eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 10:32 Uhr
01.09.2022
nnz-Forum

Der große Gorbi

Die politische Welt kondoliert zum Ableben des letzten Präsidenten der Sowjetunion. Für viele Menschen, besonders die damalige Jugend in der DDR, sah in ihm heldenhaft. „Glasnost“ und „Perestroika“. Tim Schäfer erinnert im Forum an den "großen Gorbi"...

Wer erlebt hat, wir ihm aus dem offiziellen FDJ Umzug in Berlin zugejubelt wurde, die Rufe: Gorbi -Gorbi -Gorbi schallten über Spree und Alex. Der versteht das. Dagegen wirkte die Führung der DDR greise und grobschlächtig. Was meint, die starsinnige Ablehnung von Reformen und größere Transparenz und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung wurden völlig negiert.

Anzeige symplr (1)
Und dies sogar unter dem Eindruck des 40. Jahrestages, als es am Alex beinah zur Katastrophe kam. Demonstranten sorgten dafür, dass die Autokolonne von Gorbatschow erst stoppen und dann im Manöver mit qualmenden Reifen eine Alternativroute suchen musste. Sehr beeindruckend. Dann, Mielke forderte auf der Terrasse am Palast der Republik (sinngemäß), schießt auf die Schweine oder Feinde (Demonstranten)!

Das muss man sich mal vorstellen. Mielke war damals der Minister für Staatssicherheit, seine Männer sicherten bewaffnet die Feier zu 40 Jahren DDR im Palast der Republik! Er war Ihr oberster Befehlsgeber! Der Rest ist Geschichte, es kam auch aufgrund der Besonnenheit der Polizisten und der Staasi-Personenschützer, also nicht der Partei- und Staatsführung, nicht zu einem Blutbad. Möglicherweise hat dieser Vorfall die friedliche Wende in der DDR entschieden. Auch dem Umstand geschuldet, das Gorbi da war.

Deutschland schuldet Gorbatschow eine Teilnahme an seiner Trauerfeier in Moskau, nur wen schicken? Es ist wohl eher so, dass die heutige Bundesaußenministerin so oder so zu einem Eklat führen würde. Sehr bedauerlich, gedenke Hans Dietrich Genscher an der Stelle.

Gorbatschow sagte einmal, man darf Russland die Krim nicht entreißen. Das wird aktuell, vor dem Hintergrund des Krieges, Deutschland unterstützt die Ukraine-Oligarchie, gern verschwiegen. Man sucht sich also offiziell wieder einmal ein Bild heraus, welches nur das Genehme betont, das was gerade in den Kram passt. Das verachte ich.

Übrigens, die Krim kam zu Russland aufgrund einer Deutschen, die sehr berühmt wurde. Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, Katarina die Große. Unter Ihrer Führung wurde die Krim am 8. April 1783 annektiert. Nun, dass Ende der Sowjetunion brachte eine Ukraine mit Krim hervor. Aber, die Interessen und die Politik haben sich stark gewandelt. Kenner der Zeit stellten schon lange fest, wie sehr die Differenzen in der Ukraine auch zu regelrechtem Hass, der auf Zuhörer verstörend wirkte, geführt haben. Auch eine Ursache für den Krieg.

Gorbi wird in den Herzen insbesondere vieler Mitteldeutscher bleiben, als der Hoffnungsträger, der der friedlichen Revolution Ihren Lauf ließ und diese auch ermöglicht hat. Mag er jetzt wieder mit seiner Raissa, Raissa Maximowna Gorbatschowa vereint sein, es war herzzerreißend damals zu sehen, wie sehr Michail „Gorbi“ unter Ihrem Ableben litt.
Die folgenden Generationen, besonders die Deutschen, sollten Glasnost und Perestroika nicht vergessen und ebenso einfordern, wie es 1989 in Ost-Berlin geschah.
Tim Schäfer
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
Leser X
01.09.2022, 12:20 Uhr
Glorifizierung
Ich hatte mich damals gewundert, dass "Gorbi" im Westen zum Star wurde. Ganz geheuer war mir das nicht. Und heute, mit zeitlichem Abstand, weiß ich auch warum...

Neulich habe ich mich gar bei der Frage ertappt, ob es den jetzigen Krieg gäbe, wenn die Sowjetunion nach Gorbatschow nicht zerbröselt wäre. Auweia...

Möge er dennoch in Frieden ruhen.
geloescht.20250302
01.09.2022, 14:17 Uhr
Man muss Gorbatschow nicht glorifizieren...
...aber Breshnew hätte sich die Friedliche Revolution (In Rumänien lief es anders, da wurde der Karpaten-Zar samt Zarin standrechtlich erschossen) nicht bieten lassen.

Was danach kam (Auflösung der Sowjetrepubliken in historisch althergebrachte Nationalstaaten) war nicht aufzuhalten.

Davon abgesehen hätte er wohl ebenso wie Jelzin dem Abzug der Roten Armee aus Deutschland zugestimmt.

Dass die NATO sich dann bis zur russischen Grenze ausdehnen würde, haben wohl beide nicht voraussehen können. Denn das war so bei den Verhandlungen nicht ausgemacht.
Paulinchen
01.09.2022, 15:09 Uhr
Für den Abzug der...
.... Roten Armee,haben wir Deutschen die stattliche Summe von 12 Milliarden DM auf den Tisch von Gorbatschow geblättert. Und das alles,damit sich die NATO in Richtung Osten breit machen konnte, was aber nicht Bestandteil der Gespräche mit Gorbi war. Hier hat sich Deutschland nicht Grad mit Ruhm bekleckert. Irgendwie war es am Ende, aus westlicher Sicht,ein mieses Spiel,was gespielt wurde. Gorbi wurde ohne Unterstützung des Westens von Jelzin gestürzt und dann langsam vergessen. Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan......
henry12
01.09.2022, 16:13 Uhr
Der große Gorbi ?
Warum groß ? Er hat Insolvenz angemeldet, mehr nicht.
Das der Westen den auf einmal auf`s Tablett hebt, ist doch klar.
Groß wäre er gewesen, wenn er nach dem Zusammenbruch der SU
mehr gemacht hätte, als noch größeres Chaos und Anarchie zu hinterlassen. Hatte der eigentlich einen Plan ? Da fängt doch das Dilemma Rußlands eigentlich schon an, nicht erst mit Putin.
Jäger53
01.09.2022, 17:50 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verzichten Sie offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)