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Fr, 10:55 Uhr
11.10.2013

Erste sprechende Speisekarte

Für Blinde und sehbehinderte Menschen gibt es jetzt in Heilbad Heiligenstadt etwas Neues: die sprechende Speisekarte. Es ist die erste ihrer Art in ganz Thüringen. Die Eichsfelder Nachrichten mit den Einzelheiten, wie es dazu kam und wo die Karte auf dem Tisch liegt...

Sprechende Speisekarte (Foto: Blindenverband) Sprechende Speisekarte (Foto: Blindenverband)

Die sprechende Speisekarte ist ganz einfach zu handhaben

Angefangen hat alles im Restaurant „Haus des Handwerks“ in Heilbad Heiligenstadt mit einer Speisekarte für Blinde in Blindenschrift, gedruckt auf Punktschriftpapier. Einige Jahre später wurde diese um eine Kombikarte – in Blindenschrift und zusätzlich in Großdruck auf Tiefziehfolie – erweitert.

Seit der diesjährigen Woche des Sehens, die vom 8. bis 15. Oktober begangen wird, verfügt das Team um Chef Franz Nachtwey nun über eine sprechende Speisekarte. Franz Nachtwey, der in diesem Jahr das Lokal am Heiligenstädter Marktplatz seit 25 Jahren betreibt, wirkt stolz bei der Übergabe durch Ralf Lindemann, Vorsitzender der Kreisorganisation Eichsfeld des Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

Ist es doch die erste Karte dieser Art in Thüringen überhaupt. Hergestellt wurde sie durch den Verein Andersicht e. V., vertreten durch den 1. Vorsitzenden Dr. Jürgen Trinkus aus Schleswig-Holstein.

Das Prinzip basiert auf dem Etikettenlesegerät „Pen Friend“, den es auch als Blindenhilfsmittel zu kaufen gibt. Der blinde Gast bekommt eine ganz normale Speisekarte in die Hand, allerdings ist diese mit speziellen Etiketten vor jedem Gericht versehen.

Sobald der Nutzer mit der Spitze des eingeschalteten Stiftes das entsprechende Etikett berührt, wird der Inhalt der Karte durch eine synthetische Computerstimme vorgelesen. Mitbringen braucht der Gast aber nichts, die Karte und der sogenannte Hörstift wird ihm direkt im Lokal ausgehändigt.

„Wir wollen den barrierefreien Tourismus im Eichsfeld und in Heiligenstadt stärker profilieren, zur Weiterentwicklung des Tourismus beitragen, blinden und sehbehinderten Menschen die selbstbestimmte Teilhabe ermöglichen und dass im Rahmen unseres Projektes „Urlaub für Blinde und Sehbehinderte im Eichsfeld“ noch mehr Gäste aus der Bundesrepublik kommen“, so Ralf Lindemann vom Blinden- und Sehbehindertenverband während der Übergabe im Beisein von Verbandsmitgliedern, Bürgermeister Thomas Spielmann sowie Hans-Georg Kracht, Geschäftsführer der HVE Eichsfeld Touristik e. V..

Ralf Lindemann ist sichtlich erfreut, denn bisher gibt es sprechende Speisekarten von Andersicht e. V. nur in Husum und auf Hallig Hooge. Er würde sich aber auch freuen, wenn weitere Gastronomen im Eichsfeld diese besondere Speisekarte einführen, damit Sehgeschädigte allein und ohne fremde Hilfe einen Gaststättenbesuch erleben können.

Autor: en

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