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Fr, 09:21 Uhr
03.12.2021
IHK ist besorgt und fürchtet um Existenzen von Frimen

3G am Arbeitsplatz trifft Wirtschaft mit voller Wucht

Eine Woche nach der bundesweiten Einführung der 3G-Regelung am Arbeitsplatz und der verschärften Zugangsbeschränkungen in Thüringen zieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt eine ernüchternde Zwischenbilanz...

„Das Beratungsaufkommen war in der ersten Woche enorm, viele Unternehmen waren ob der Einführungsgeschwindigkeit und den Details sehr überrascht“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Cornelia Haase-Lerch.

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Bis heute seien viele praktische Detailfragen nicht abschließend beantwortet, mitunter wären die Verordnungsgeber auf Bundesebene untereinander nicht einig. Erst nach mehreren Tagen wurde beispielsweise klargestellt, dass die LKW-Kabine nicht als Arbeitsstätte im Sinne der 3G-Regelung am Arbeitsplatz zu werten ist. Fraglich ist weiterhin, wie 3G am Arbeitsplatz in dezentralen Settings nach den gesetzlichen Vorgaben flächendeckend überhaupt funktionieren soll und ob beispielsweise eine beobachtete Testung via Videochat anerkannt wird. „Für all diese Detailfragen braucht es eigentlich eine Übergangszeit, die den Unternehmen auch rechtssicheres Handeln ermöglicht. 3G am Arbeitsplatz hat viele Unternehmen mit Wucht getroffen, inklusive weitreichender Auswirkungen auf Abläufe und Kostenstrukturen“, betont die Hauptgeschäftsführerin.

Hinzu komme die Notwendigkeit für viele Arbeitgeber, den Zugang zum Unternehmen auch für ungeimpfte Mitarbeiter möglichst einfach zu gewährleisten. Jeder personelle Ausfall bedeutet auch ein Risiko für das gesamte Unternehmen. Fehlende öffentliche Testkapazitäten, ungeeignete Öffnungszeiten der Testzentren sowie geminderte Verfügbarkeit und stark angestiegene Test-Kosten erschwerten die 3G-Einführung zusätzlich. In ländlichen Regionen seien diese Herausforderungen nochmals größer.

„Unternehmen sind keine Testzentren! Aber an dieser Stelle wird deutlich, wie praxisfern die Regelungen sind. Einerseits liegt der Gesundheitsschutz der Beschäftigten im ureigensten Interesse des Unternehmens. Andererseits können diese gerade in Zeiten des Fachkräftemangels nicht leichtfertig den Zutritt erschweren. Beides zusammenzuführen ohne Geschäftsrisiko, unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und unter Beibehaltung des Betriebsfriedens ist ein kaum zu bewältigender Spagat. Das wird die Unternehmen noch einige Zeit beschäftigen“, ist Haase-Lerch besorgt.

Auch die auf Landesebene ausgeweiteten 2G-Zugangsbeschränkungen treffen die Unternehmen hart. In der umsatzstärksten Zeit des Jahres leiden vor allem der stationäre Handel und die Gastronomie unter den Beschränkungen. Insbesondere die 2G-Zutrittskontrollen stellen eine immer größere Herausforderung dar: zusätzliche Personal- und Sachkosten, ausbleibende Umsätze aufgrund der Beschränkungen, weniger Mobilität insgesamt und eine zunehmend aufgeheizte Stimmung bereiten vielen betroffenen Unternehmen massive Sorgen.

„Gerade in den ländlichen Regionen beobachten wir größere Sorgen als in den Städten. Unternehmen sind keine Sicherheitstrakte, sondern auch offene, kundenfreundliche Begegnungsstätten. Die Kontrollvorgaben des Landes kommen einer Übertragung hoheitlicher Aufgaben gleich, die ohne weitere Kompensation seitens des Verursachers vorausgesetzt wird. Für viele Unternehmen wird dieser Zustand nicht ewig auszuhalten sein“, erklärt Haase-Lerch abschließend.
Autor: red

Kommentare
Andi Macht
03.12.2021, 13.23 Uhr
Und vor allem so Sinnvoll...
Mir sind jetzt zwei Fälle bekannt, die ich auch persönlich kenne, wo der Ursprung eines positiven Tests bei einem Geimpften lag. In beiden Fällen kam ein Geimpfter ohne Test zur Arbeit. Erst als bei den Ungeimpften ein positives Testergebniss festgestellt wurde, ging man der Sache nach.
Ergebnis: Alle ungeimpften Kollegen in Quarantäne!
Alle geimpften Kollegen ohne Test weiter machen!
In dem einen Fall ist es jetzt so, dass Hetze gegen Ungeimpfte betrieben wird.

Mit Seuchenschutz hat das für mich nichts mehr zu tun.
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