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Di, 20:04 Uhr
20.08.2013

Eichsfeld im vorderen Bereich

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hat im Rahmen einer Studie untersucht, ob und wie die 13 Mittelzentren Nord- und Mittelthüringens für die Zukunft gerüstet sind. Anhand von 42 Indikatoren, welche ausschließlich auf statistischem Material beruhen, erfolgte ein Städtevergleich....

„Die Bevölkerung des Freistaats Thüringen schrumpft, wird aber gleichzeitig immer älter. Die ländlichen Räume dünnen merkbar aus. Vor allem junge Menschen verlassen die Dörfer und Kleinstädte, weil dort für sie die Zukunftsperspektiven fehlen“, erklärt Udo Rockmann, Leiter des Regionalen Service-Centers Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt und Artern der IHK Erfurt.

Der Fokus richte sich daher immer stärker auf die zentralen Orte, vor allem die Mittelzentren, weil dort harte und weiche Standortfaktoren vorgehalten werden können, die das Umfeld teilweise schon jetzt nicht mehr aufweise. Zudem stehen sie untereinander in einem Wettbewerb um Investoren, Touristen und Einwohner. Da bislang keine vergleichenden Studien existieren, habe die IHK Erfurt erstmals eine empirische Untersuchung vorgenommen. Mit dieser wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse der 13 Städte erstellt, die laut Rockmann interessante Ergebnisse hervorbrachte.

„Im Städtevergleich belegen Leinefelde-Worbis den dritten und Heilbad Heilgenstadt den fünften Platz. Damit ordnet sich das Eichsfeld im vorderen Bereich des Rankings ein“, äußert sich Rockmann zufrieden mit dem Ergebnis der Studie. Leinefelde-Worbis sei auf wirtschaftlichem Gebiet sehr gut aufgestellt, was der erste Platz innerhalb dieses Themenbereiches belege.

Von den insgesamt 13 Indikatoren dieser Kategorie wurden 9 der Ampelfarbe Grün zugewiesen. Auch beim Tourismus und den kommunalen Standortbedingungen glänze die Stadt. Obwohl die inzwischen fertig gestellte A 38 unmittelbar an der Stadt liegt, wirkten sich die großen Entfernungen zum Flughafen Erfurt-Weimar und zum Erfurter Hauptbahnhof negativ auf die Bewertung des Bereiches Verkehrsinfrastruktur aus. Dies ist allerdings zu relativieren, da es bekanntermaßen starke Verflechtungen zum Göttinger Raum gebe.

Dabei zeigt der letzte Platz bei Kaufkraft und Einzelhandel, dass sich diese gute Verkehrsanbindung nach Göttingen, aber auch nach Nordhausen negativ auf die Handelslandschaft auswirken kann. „Mittelfristig sollte weiter in die Betreuungsinfrastruktur für Ältere investiert werden, da die Stadt den größten Anteil an Personen über 65 Jahre aufweist, aber gleichzeitig auch mit solchen Angeboten für ihr Umfeld interessant ist“, ergänzt Rockman.

„Heilbad Heiligenstadt liefert ein ähnliches Bild. Auch diese Eichsfeldkommune ist wirtschaftlich sehr gut aufgestellt und erzielt nach Leinefelde-Worbis den 2. Platz in dieser Kategorie. Sie zeichnet sich durch zahlreiche mittelständische Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern, einen sehr positiven Beschäftigtensaldo und einen hohen Beschäftigtenanteil am Wohnort aus. Daneben belegt die Stadt unter anderem Rang 1 im Tourismus und positioniert sich auch gut bei der sozialen Infrastruktur sowie im Themenbereich Bevölkerung“, erklärt Rockmann.

Die negative Bewertung der Verkehrsinfrastruktur sei auf die gleichen Ursachen, wie bei Leinefelde-Worbis zurück zu führen. Zwar stelle sich der Bereich Kaufkraft und Einzelhandel besser dar als in der Nachbarkommune, aber auch hier beeinflusse die schnelle Erreichbarkeit umliegender Zentren das Ergebnis negativ.

Zur Herangehensweise an die Studie erläutert Rockmann, dass aus einer Vielzahl statistischer Angaben zu den Mittelzentren 42 Indikatoren ausgewählt und sieben Themenbereichen zugeordnet wurden. Neben der Untersuchung wirtschaftsrelevanter Faktoren standen auch die Bevölkerung, die Verkehrs- und die soziale Infrastruktur im Fokus.

„Sowohl für die Einzelindikatoren als auch die jeweiligen Themenbereiche erfolgte neben einer Punktevergabe auf einer Skala von 0 bis 100 eine farbliche Kennzeichnung entsprechend einer Ampel. Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses wurden je Stadt die Mittelwerte der sieben Themenbereiche herangezogen“ beschreibt Rockmann das Ranking.

„Aus den Gesamtergebnissen haben wir entsprechende Schlussfolgerungen formuliert, um den politischen Entscheidern Handlungsempfehlungen zu geben“ resümiert Rockmann. Die Studie solle, so der IHK-Vertreter, den Diskussionsprozess konstruktiv begleiten und Bereiche aufzeigen, in denen die Politik in Form aktiver Wirtschaftshilfe positive Impulse setzten könne.



Autor: en

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