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So, 08:34 Uhr
12.03.2023
Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen

Rekordhoch bei Depressionen

Der Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen ist in Thüringen auf einen neuen Höchststand gestiegen. 2022 wurden 290 Fehltage je 100 Versicherte verzeichnet, wie aus dem aktuellen und repräsentativen Psychreport der DAK-Gesundheit für den Freistaat hervorgeht...

Im Zehn-Jahres-Vergleich bedeutete dies einen Anstieg um 51 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hatten junge Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren den stärksten Anstieg. Bei den Männern stechen die Altersgruppen der 35- bis 39-Jährigen und der 55- bis 59-Jährigen hervor. Die meisten psychisch bedingten Fehltage gab es auch 2022 wieder im Gesundheitswesen. Die Branche lag 54 Prozent über dem Durchschnitt.

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„Den neuen Höchststand bei den psychischen Erkrankungen im Freistaat beobachten wir mit großer Sorge. Hinzu kommt, dass zunehmend auch jüngere Frauen und Männer in der Mitte ihres Arbeitslebens wegen dieser Erkrankungen ausfallen“, sagt Marcus Kaiser, Landeschef der DAK-Gesundheit in Thüringen. „Wir müssen am Arbeitsplatz den Fragen der seelischen Gesundheit mehr Beachtung schenken. Beschäftigte dürfen nicht Gefahr laufen, eines Tages verfrüht ausgebrannt zu sein und aussteigen zu müssen“, so Kaiser.

In Thüringen hatten im Vergleich zu 2021 die erwerbstätigen Männer zwischen 55 und 59 Jahren den stärksten Anstieg bei den psychisch bedingten Fehltagen: plus 33 Prozent. Auch die 35- bis 39-Jährigen hatten mit einem Plus von 32 Prozent deutlich mehr Fehltage als gleichaltrige Männer im Vorjahr. Bei weiblichen Beschäftigten gingen in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen die Fehlzeiten um 42 Prozent hoch.

Rekordhoch bei Depressionen
Eine Krankschreibung wegen psychischer Erkrankungen dauerte im Durchschnitt 31,1 Tage. Die meisten Fehltage entfielen auf Depressionen, sie verursachten zwei Prozent mehr Arbeitsausfall als im Vorjahr. Auf Platz zwei kamen Belastungs- und Anpassungsstörungen. Den stärksten Anstieg mit 28 Prozent Zuwachs gegenüber 2021 hatten Angststörungen.

Der meiste Ausfall im Gesundheitswesen
Wie stark Beschäftigte von psychischen Erkrankungen betroffen sind, hängt unter anderem mit der Branche zusammen, in der sie tätig sind. In Thüringen haben diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, weit überdurchschnittlich viele Fehltage. 2022 waren es – bezogen auf 100 erwerbstätige DAK-Versicherte – 447 Fehltage, 157 Tage mehr als im Durchschnitt aller Branchen.

Insgesamt liegt Thüringen bei den psychisch bedingten Fehlzeiten mit vier Prozent leicht unter dem Bundesniveau.

Für den Psychreport hat das Berliner IGES Institut die Daten von 50.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Thüringen ausgewertet. Die DAK-Gesundheit ist die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands mit rund 130.000 Versicherten im Freistaat. Sie informiert online über ihre Leistungen zum Gesundbleiben und Gesundwerden unter: www.dak.de/psychreport
Autor: red

Kommentare
DonaldT
12.03.2023, 11.29 Uhr
Rekordhoch bei Depressionen
Ist es denn ein "Wunder"?, bei dem was hier seit Jahren abgeht?, was Scholz. Baerbock, Habeck und co. an Krisen verbreiten und immer neu hervorrufen?
Kritiker86
12.03.2023, 13.26 Uhr
Wundert
Das noch irgendjemand in diesen Land? Ich bin selbst aus der Intensivpflege, und verringere nach über 7 Jahren meine Arbeitszeit, gewiss nicht ohne Grund! Das Deutschland sich auf den absteigenden Ast befindet, müsste nun den letzten Skeptiker bewußt geworden sein. Zieht euch warm an... Das ist erst der Anfang. Nun geht es nur noch steil bergab. Wer schlau ist, bringt seine Sachen noch schnell ins trockene... bevor die Hütte brennt. Auf den Staat darf sich niemand mehr verlassen, die haben komplett versagt. Viele Menschen sind komplett ausgebrannt und arbeiten nur noch, weil sie keine andere Wahl haben. Aber guckt in die Glotze, da tummeln sich die schönen und reichen... Den geht es sogut wie noch nie...
Strandläufer
12.03.2023, 18.18 Uhr
Es ist auch kein Wunder:
Viel Arbeit für immer weniger Personal, ständige Erreichbarkeit, permanente Beschallung, Überreizungen, dazu Existenzängste (der normalen Bürger), dazu die Ohnmacht wegen der Handlungsunfähigkeit aufgezwungenerZahlungen (wenn man auf die Selbstbedienungsläden in grotesk unverschämten Ausmaße beim ÖR z.B.sieht, die steigenden Preise ÜBERALL)...

Es bleibt einem nur auf sich und sein Seelenheil zu achten: mehr an die Luft, weniger Fernsehen (agieren statt konsumieren), weniger Nachrichten und mehr von dem was einem gut tut. Unternehmungen mit interessanten und geliebten Menschen, Erweiterung der Komfortzone...all das.

Die Arbeitsbedingungen können wir selten beeinflussen oder ändern. Die Kollegen leider auch nicht, aber wir können daran arbeiten wie wir mit all dem umgehen.
Die wenigsten haben so viel Geld auf der Latte, dass sie sich als Privatier zur Ruhe setzen können (oder auf die Strasse kleben... :-) sorry).

Zum Thema Glück und Gesundheit gibt es viele Theorien. Als Anfang könnte das aber klappen. Schönen Sonntag.
Leser X
12.03.2023, 19.54 Uhr
Ohne geht es kaum
Wer im Deutschland heutiger Prägung ohne Depression dasteht, dem ist wohl nicht zu helfen. Wo, wenn nicht hier? Wann, wenn nicht jetzt?
N. Baxter
12.03.2023, 20.02 Uhr
Falsche Prioritäten
anstatt die Schaffenden mehr zu entlasten, werden stattdessen die Untätigen zunehmend gefördert.

Das bisschen Geld was dann noch über ist, wird im Rest der Welt verschenkt und dann noch dieser unsägliche Krieg mit finanziert.

Marode Infrastruktur, Bildung sowie Sozialsysteme bis hin zur Jugendarbeit und schon steigt die Spannung im System Mensch...
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