Sa, 12:50 Uhr
23.05.2026
nnz-Forum:
Einst Pflicht, heute Luxus
In Nordhausen wird in politischen Kreisen mal wieder über das liebe Geld diskutiert. Haushalt nennen es die Eingeweihten und wie immer geht es um die Investitionen. Das ist im Großen - also in Bund und Land - nicht anders als im Kleinen. Zum Thema Infrastruktur erhielten die Nordthüringer Online-Zeitungen einen interessanten Leserbrief...
Marode Gleise (Symbolbild) (Foto: Andy M. auf Pixabay)
Unser Leser R. K. schrieb folgendes: "Mein Nachbar arbeitete Anfang der 80er bei der Bahn. Er erzählte mir einmal, dass er damals die sogenannten Streckengänger entlassen musste. Menschen, die jeden Tag die Gleise kontrollierten, Schäden meldeten und dafür sorgten, dass repariert wurde, bevor etwas passierte.
Er sagte damals schon: 'Die Amerikaner fahren oft, bis etwas kaputtgeht. Wir haben immer vorher gehandelt.' Und genau deshalb konnte er sich nie vorstellen, dass Deutschland diesen Weg einmal ebenfalls gehen würde. Nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Sondern aus moralischen. Weil Verantwortung einmal bedeutete, Gefahren gar nicht erst entstehen zu lassen.
Heute wirken viele Brücken wie Mahnmale dieser verlorenen Haltung. Schulen zerfallen, Bahnhöfe verrotten, Universitäten werden wegen Einsturzgefahr geräumt. Überall wird erst reagiert, wenn etwas fast zusammenbricht.
Früher galt Vorsorge als Pflicht. Heute scheint sie vielerorts zum Luxus geworden zu sein.
Rüdiger Krack, Nordhausen
Autor: psg
Marode Gleise (Symbolbild) (Foto: Andy M. auf Pixabay)
Unser Leser R. K. schrieb folgendes: "Mein Nachbar arbeitete Anfang der 80er bei der Bahn. Er erzählte mir einmal, dass er damals die sogenannten Streckengänger entlassen musste. Menschen, die jeden Tag die Gleise kontrollierten, Schäden meldeten und dafür sorgten, dass repariert wurde, bevor etwas passierte.
Er sagte damals schon: 'Die Amerikaner fahren oft, bis etwas kaputtgeht. Wir haben immer vorher gehandelt.' Und genau deshalb konnte er sich nie vorstellen, dass Deutschland diesen Weg einmal ebenfalls gehen würde. Nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Sondern aus moralischen. Weil Verantwortung einmal bedeutete, Gefahren gar nicht erst entstehen zu lassen.
Heute wirken viele Brücken wie Mahnmale dieser verlorenen Haltung. Schulen zerfallen, Bahnhöfe verrotten, Universitäten werden wegen Einsturzgefahr geräumt. Überall wird erst reagiert, wenn etwas fast zusammenbricht.
Früher galt Vorsorge als Pflicht. Heute scheint sie vielerorts zum Luxus geworden zu sein.
Rüdiger Krack, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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