Das Armutsgefährdungsrisiko fällt in Deutschland erheblich geringer aus, wenn neben den Einkommen der Haushalte auch ihre Vermögen berücksichtigt werden. Dieser Effekt fällt im Alter besonders groß aus, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)...
Senioren (Symbolfoto) (Foto: 🌸♡💙♡🌸 Julita 🌸♡💙♡🌸 auf Pixabay)
Fast jeder fünfte Altersrentner gilt nach gängiger Definition als armutsgefährdet – eine Quote von 17,8 Prozent. Doch die Zahl führt in die Irre, weil sie ausschließlich auf dem Einkommen basiert und das Vermögen der Haushalte ausblendet.
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Neue IW-Berechnungen auf Basis von Mikrodaten der Deutschen Bundesbank zeigen: Bezieht man das Nettovermögen ein, sinkt die Quote auf elf Prozent. Rund 4.000 Haushalte haben für die Erhebung umfassende Angaben zu ihrer Einkommens- und Vermögenssituation gemacht.
Vermögen sichert den Lebensstandard – auch bei kleinen Renten
Im Durchschnitt verfügen Haushalte mit einem GRV-Altersrentner als Hauptverdiener über ein Nettovermögen von rund 313.000 Euro. Der Median liegt bei knapp 140.000 Euro. Die Bundesbank hat nach dem wichtigsten Motiv für die Vermögensbildung gefragt: Am häufigsten nannten die Befragten die Vorsorge für den Notfall – noch vor der Altersvorsorge. Offenkundig planen viele Haushalte ihre Absicherung im Alter über beide Wohlstandsquellen: laufendes Einkommen und angespartes Vermögen.
Reformdebatte blendet aus, ob Haushalte vorgesorgt haben
Die Bundesregierung hat eine Alterssicherungskommission eingesetzt, die bis Sommer 2026 Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Rentensystems vorlegen soll. Mehrere der diskutierten Reformvorschläge – vom Boomer-Soli über die sogenannte Akademiker-Rente bis hin zu einer progressiven Staffelung der Rentenansprüche – begründen mehr Umverteilung in der GRV mit dem Verweis auf hohe Armutsgefährdungsquoten. Doch von der Höhe einer gesetzlichen Rente allein lässt sich nicht auf die Wohlstandssicherung eines Haushalts im Alter schließen.
Grafik (Foto: IW)
Wir führen die Rentendebatte auf der Basis nicht überzeugender Befunde, sagt IW-Rentenexperte Jochen Pimpertz. In die Bewertung des Armutsrisikos fließe nicht ein, ob ein Haushalt erhebliches Vermögen gebildet habe – sei es in Form von Immobilien oder anderen Formen. Dabei prüfen Mindestsicherungssysteme bereits heute beides – als Instrument gegen Altersarmut seien sie deshalb treffsicherer. Wer den Versicherungscharakter der Rente mit unvollständigen Armutszahlen aufweicht, riskiert teure Fehlanreize".
Die Pensionen für Beamte sind tatsächlich deutlich höher als die Renten anderer Arbeitnehmer, Echter Sundhäuser. Das sind rechtlich und vom Ansatz her völlig unterschiedliche Systeme. Dies schnell zu ändern ist kaum möglich. Man müsste damit aufhören Berufseinsteiger zu verbeamten. Das hat aber so viele Folgen, dass es kaum realistisch ist. (Ich weiß, dass jetzt mancher denkt, man müsste doch nur . . . ) Aber einfach ist da gar nichts.
Jungen Menschen wäre deshalb zu raten entweder einen Beruf zu erlernen, der auch im Staat gebraucht wird (z. B. Lehrer/ Polizist) oder seine Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Dass in der Zukunft Geld vom Himmel fällt und damit alle Probleme gelöst werden können, ist nicht zu vermuten . . .
wie Disko schreibt: Augen auf bei der Berufswahl ! Ich ergänze: Gas geben beim Lernen und dann nach Ausbildung und/oder Studium nicht aufhören, sich zu qualifizieren - das kann und muss man den jungen Leuten heute ans Herz legen... nicht NUR (auch, aber eben nicht NUR) Fitnessstudio und Playstation. Karriere machen, Geld verdienen, sparen, Eigenheim kaufen und abbezahlen oder wenigstens wieder gut verkaufen.... Geld anlegen, vermieten und nix wieder rausrücken ! Keine dicken Autos, keine fetten Urlaube bis das Polster geschaffen ist.
Aber ja, Maerchen hat Recht... es gibt eine Generation für die all die Chancen zu spät kamen und die heute nichts mehr machen können. Das ist die Generation, die heute kurz vor der Rente steht und in den letzten 30 Jahren wegen Kindern oder auch Eltern gebunden war und deswegen einfach nicht für den Ruhestand vorsorgen konnten. Ein Trostpflaster gibt es aber: Wer bald Rente bezieht wird diese nur teilweise versteuern müssen... Da sind spätere Generationen diesbezüglich schlechter dran...