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So, 10:44 Uhr
31.05.2026
DIW-Studie:

Gesundheitsversorgung: Hohe Hürden für Geflüchtete

Geflüchtete stoßen in Deutschland insbesondere in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft auf erhebliche Hürden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)...

Viele Geflüchtete berichten von Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen.  (Foto: DIW Berlin) Viele Geflüchtete berichten von Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen. (Foto: DIW Berlin)
Lange Wartezeiten, große Entfernungen und finanzielle Belastungen erschweren eine zeitnahe Behandlung. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, sich im Gesundheitssystem zu orientieren und passende medizinische Hilfe zu finden. „Gerade in den ersten Jahren nach der Ankunft brauchen Geflüchtete häufig medizinische Versorgung. Wird diese verzögert, verschlechtert das ihre Gesundheit und führt langfristig zu höheren Kosten im Gesundheitssystem“, sagt Studienautorin Louise Biddle, Wissenschaftlerin im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin.
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Versorgungshürden in den ersten Jahren besonders hoch
Mehr als ein Viertel der Geflüchteten berichtet von Verzögerungen bei Behandlungen aufgrund langer Wartezeiten. Bei Geflüchteten aus der Ukraine liegt dieser Anteil mit rund 40 Prozent sogar noch deutlich höher. Auch Kosten stellen eine relevante Hürde dar: Rund 20 Prozent der kürzlich angekommenen Geflüchteten verzichten aus finanziellen Gründen auf medizinische Leistungen. Weite Wege erschweren den Zugang zusätzlich; etwa ein Zehntel der Geflüchteten gibt an, dadurch betroffen zu sein. Insgesamt zeigt sich: Die Hürden sind direkt nach der Ankunft besonders hoch und nehmen erst mit der Zeit ab.

Viele Geflüchtete haben Schwierigkeiten, Hilfe zu finden und Informationen zu verstehen
Neben strukturellen Barrieren bestehen erhebliche Probleme bei der Orientierung im Gesundheitssystem. Rund ein Drittel der Geflüchteten gibt an, Schwierigkeiten zu haben, passende medizinische Hilfe zu finden. Auch zentrale Informationen sind oft schwer verständlich, etwa zu medizinischen Notfällen oder Behandlungen. Im Bereich Prävention berichten 37 Prozent, dass sie Informationen zu Vorsorgeuntersuchungen nur schwer verstehen. Im Umgang mit psychischen Problemen haben rund 39 Prozent Schwierigkeiten. Deutlich geringer sind die Probleme im Bereich Gesundheitsförderung, etwa bei Informationen zu gesunder Lebensweise oder im Umgang mit Gesundheitsratschlägen im persönlichen Umfeld.

Abbau von Zugangshürden ist zentral
„Für Geflüchtete ist es schwer, sich im komplexen deutschen Gesundheitssystem zurechtzufinden“, sagt Biddle. „Damit Geflüchtete die benötigte Versorgung rechtzeitig erhalten, müssen die Hürden beim Zugang gezielt abgebaut werden.“ Zwei Ansatzpunkte sind dabei zentral: Zum einen sollte die Gesundheitskommunikation verbessert werden, etwa durch professionelle Sprachmittlung und Informationsangebote in einfacher Sprache. Zum anderen müssen strukturelle Hürden im Gesundheitssystem reduziert werden, etwa bei Terminvergabe und Zugang zu Leistungen.

Entscheidend ist der Abbau bestehender Zugangsbeschränkungen im Asylbewerberleistungsgesetz. Der aktuell diskutierte Rechtskreiswechsel für Geflüchtete aus der Ukraine könnte die Situation hingegen verschärfen. Eine Beschränkung des Zugangs würde den Leistungsanspruch für Ukrainer begrenzen und bestehende Versorgungslücken vergrößern.
Autor: red

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Kommentare
Marino50
31.05.2026, 11:12 Uhr
Hürden für Geflüchtete ?
Die Geflüchteten werden fast überall in Arztpraxen bevorzugt behandelt. Warum sollen die nicht genauso lange warten wie wir deutschen Patienten. Auch wir müssen auf Termine warten und kommen nicht gleich dran. Wieso sollten Flüchtlinge Privilegien haben im Gesundheitswesen?! Wenn das im Herkommsland so toll war, sollen sie zurück reisen in die Heimat und fort zum Arzt gehen.
Solche Studien kann man sich wirklich sparen. Wir Rentner und natürlich auch die arbeitende Bevölkerung müssen immer höhere Beiträge zahlen. Das bleibt Bürgergeldempfängern alles zusätzlich noch erspart. Das merken die gar nicht. Aber wir Rentner merken es und alle Arbeitenden.
Echter Sundhäuser
31.05.2026, 12:10 Uhr
Ach Gottchen...
Ich lese die ganze Zeit nur Mimimi...
Mich interessiert eher, wo die Studie bleibt was die arbeitende Bevölkerung an finanzieller Mehrbelastung der Krankenkassenbeiträge zu stemmen hat seit 2015?
Danke im vorraus!
Lautaro
31.05.2026, 12:46 Uhr
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