Fr, 12:19 Uhr
23.08.2013
Drei Stunden Bedenkzeit
Heute Morgen legten über 120 Beschäftigte bei der MUL/MSU GmbH in Leinefelde die Arbeit nieder. Damit folgte die komplette Nachtschicht, die Frühschicht und Teile der Spätschicht den Aufruf der IG Metall zum Warnstreik...
In der Zeit von 5 Uhr bis 8 Uhr standen die Maschinen und Anlagen still. In bisher vier Verhandlungen über den Abschluss eines Manteltarifvertrages haben die Arbeitgeber kein für die Beschäftigten verwertbares Angebot unterbreitet, um die Kuh am Verhandlungstisch vom Eis zu bekommen.
Zwischenzeitlich haben sie aber die Pferde gewechselt, für den Freiherr von Wendt ist nun ein alter Bekannter, Herr Wolter, wieder einmal am Verhandlungstisch. Am 16. Juni 2013 wurde ein Zwischenergebnis erzielt, wo sich die Tarifvertragsparteien verpflichtet haben, bis Ende August den Manteltarifvertrag abzuschließen.
U.a. wurde vereinbart, dass die Beschäftigten in 2013 zwei Einmalzahlungen a 200 Euro bekommen und die Belegschaft sich bereit erklärt, die Rückstände (welche sie nicht verursacht haben) bis Ende September aufzuholen. Die Einzigen, die sich an das Verhandlungsergebnis vollumfänglich halten, sind die Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber wollen sich ihren Verpflichtungen zum Abschluss eines MTV entziehen.
Am gestrigen vierten Verhandlungstag sind sie ohne Mandat zum Verhandeln angereist. Für die Verhandlungskommission der IG Metall liegt Wortbruch nahe. Für Andreas Apitius, Mitglied der Verhandlungskommission, ist es ein tarifpolitisches Laienspiel, was von den Warnstreikenden durch Pfiffe entsprechend untersetzt wurde. Mit einem Geschäftsführer zu verhandeln, der seine Zahlen nicht kennt, ist für Bernd Spitzbarth 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, eine ihm bisher tarifpolitische Unbekannte.
Spitzbarth machte deutlich, die IG Metall, die Verhandlungskommission und die Belegschaft werden die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung nehmen. Die A38 ist nicht dafür gebaut worden, dass auf Grund schlechter Arbeitsbedingungen und niedrige Lebensstandards die jungen Menschen darüber das Land Thüringen verlassen.
Wir brauchen statt einer Billiglohnpolitik GUTE ARBEIT als Infrastruktur für ein GUTES LEBEN. Diese Infrastruktur ist nur über Tarifverträge sicherzustellen. Die Politik zieht es vor Airbag für Banken und Spekulanten zu bauen, unser Airbag für GUTE ARBEIT sind Tarifverträge die Schutzkonkurrenz ausschalten, so Spitzbarth weiter.
Ab Oktober soll ein neuer Wind bei MUL/MSU wehen. Über ein 100 Tageprogramm soll die Effektivität und Produktivität gesteigert werden, da sind gute Tarifverträge anscheinend nicht gewünscht. Wie dringend verbindliche Rahmenregelungen sind, zeigt eine Umfrage bei den Beschäftigten. Die Ergebnisse brachte Frank Rudolf, Mitglied der Verhandlungskommission, auf den Punkt. Über 2/3 der Beschäftigten sagen schon heute, dass ihre Belange nicht ausreichend berücksichtigt werden. Ohne gesundheitliche Einschränkungen in die Rente zu kommen, halten ganze 2% für gegeben.
Statt Produktivitätssteigerung auf den Rücken der Menschen anzukündigen, sind Investitionen und schützende tarifliche Rahmenbedingungen erforderlich, so Rudolf.
Spitzbarth forderte die Arbeitgeber auf, ihre Inhaltslosigkeit zu beenden. Urlaubsgeld, 30 Tage
Urlaub und vernünftige Arbeitszeitregelungen sind die Knackpunkte, die in der heutigen fünften Verhandlungsrunde einer Lösung zugeführt werden müssen, will man weitere Arbeitsunterbrechungen vermeiden.
IG Metall
Autor: enIn der Zeit von 5 Uhr bis 8 Uhr standen die Maschinen und Anlagen still. In bisher vier Verhandlungen über den Abschluss eines Manteltarifvertrages haben die Arbeitgeber kein für die Beschäftigten verwertbares Angebot unterbreitet, um die Kuh am Verhandlungstisch vom Eis zu bekommen.
Zwischenzeitlich haben sie aber die Pferde gewechselt, für den Freiherr von Wendt ist nun ein alter Bekannter, Herr Wolter, wieder einmal am Verhandlungstisch. Am 16. Juni 2013 wurde ein Zwischenergebnis erzielt, wo sich die Tarifvertragsparteien verpflichtet haben, bis Ende August den Manteltarifvertrag abzuschließen.
U.a. wurde vereinbart, dass die Beschäftigten in 2013 zwei Einmalzahlungen a 200 Euro bekommen und die Belegschaft sich bereit erklärt, die Rückstände (welche sie nicht verursacht haben) bis Ende September aufzuholen. Die Einzigen, die sich an das Verhandlungsergebnis vollumfänglich halten, sind die Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber wollen sich ihren Verpflichtungen zum Abschluss eines MTV entziehen.
Am gestrigen vierten Verhandlungstag sind sie ohne Mandat zum Verhandeln angereist. Für die Verhandlungskommission der IG Metall liegt Wortbruch nahe. Für Andreas Apitius, Mitglied der Verhandlungskommission, ist es ein tarifpolitisches Laienspiel, was von den Warnstreikenden durch Pfiffe entsprechend untersetzt wurde. Mit einem Geschäftsführer zu verhandeln, der seine Zahlen nicht kennt, ist für Bernd Spitzbarth 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, eine ihm bisher tarifpolitische Unbekannte.
Spitzbarth machte deutlich, die IG Metall, die Verhandlungskommission und die Belegschaft werden die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung nehmen. Die A38 ist nicht dafür gebaut worden, dass auf Grund schlechter Arbeitsbedingungen und niedrige Lebensstandards die jungen Menschen darüber das Land Thüringen verlassen.
Wir brauchen statt einer Billiglohnpolitik GUTE ARBEIT als Infrastruktur für ein GUTES LEBEN. Diese Infrastruktur ist nur über Tarifverträge sicherzustellen. Die Politik zieht es vor Airbag für Banken und Spekulanten zu bauen, unser Airbag für GUTE ARBEIT sind Tarifverträge die Schutzkonkurrenz ausschalten, so Spitzbarth weiter.
Ab Oktober soll ein neuer Wind bei MUL/MSU wehen. Über ein 100 Tageprogramm soll die Effektivität und Produktivität gesteigert werden, da sind gute Tarifverträge anscheinend nicht gewünscht. Wie dringend verbindliche Rahmenregelungen sind, zeigt eine Umfrage bei den Beschäftigten. Die Ergebnisse brachte Frank Rudolf, Mitglied der Verhandlungskommission, auf den Punkt. Über 2/3 der Beschäftigten sagen schon heute, dass ihre Belange nicht ausreichend berücksichtigt werden. Ohne gesundheitliche Einschränkungen in die Rente zu kommen, halten ganze 2% für gegeben.
Statt Produktivitätssteigerung auf den Rücken der Menschen anzukündigen, sind Investitionen und schützende tarifliche Rahmenbedingungen erforderlich, so Rudolf.
Spitzbarth forderte die Arbeitgeber auf, ihre Inhaltslosigkeit zu beenden. Urlaubsgeld, 30 Tage
Urlaub und vernünftige Arbeitszeitregelungen sind die Knackpunkte, die in der heutigen fünften Verhandlungsrunde einer Lösung zugeführt werden müssen, will man weitere Arbeitsunterbrechungen vermeiden.
IG Metall

