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Sa, 08:25 Uhr
25.03.2023
Marktstichprobe der Verbraucherzentrale Thüringen

Obst und Gemüse oft nicht aus Deutschland

Regionale Lebensmittel liegen im Trend. Aber selbst wenn Kartoffeln & Co. gerade hierzulande wachsen, sind sie im Handel schwer zu finden. Eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale zeigt zudem, dass die Herkunft oft deutlicher gekennzeichnet werden müsste...

Die Herkunft von Obst und Gemüse ist für viele Menschen ein wichtiges Kaufkriterium. Deshalb hat die Verbraucherzentrale Thüringen in einer Marktstichprobe den Ursprung verschiedener Obst- und Gemüsearten sowie von Kartoffeln in der jeweiligen Saison überprüft. Zwischen April und Oktober 2022 haben die Expertinnen dabei insgesamt 507 Angebote in fünf Filialen des Lebensmittel-Einzelhandels im Raum Erfurt und Arnstadt erfasst.

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Das Fazit: 55 Prozent der erfassten Obst- und Gemüseprodukte stammten aus Deutschland, 33 Prozent aus anderen EU-Ländern und 12 Prozent aus Nicht-EU-Ländern. „Auch in der Saison sollten Verbraucherinnen und Verbraucher also genau schauen, woher das Obst und Gemüse kommt“, sagt Luise Hoffmann, Leiterin des Referats Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Thüringen.

Für das meiste frische Obst und Gemüse ist eine Ursprungsangabe rechtlich vorgeschrieben. „Positiv aufgefallen ist uns, dass auch bei Kartoffeln die Herkunft immer angegeben wurde, obwohl dafür keine Pflicht besteht“, so Hoffmann.

Frühkartoffeln aus der Wüste
Die Expertin rät, dass Verbraucher gerade bei Frühkartoffeln diese Angabe nutzen sollten. „Wenn bei uns im Mai die Kartoffelernte beginnt, kommen viele der Frühkartoffeln im Einzelhandel aus Ägypten oder Israel. Dort müssen sie aufwendig bewässert werden, obwohl in diesen Ländern Wasser knapp ist. Dabei ist Deutschland das führende Kartoffelanbauland der EU“, erklärt Hoffmann.

Spitzenreiter mit einem heimischen Angebot von 92 beziehungsweise 100 Prozent waren Kohlrabi und Stangensellerie. Bei Bohnen hingegen stammten 44 Prozent der erfassten Ware aus Nicht-EU-Ländern. Birnen und Trauben aus deutscher Erzeugung waren gar nicht zu finden.

„Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Wahl und können mit ihrem Einkauf die heimische Landwirtschaft unterstützen. Aber sie können teilweise nur schwer erkennen, woher die Produkte kommen“, kritisiert Hoffmann. Bei immerhin einem Viertel der verpackten Ware wurde die Herkunft weder auf dem Preisschild noch auf der Schauseite des Produkts angegeben. Stattdessen findet man die Kennzeichnung erst durch Drehen und Wenden der Ware.

„Besonders ärgerlich ist, wenn das Herkunftsland auf der Unterseite einer offenen Papiertüte steht“, berichtet Luise Hoffmann von ihren Erfahrungen aus der Marktstichprobe. Dass eine deutliche Herkunftskennzeichnung auf der Schauseite möglich ist, zeigen viele positive Beispiele wie etwa Länderflaggen oder Landkarten in den Landesfarben.

Auch die Herkunftsangabe auf dem Preisschild kann zur Information dienen. Sie ist jedoch fehleranfällig, wie besonders eine Filiale im Marktcheck zeigte. Hier stimmten mehrfach die Angaben auf dem Preisschild und auf der Verpackung nicht überein.

„Bei loser Ware mussten wir in einigen Fällen davon ausgehen, dass die Herkunft nicht immer richtig gekennzeichnet war, zum Beispiel bei Kohlrabi und Blumenkohl“, so Luise Hoffmann. Die Verbraucherschützerin fordert: „Der Händler muss hier seinen Kennzeichnungspflichten gerecht werden und die Preisschilder aktuell halten.“

Regionalfenster noch nicht weit verbreitet
Etwa jedes sechste verpackte Produkt trug Angaben zur genauen Ursprungsregion, beispielsweise das Regionalfenster oder händlerspezifische Kennzeichnungen. „Laut Umfragen haben Verbraucherinnen und Verbraucher großes Interesse an solchen Regionalangaben. Wir wünschen uns daher mehr gekennzeichnete Produkte und eine einheitlichere Form. Das Regionalfenster bietet dafür eine gute Grundlage. Das konnten wir aber in der gesamten Marktstichprobe nur 17 Mal finden“, berichtet Luise Hoffmann. „Ursprungsangaben bei Obst und Gemüse sollte auf einen Blick erkennbar sein. Entweder im Hauptsichtfeld oder auf dem Preisschild in unmittelbarer Nähe des Produktes.“
Autor: red

Kommentare
Kobold2
25.03.2023, 23.06 Uhr
Ja, da herrscht
Viel unverständlicher Wahnsinn, der auch vom Endkunden zu wenig hinterfragt wird....
Örzi
26.03.2023, 11.39 Uhr
Da war die DDR doch fortschrittlicher
Bananen und das andere kolonialistische Obst kamen gar nicht erst in den Fruchtbasar. Der schrumpelige Bio-Apfel war das Highlight.
Kobold2
26.03.2023, 15.49 Uhr
Hm,
verstehe die Reaktion nicht????
Dabei hat man doch hier ausreichend Erfahrungen mit den Auswirkungen, wenn man die regionale Wirtschaft vernachlässigt.....
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