Mitte Juni machten sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen bereits um 5:30 Uhr morgens gemeinsam auf den Weg nach Berlin. Begleitet wurden wir von Hr. Dietrich und Hr. Schuchardt. Ziel der Exkursion war es, Politik und Geschichte nicht nur im Unterricht zu behandeln, sondern direkt vor Ort zu erleben...
Nach unserer Ankunft im Deutschen Bundestag stand zunächst ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten David Gregosz auf dem Programm. In einer offenen Fragerunde berichtete er von seinem politischen Alltag, seinen Aufgaben als Abgeordneter und den Herausforderungen seiner Arbeit in Berlin. Dabei konnten wir zahlreiche Fragen stellen und erhielten interessante Einblicke in die Arbeit des Deutschen Bundestages. Besonders spannend war, dass Herr Gregosz selbst Schüler unseres Gymnasiums gewesen ist und dadurch einen direkten Bezug zu unserer Schule herstellen konnte.
Exkursion in den Bundestag (Foto: Nadine Böhlitz)
Im Anschluss besuchten wir die Besuchertribüne des Plenarsaals. Dort konnten wir eine teilweise lebhafte Debatte des Bundestages verfolgen. Diskutiert wurden unter anderem die Themen Missbräuchliche Anerkennung von Vaterschaften sowie Bezahlbarer Wohnraum und nachhaltige Stadtentwicklung. Es war interessant zu beobachten, wie unterschiedliche Parteien ihre Standpunkte vertraten und ihre Argumente austauschten. Viele von uns hatten zuvor noch nie eine echte Bundestagsdebatte erlebt. Dadurch wurde deutlich, wie politische Entscheidungen in einer Demokratie durch Diskussion, Meinungsvielfalt und parlamentarische Verfahren entstehen.
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Anschließend besuchten wir die Reichstagskuppel. Von dort bot sich ein beeindruckender Blick über die Hauptstadt. Gleichzeitig steht die gläserne Kuppel symbolisch für die Transparenz der Demokratie und die Kontrolle politischer Entscheidungen durch die Bürgerinnen und Bürger.
Am Nachmittag wechselte das Thema grundlegend. In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erhielten wir während einer Führung Einblicke in die Geschichte des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses der Staatssicherheit der DDR. Die engen Zellen, Verhörräume und Berichte über die Behandlung politischer Gefangener machten deutlich, wie Menschen in einer Diktatur überwacht und ihrer Rechte beraubt wurden.
Besonders eindrucksvoll war der direkte Vergleich der beiden Stationen des Tages. Während wir am Vormittag erlebt hatten, wie Demokratie durch freie Meinungsäußerung, politische Beteiligung und öffentliche Debatten funktioniert, zeigte uns Hohenschönhausen die Realität eines Systems, in dem Kritik am Staat verfolgt wurde und grundlegende Freiheitsrechte fehlten. Der Kontrast zwischen dem offenen Parlament und dem ehemaligen Stasi-Gefängnis machte die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur für viele von uns besonders deutlich.
Nach der Führung wurden wir zum Alexanderplatz gebracht. Dort hatten wir noch etwas Zeit zur freien Verfügung.
Bei sommerlichen Temperaturen nutzten viele die Gelegenheit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden, etwas zu essen oder die Atmosphäre der Hauptstadt zu genießen. So konnten wir neben den politischen und historischen Eindrücken auch einen kleinen Eindruck vom Leben in Berlin gewinnen.
Am Abend traten wir schließlich die Heimreise an und erreichten gegen Mitternacht wieder Worbis. Trotz des langen Tages waren sich viele einig, dass sich die Fahrt gelohnt hatte.
Die Exkursion nach Berlin war nicht nur interessant, sondern auch lehrreich. Durch den direkten Vergleich von Bundestag und Stasi-Gedenkstätte konnten wir besser verstehen, welche Bedeutung Demokratie, Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit für unser heutiges Leben haben. Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll diese Rechte sind und warum es wichtig ist, sie zu schützen und zu bewahren.
Greta Müller, Klasse 9.2.