Käthe-Kollwitz-Straße in Nordhausen trifft man sich, um die Kunst des Tango-Argentino zu erlernen. Der Italo-Argentinier Carlos A. Tapia, Tanz- und Ausdruckstherapeut und studierter Kommunikationswissenschaftler, unterrichtet die Tango-infizierten Tänzerinnen und Tänzer. Er lehrt nicht nur den Tanz, sondern auch die Philosophie dieses Tanzes und, wie man zudem damit menschliche Ressourcen und Potentiale offenlegt und fördert.

Das Schöne am Tango Argentino ist, dass man nicht vorgegebene Figuren einstudieren muss man kann also ganz schnell die Tanzschule aus Jugendzeiten vergessen sondern aus dem gemeinsamen Gehen zur Musik heraus kreativ wird. Es gibt einen Satz aus der Tango-Szene, den man als Leitsatz bezeichnen kann: »Wenn ein Mensch gehen kann, kann er auch Tango tanzen.« Tango Argentino kann also wirklich jeder lernen, auch der größte Tanzmuffel, und das Tolle daran ist, er oder sie wird Freude dabei haben und diesen Tanzt bis ins hohe Alter weiter kultivieren können.

Also ein faszinierender Tanz wartet darauf, in Nordhausen entdeckt, gelernt und getanzt zu werden.
Renate Liedtke

Interessierte können sich direkt bei Carlos A. Tapia melden: Mobil +49 (0)176-84161079 und E-Mail: ctapia@t-online.de
Autor: psg

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