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Sa, 11:29 Uhr
17.09.2022
Gasknappheit:

Sind Elektroheizungen eine Alternative?

Verbraucherinnen und Verbraucher decken sich vor dem Hintergrund der drohenden Gasknappheit mit Heizlüftern und anderen elektrisch betriebenen Direktheizungen ein. Doch diese sind bestenfalls eine sehr teure Notlösung. Die Verbraucherzentrale Thüringen fasst die wichtigsten Fakten zusammen...

Ein Haushalt hat jährlich typischerweise einen Stromverbrauch von 2.000 bis 3.500 Kilowattstunden. Hinzu kommt ein Wärmeverbrauch von 10.000 bis 35.000 Kilowattstunden. Die Verbräuche variieren im Einzelfall stark.

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„Würde der komplette Wärmeverbrauch über die Steckdose abgedeckt werden, dann stiege die Stromrechnung auf das Fünf- bis Zehnfache an”, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen.

Der Energieaufwand ist dabei für alle direkten elektrischen Wärmeanwendungen grundsätzlich gleich: Es bedarf einer Kilowattstunde Strom, um eine Kilowattstunde Wärme zu erhalten.

Für Kunden mit Altverträgen, die einen Gaspreis von etwa 14 Cent pro Kilowattstunde und für Strom um die 41 Cent pro Kilowattstunde zahlen, ist das Heizen mit Strom ökonomisch nicht sinnvoll, solange Gas verfügbar ist. Die Kosten pro Kilowattstunde Nutzwärme würden sich nahezu verdreifachen.

Hausnetz überprüfen
Lediglich wenn kein Gas mehr verfügbar ist, könnte Strom eine sehr teure Alternative sein. In diesem Fall rät Ramona Ballod, die Versorgungsleitungen im Haus unter die Lupe zu nehmen. „Ein oder gar mehrere Heizgeräte im Dauerbetrieb, das ist eine enorme Belastung für das Hausnetz. Lassen Sie deshalb einen Elektriker die Leitungen und vor allem die Steckdosen überprüfen, wenn Sie mit Strom heizen wollen”, empfiehlt die Expertin.

Breite Spanne bei den Investitionskosten
Mit einem Preis von etwa 25 Euro sind Heizlüfter die günstigste Anschaffung. Nachteilig sind jedoch ihre Geräuschentwicklung und die Verbrennung von Staub an den Heizdrähten. Diese so genannte Staubverschwelung beeinträchtigt die Luftqualität erheblich.

Infrarotheizgeräte sind ab etwa 300 Euro im Handel erhältlich. Sie sind leise und optisch weniger auffällig. Entgegen vieler Werbeaussagen verbrauchen sie nicht nennenswert weniger Strom als andere Stromheizgeräte.

Mit Investitionskosten ab etwa 100 Euro liegen Elektro-Radiatoren im Preis-Mittelfeld der elektrischen Heizungen. Wie die Heizkörper einer Zentralheizung erwärmen sie den ganzen Raum und müssen weniger gezielt auf Personen gerichtet werden. Generell zeichnen sich bereits jetzt Engpässe bei der Verfügbarkeit elektrischer Zusatzheizungen ab.

Elektro-Heizungen mit schlechter Ökobilanz
Aus ökologischer Sicht schneiden Gasheizungen besser ab als elektrische Direktheizungen. Auch wenn elektrische Heizungen sukzessive besser werden, da der Anteil regenerativen Stroms im Netz steigt, verursachen Gasheizungen aktuell weniger Treibhausgase.

Steigt der Strombedarf durch den Gasmangel stark an, muss der Mehrbedarf kurzfristig mit mehr Kohlestrom aufgefangen wird. Damit verschlechtert sich die Umweltbilanz der Stromheizungen weiter.

Fazit
Trotz der vielen Nachteile können Stromheizungen ein Teil der persönlichen „Notfallstrategie“ sein. „Verzichten Sie möglichst auf elektrisch betriebene Direktheizungen. Falls das nicht geht, setzen Sie Stromheizungen nur punktuell in den Räumen ein, in denen Sie sich gerade aufhalten und wenn es sich wirklich zu kalt anfühlt. Richten Sie die Heizquelle dann gezielt auf die Personen, die sich im Raum befinden“, empfiehlt Ramona Ballod. Auch Infrarot-Heizplatten sollten so installiert werden, dass die Personen direkt davorsitzen.

Fragen zum Heizen und zur passenden Energieversorgung beantworten die Energieberater der Verbraucherzentrale Thüringen. Termine für ein persönliches Beratungsgespräch können unter den Telefonnummern 0800 809 802 400 oder 0361 555140 (beide kostenfrei) vereinbart werden.
Autor: red

Kommentare
Marino50
17.09.2022, 13.22 Uhr
Elektroheizungen...
....sind nicht nur eine sehr teure Notlösung. Wenn der Strom weg ist oder abgeschaltet wird, bringt sie gar nichts. Wir sitzen dann in kalten Wohnungen und auch ohne Wasser. Hausbesitzer schaffen sich Kamin-Öfen an und decken sich mit Holzvorräten ein. In Wohnblöcken oder Mietshäusern kann man höchstenfalls einen Camping-Kocher mit Kartusche haben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Gartenbesitzer Propangasflaschen und Kocher haben.
henry12
17.09.2022, 14.34 Uhr
E-Heizungen
Lt. Deutschem Städtetag kann es durch den Verkauf von bisher
650 tsd Heizlüftern zum Blackout kommen. Damit werden auch die
Katastrophen moderner. Keine Krankheit, kein Krieg, sondern der Betrieb
von Heizlüftern , vll. noch an Weihnachten- und nichts geht mehr.
Aber vll. wird das auch durch einen Preis verhindert ,
der in Richtung 1€ je kwh gehen wird.
N. Baxter
17.09.2022, 18.12 Uhr
Blackout
kaum vorstellbar, wenn statt der E Heizer alle ein E-Auto oder eine Wärmepumpe hätten...!!!
Paulinchen
17.09.2022, 18.21 Uhr
Das ist schon so ein....
....Ding, mit den Dingern. Gegenüber hunderten von Wachskerzen haben sie aber durchaus einen Vorteil, denn sie verbrennen nicht den Sauerstoff in der Wohnung. Brennt an Weihnachten der Weihnachtsbaum lichterloh, wird man auch nicht glücklich, da ja die Politiker seit dem 25.03.2022 lauthals schreien, dass wir keine Gas und Öl mehr von Putin haben wollen, hat er es endlich begriffen und die Hähne dicht gemacht. Aber das ist auch wieder nicht richtig, denn in Berlin hat man noch immer keine Alternativen gefunden, um die Wohnungen der Bevölkerung warm zu bekommen, außer man treibt die Energiepreis so hoch, dass die Menschen freiwillig das Land verlassen. Der Unterschied zur ehem. DDR ist in diesem Fall nur der, damals gab es kaum E-Heizgeräte im Lande zu kaufen, was derzeit noch möglich ist, aber da droht ja der Blackout, was dann? Werden dann die Wohnungen zu Gasstationen, gefüllt mit Propangasheizungen und Campingkochern? Ist jeder Bürger geübt beim Umgang mit Flüssiggas, oder mekrt man erst nach dem großen Knall in der unteren Wohnung/Hauskeller, dass sich dort das ausgeströmte Gas entzündet hat??? War es nicht sogar verboten, dass Propangas auf Balkonen verboten ist, oder gibt es inzwischen andere Notstandsgesetze darüber? Durchaus möglich, denn wir sind ja im Kriegszustand......
Leser X
17.09.2022, 20.32 Uhr
Alternative zur Alternative
Wir stehen vor einem Winter, in dem wohl einige arme und/oder alte Leute sterben müssen, weil gewissenlose Politiker auf Fremdbefehl diesem Land die Energiebasis rauben bzw. unbezahlbar machen.

Die angelaufene Protestbewegung muss dafür sorgen, dass diese gewissenlose Regierung Nordstream 2 nicht zum Milliardengrab machen darf sondern zu dem, wofür es gebaut wurde.
Echter-Nordhaeuser
17.09.2022, 21.41 Uhr
"Elektroheizungen"
Ja so ist das, da haben sie die Strompreise auch erhöht damit keiner die Bude zu warm macht. Könnte ja sein das manch einer seine Wohnung über 19 Grad bekommt.
Wir sollen doch schließlich Solidarität zeigen....
Gehard Gösebrecht
18.09.2022, 08.55 Uhr
Ja, Heizlüfter gab es nicht so viel
Aber ab und zu Strom für.....8 Pfennig der DDR je Kilowattstunde.
Und heute?
Ein Hoch auf die Freiheit und Demokratie.
Und der Grüne Vortänzer mit dem Wirtschaftswissen einer/es Studendent/in am ersten Studientag, will Energie noch mehr verknappen und damit verteuern.
Leute, nur der Narr wählt seinen Henker selber.
grobschmied56
18.09.2022, 09.15 Uhr
Was soll das Gemecker...
... unser hochgelehrter Wirtschaftsminister hat es Euch doch erklärt:
WIR HABEN KEIN STROMPROBLEM!
Gehard Gösebrecht
18.09.2022, 10.19 Uhr
Schade um die Drushba Trasse
Nun ist die Drushba dem Boina gewichen.
Das wird ein kalter Winter.
Ich habe jetzt schon blaue Pfoten.
Und gemeckert wird hier nicht.
Hier wird maximal ein gewisser Unmut geäußert.
Kobold2
18.09.2022, 13.46 Uhr
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